Freitag, 2. November 2012

[Lesung] Sebastian Fitzek & Michael Tsokos präsentieren "Abgeschnitten" (29.10.2012)

Hallo ihr Lieben,

ich möchte euch heute von der Lesung am vergangenen Montag berichten. Der präsentierte Roman hat mir ja sehr gut gefallen, wie ihr meiner Rezension zu "Abgeschnitten" entnehmen konntet, und daher wäre ich sehr gespannt auf die Lesung.

Für alle, die noch zu einer der nächsten Lesungen gehen wollen sei gesagt: Natürlich habe ich ein paar Anekdoten aus der Lesung genommen und diese hier in meinen Bericht eingebaut. Schließlich kann ich nicht ein- oder zweitausend Wörter darüber schreiben, wie talentiert, gut aussehend, intelligent, sympathisch ... die Autoren sind und wie großartig, fesselnd, spannend ... das Buch ist. Diese Fakten stimmen natürlich alle, aber sind wir mal ehrlich, der Unterhaltungswert davon ist nun nicht sooo groß. Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte: Ich habe bewusst nur ein paar Sachen aufgenommen, so dass auf zukünftigen Lesungen noch genügend neue Geschichten zu finden sein werden und das Autorenduo muss man eh einfach einmal persönlich erlebt haben.

Bevor ich aber damit loslege, wie die Lesung war, möchte ich euch noch kurz von meinem eigenen "Thriller" berichten, der vorab stattfand. Ich hatte geplant mit einer Freundin zu dieser Lesung zu gehen, die bereits zur Genüge Psychothriller-getestet ist und die Bücher von Sebastian Fitzek liebt. Leider hat sie dann morgens erfahren, dass auf der Arbeit etwas dazwischen gekommen ist und sie somit doch nicht frei bekommen könnte. Herzlichen Dank dafür noch mal an dieser Stelle :/

Alleine wäre ja auch ziemlich doof, zumal wir zwei Karten hatten, aber Montag Morgen gegen 10 Uhr jemanden zu finden, der Abends auf eine Lesung Lust hat, ist auch nicht sooo einfach. Aber wozu hat man Arbeitskollegin, habe ich mir dann gedacht. Das erste Opfer saß mir direkt gegenüber, fällt lesetechnisch genau in das Beuteschema von Sebastian Fitzek, war auch begeistert von der Idee, ... hatte aber keine Zeit :( Bei der zweiten Kollegin bin ich ebenfalls abgeblitzt, aber eine Dritte war ganz interessiert, obwohl ihr weder das Buch noch die Autoren etwas sagten. Ich habe ihr dann kurz erklärt, um welches Genre es geht und was der Inhalt des Romans ist. Als ich ihre vor Schreck geweiteten Augen sah, beruhigte ich sie schnell wieder, indem ich ihr erzählte, dass Fitzeks Lesung im letzten Jahr nicht schockierend gewesen sei, da er kaum aus dem Roman gelesen, sondern mehr erzählt habe und das sei unglaublich lustig gewesen, da er ein kleiner Entertainer sei. Die zarte Blässe verschwand aus dem Gesicht meiner Kollegin, die Gesichtszüge entspannten sich und sie sagte zu. Mir war allerdings sofort klar, auf dieses zarte Gemüt würde ich den Abend über aufpassen müssen.

Nach zehn Stunden Arbeit war es dann endlich soweit und wir haben uns zum Kieler Schloss aufgemacht, wo die Lesung stattfinden sollte. "Kieler Schloss" klingt übrigens pompöser, als es ist, aber für die erwarteten 300 Gäste war der Festsaal ideal. Letztes Jahr, fand die Lesung in einer Kieler Buchhandlung statt, aber bei dieser Zuschauermenge, wäre es dort dann sicherlich ziemlich kuschelig geworden und man hätte seinen unbekannten Sitznachbarn intensiver kennen gelernt, als man es je gewollt hätte. Dann lieber Festsaal!


Um 20 Uhr begann die Lesung und die Herren Tsokos und Fitzek stellten sich durch kleine Videos gegenseitig vor, wobei Tsokos recht seriös rüber kam und Fitzek eher etwas ... nun ja ... Tsokos sagte selbst, dass man Fitzek schon in jungen Jahren angesehen habe, dass aus ihm nur ein Psychothrillerautor werden könne. Das sagt eigentlich alles, oder?

Tsokos, der Rechtsmedizin aus der Berliner Charité, und Fitzek, der Autor mit den kranken Ideen, haben sich das erste Mal bei "Fröhlich lesen" getroffen, einer TV-Sendung, von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Auch wenn ich die Bücher von Susanne Fröhlich nicht mag, muss ich ihr ja dankbar sein, denn durch sie wurde der erste Grundstein für ein gemeinsames Werk gesetzt, auch wenn das beide damals noch nicht ansatzweise geplant hatten. Ein zufälliges Wiedersehen an einer Würstchenbude sorgte dafür, dass Tsokos von seiner Romanidee erzählte, die dann gemeinsam weiterentwickelt wurde. Und da sag noch einer, Fastfood führe zu nichts und sei lediglich ungesund. Ob die beiden sich an einer Salatbar, bei Karotten und Gurken auch so gut und vor allem so produktiv unterhalten hätten? Ich bezweifle das!


Fitzek und Tsokos haben sehr unterhaltsam und locker durch den Abend geführt. Abwechselnd haben sie Anekdoten erzählt, aus ihrem Roman vorgelesen, sich großartig ergänzt und toll miteinander agiert. Angesprochen wurde natürlich auch der Motion Comic, welcher in Form von sieben Videos veröffentlich wurde und quasi den im Buch nicht vorhandenen Prolog zur Comiczeichnerin Linda darstellt. Daraus haben wir einen kleinen Ausschnitt sehen können und ich verlinke euch hier mal den ersten Teil, die anderen sind ebenfalls auf Youtube zu finden:

Fitzek erzählte dann unter anderem auch, dass die Realität viel härter und grausamer wäre, als er seine Bücher schreiben würde. Ich habe es ihm sofort geglaubt, meine Kollegin eher weniger, denn die Passagen, die er vorgelesen hat, fielen für sie schon unter "härter" und "grausamer". Der gute Fitzek hat sich aber natürlich auch gleich die Sezier-Sequenzen rausgesucht. Ein Blick auf meine Kollegin zeigt schon erste Gesichtsverfärbungen - irgendetwas zwischen einem blassen Schreckweiß und einem leichten Ekelgrün. Aber das ging noch. Ich hab entschieden: "Da geht noch was, die hält noch mehr aus." 

Das musste sie dann auch, denn Tsokos wusste die Gunst der Stunde zu nutzen, um mal ein bisschen über die Mythen in der Rechtsmedizin aufzuklären. "Hand auflegen und sofort ist klar, dass die Leiche um 22.45 Uhr getötet wurde" ist genau so ein Schwachsinn, wie die Identifizierung der Leichen durch Angehörige, auch wenn Serien wie "Tatort" oder Filme wie "Das Schweigen der Lämmer" uns das gerne suggerieren möchten. Besonders schön fand ich auch die Klarstellung, dass kein Rechtsmediziner sich Pfefferminzsalbe unter die Nase schmieren würde, denn der Geruchssinn ist sehr wichtig, um ggf. auch aromatische oder fruchtige Nuancen aufnehmen zu können. Wo er diese bei den Leichen riechen will, weiß ich nicht, aber solche leckeren Pausen seinen Herrn Tsokos absolut gegönnt! Zur Untermalung dieser unterhaltsamen Geschichten hatte Tsokos dann auch stets echte Tatortbilder dabei, die nach ein paar Sekunden entschärft wurden, aber schon einiges zeigten. Meine Kollegin wurde heiß und kalt, wie sie mir selbst berichtete, ich fand es "gut", denn mich interessant Rechtsmedizin einfach sehr.


Nach einer guten Stunde gab es dann eine Pause. Meine Kollegin und ich gönnten uns jeder ein belegtes Brot und das war meiner Meinung nach positiv für die Gesundheit meiner Kollegin. Entweder würde es ihren Magen beruhigen oder alternativ zumindest dafür sorgen, dass sie nicht nur bittere Galle spucken müsste, falls ihr wirklich noch schlecht werden sollte. Win-Win Situation also. In der Pause hat sie sich dann sogar todesmutig "Abgeschnitten" gekauft und ich hoffe, es verdirbt ihr Helgoland nicht, aber ich habe sie gewarnt, dass Teile des Romans auf dieser Insel spielen. Mehr kann ich auch nicht tun...



Anschließend hat Tsokos uns dann noch ein paar reale Fälle erzählt und ich konnte Fitzek nur zustimmen, diese würde ein Lektor niemals gutheißen, zu krass, zu kalkuliert ... tja, so ist die Wirklichkeit.

Zum Abschluss gab es noch eine Signierstunde und ich konnte ein Foto mit den Beiden ergattern.



Was soll ich sagen, meine zweite Fitzek Lesung und erneut richtig gut. Tsokos und Fitzek haben mich perfekt unterhalten, sehr humorvoll, sehr informativ (besonders wenn man den Bereich der Rechtsmedizin mag) und auch meine Kollegin war anschließend angetan. Nun bin ich gespannt, wie ihr das Buch gefällt und kann euch nur empfehlen, selbst zur Lesung zu gehen!

war so nett, mir eine Übersicht der noch geplanten Veranstaltungen zu geben. Wer also nun neugierig geworden ist, sollte schnell schauen, ob noch ein Termin in der Nähe stattfindet:

für eine größere Ansicht bitte draufklicken


Wer die beiden nicht live sehen kann, 
kann sie im Autorenfilm etwas näher kennen lernen :)



Kommentare:

  1. Ich war leider die Kollegin, die gegenüber sitzt und nicht mit konnte! Und ich empfinde puren Neid!

    Es muß wirklich toll gewesen sein!

    Ich liebe die Bücher von Sebastian Fitzek - habe aber leider das neue noch nicht gelesen! Hole dieses aber bald nach!

    Meine Empfehlung: liest alles von ihm, was Euch in die Finger kommt!

    Und dir Claudia: vielen Dank für den tollen Bericht über die Lesung!

    Alexandra / Selli

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  2. Es braucht also nur einen "Fitzek", um dich auf meinen Blog zu locken :)

    LG

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  3. hallo, ich geh am Mittwoch in Köln; deswegen hab ich den Bericht nur leicht überflogen..Ich lese ihn dann nach meiner Lesung und kann ja dann vergleichen :) L.G. Annette

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  4. Hach, so toll dein Bericht! Mal wieder eine Verärgerung meinerseits, dass ich so weit weg wohne in der Pampa, die er dieses Mal mit seiner Reise nicht bedient.

    Aber ich durfte ihn ja auch schon zweimal live erleben :)

    Liebe Grüße und fühl dich beneidet :D

    Morgaine

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