Samstag, 10. November 2012

[Rezension] Ahern, Cecelia - Hundert Namen

Kitty Logan hat eine Todsünde im Bereich Journalismus begangen. Sie hat eine Story herausgebracht, welche sie nicht gründlich genug recherchiert hatte. Nach der Veröffentlichung stellt sich ihre Anschuldigung als falsch heraus und fliegt ihr um die Ohren. Ihre Glaubhaftigkeit scheint mit einem Schlag verloren zu sein, sie wird Opfer von Racheattaken und verliert auch einen ihrer Jobs. Nur eine Person hält noch zu ihr und für diese soll sie einen Artikel schreiben. Das einzige Infomaterial, das sie dazu erhält, ist eine Liste mit Hundert Namen. Worum es dabei geht, was diese Leute verbindet und weshalb sie alle auf dieser Liste stehen, bleibt Kitty jedoch lange Zeit verborgen.

Cecelia Ahern war für mich lange Zeit ein Garant für tolle Romane. Ihren letzten Roman "Ein Moment fürs Leben" habe ich dann überraschenderweise abbrechen müssen, da ich mit dem Buch und seiner Handlung absolut nichts anfangen konnte. Mit "Hundert Namen" habe ich mich wieder an die Autorin heran getraut, immerhin klang die Story total interessant und versprach einer schöner Ahern-Roman zu werden.

Die Hintergrundidee konnte mich nahezu hundertprozentig überzeugen. Ich fand es sehr glaubhaft, wie Kitty an diese besagte Liste gekommen ist und warum sie die Zusammenhänge nicht kannte. Ihr "Schicksal" wird gut beschrieben, man kann nachvollziehen, was mit ihr passiert und ihr Gefühlswelt erscheint authentisch. Sie ist meiner Meinung nach nicht direkt ein Sympathieträger für den Leser, aber das hat mich nicht all zu sehr gestört. Interessant fand ich es vor allem Kitty bei ihrer Suche nach den Menschen aus dieser Liste zu begleiten, die sich alle für ganz gewöhnlich halten, aber sobald Kitty an deren Oberfläche kratzt, kommt heraus, dass doch jeder eine besondere Geschichte zu erzählen hat.

Auch wenn diese Idee so sehr nach einem tollen Ahern-Roman schreit, hat die Umsetzung dann leider nicht mehr so ganz meinen Geschmack getroffen. Ihre Bücher zeichneten sich für mich bisher u.a. immer durch etwas "Märchenhaftes" aus und konnte mich aus dem manchmal tristen Alltag reißen und verzaubern. Das hat dieser Roman leider nicht geschafft. Selbst für Ahern finde ich dieses Buch gerade in der Mitte sehr detailliert und daher so manches Mal etwas langatmig. Eine besondere Atmosphäre, die ich aus ihren anderen Büchern so liebte, ist nicht entstanden. Die Quintessenz, die der Klappentext bereits verrät, nämlich dass jeder Mensch eine spannende Geschichte zu erzählen hat, ist toll, aber ich finde, die Autorin hätte da noch so viel mehr rausholen können, zumal ich von ihren anderen Büchern weiß, dass sie das Talent dazu hat.

Somit war ich nachdem Lesen froh, dass mir die Romanidee wieder wesentlich mehr zugesagt hat, als bei "Ein Moment fürs Leben" der Fall war, aber ich war auch etwas enttäuscht, dass sich das alte "Ahern-Gefühl" nicht wieder komplett einstellte. Der Roman lässt sich gut und flüssig lesen, man muss aber bereits sein mit vielen Personen zu jonglieren. Bei der Bewertung war mir eigentlich nach 3,5 Sternen zu mute, aber da ich keine halben Sterne vergebe und mir für 4 Sterne einfach etwas fehlte, hat es leider nur für 3 Sterne gereicht.


Fazit:  Eine Verbesserung gegenüber "Ein Moment fürs Leben", aber noch nicht wieder auf ihrem alten Niveau. Ich gebe die Autorin allerdings noch nicht auf und hoffe, dass ihr nächster Roman mich wieder verzaubern wird.

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Krüger Verlag; Auflage: 1 (25. Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3810501484
  • ISBN-13: 978-3810501486
  • Originaltitel: One Hundred Names
  • Verlagsgruppe:


Kommentare:

  1. Ich lese das Buch auch gerade und bin bisher auch eher mittelmäßig begeistert. Echt schade.

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  2. Huhu, ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezi auf meinem Blog verlinkt habe.

    Viele liebe Grüße und genieß dein Wochenende
    Nelly von Nellys Leseecke

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