Samstag, 15. Dezember 2012

[Die Story hinter dem Buch] Löhnig, Inge - Verflucht seist du



heute:


Löhnig, Inge - Verflucht seist du






Auf die Idee für diesen Plot bin ich durch einen Artikel im SZ-Magazin gekommen. Das muss mittlerweile zweieinhalb Jahre her sein. Er behandelte ein Thema, das ich nun nicht verraten kann, denn da würde ich bereits zu viel verraten. In diesem Artikel wurde ein Beitrag aus eine amerikanischen Zeitschrift zitiert. Es waren nur wenige Zeilen. Nicht mehr als fünf. Als ich sie las, war ich sofort hellwach, sie haben mich regelrecht gepackt und nicht mehr losgelassen.

Es ging um eine Grenzüberschreitung. Jemand tut etwas, das man besser nicht tun sollte, das allerdings nur moralisch verwerflich ist und nicht im strafrechtlichen Sinne relevant. Doch diese Person löste durch ihr Verhalten etwas aus, das sie vermutlich nicht auslösen wollte. Das Ganze endete mit dem Tod einer jungen Frau.
Bei Frost und Schnee an einem Manuskript geschrieben, das in einem Jahrhundertsommer spielt.

Ich habe mich gefragt, wie man als Mensch gestrickt sein muss, um diese Grenze zu überschreiten. Und vor allem habe ich mich gefragt, ob diese Person überhaupt nur eine Sekunde darüber nachgedacht hat, was sie mit ihrem Verhalten bei der jungen Frau auslösen könnte und wie sie nun mit deren Tod umgeht, den sie verursacht hat.

Ich bin eine Beobachterin. Ich sitze gerne am Rande, beobachte die Leute und überlege mir, warum sie sich so verhalten, wie sie sich verhalten. Mittlerweile bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass viele Menschen sich sehr häufig gar keine Gedanken drüber machen, wie ihr Verhalten auf andere wirkt, was es bei ihnen auslösen kann.

Selbstportrait ;-)

So auch in diesem Fall. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass der Tod der jungen Frau eingeplant war. Wie geht man damit um, ihn gedankenlos verursacht zu haben? Das waren die Überlegungen, die mich tagelang beschäftigten. So lange, bis ich spürte, das ist Stoff für einen Roman. Da hat jemand ein Steinchen losgetreten, es kullert einen Abhang hinunter und lässt sich vom ersten Augenblick an nicht kontrollieren. Am Ende kommt unten im Tal eine alles vernichtende Gerölllawine an. Mit dieser Theorie wollte ich arbeiten. Sie war meine Prämisse für „Verflucht seist du“, die es am Ende zu beweisen galt. Aus diesem Grund ist der fünfte Fall der düsterste, den ich Dühnfort bisher zugemutet habe, obwohl er in einem wunderschönen Sommer spielt.

Die Recherche für dieses Buch war nicht so umfangreich wie beim vorhergehenden. Die Basis der Polizeiarbeit beherrsche ich inzwischen einigermaßen gut, dank meines Beraters bei der Münchner Mordkommission und der Mitarbeiter der Pressestelle des LKA, die mir immer wieder kompetent Auskunft geben, wenn mir das entsprechende Wissen fehlt. Wieder einmal hat mich das Thema Datenschutz beschäftigt, der bei uns sehr weitreichend ist und Dühnfort und seinem Team daher gelegentlich die Arbeit erschwert. Außerdem habe ich mich ausführlich mit Ecstasy beschäftigt. Herstellung, Vertrieb und die Münchener Szene.

Einen Teil des Romans habe ich während einer Schreibklausur im Februar auf Sylt geschrieben. Das waren produktive Tage, in denen mich nichts vom Schreiben abgelenkt hat. Ganz nebenbei entstand auch noch der Plot einer Kurzgeschichte für eine Weihnachtsanthologie. Dühnfort stammt ja aus Hamburg. Sein Vater hat seit ewigen Zeiten ein Ferienhaus auf Sylt. In dieser Kurzgeschichte trifft Dühnfort dort an Weihnachten die ganze Familie. Seinen Vater Alexander, den Bruder Julius samt Ehefrau Viktoria und die Nichte Lizzy. Gina ist auch mit dabei. Natürlich kann das erhoffte traute Zusammensein nicht gut gehen. Zu unterschiedlich sind die Brüder und die Spannungen innerhalb der Familie zu groß.

Leichen im Watt bei Keitum. Diese toten Vögel haben eine kleine Rolle in der Kurzgeschichte erhalten.

Aber zurück zum Fall. Viele meiner Leser fragen sich ja schon länger, was aus Dühnfort und Gina wird. Ziehen sie zusammen? Wer wird die Abteilung wechseln? Sie dürfen ja nicht mehr zusammen arbeiten, seit sie ein Paar sind, denn Dühnfort ist Ginas Chef. Also ein wenig verrate ich vorab: Das Wohnungsproblem löst sich gleich auf den ersten Seiten, und in Dühnforts Team gibt es eine neue Kollegin.

So, nun wünsche ich allen, die zu „Verflucht seist du“ greifen, spannende Stunden mit Dühnfort und Co und hoffe, dass sie sich damit gut unterhalten.


geschrieben von Inge Löhnig


  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: List Taschenbuch (14. Dezember 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548611230
  • ISBN-13: 978-3548611235






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1 Kommentar:

  1. Hört sich ja sehr interessant an :D Manchmal fliegen einem die Geschichten ja wirklich beinahe so ^^

    Jessi

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