Sonntag, 23. Dezember 2012

[Rezension] Herrmann, Elisabeth - Schattengrund

Kurz vor ihrem 18. Geburtstag erbt Nicola "Schattengrund" - das Haus ihrer verstorbenen Tante, zu der sie keinerlei Kontakt hatte. Da sie noch nicht volljährig ist, schlagen ihre Eltern stellvertretend für sie das Erbe aus. Das Haus sei alt, die Tante verrückt - damit wolle man nichts zu tun haben. Diese Begründung stellt Nico nicht zufrieden. Heimlich schleicht sie sich davon, um Schattengrund zu finden. In dem kleinen Dorf angekommen, bekommt sie sofort die Ablehnung der Bewohner zu spüren. Nico stößt auf Geheimnisse und so langsam kommen Erinnerungen aus der dunklen Vergangenheit zurück...

Mit "Schattengrund" ist Elisabeth Herrmann ein düsterer Thriller gelungen, der eine unheimliche Atmosphäre erzeugt. Besonders jetzt, wo es draußen früh dunkel wird, die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen und immer mal wieder Schnee fällt, lässt sich das Buch richtig gut lesen, denn Schattengrund versinkt in einem Schneechaos und Herrmann weiß, wie sie daraus eine spannende Stimmung erzeugen kann.

Nicos Neugierde ist mehr als verständlich und da sie bei ihren Eltern lediglich auf Mauern des Schweigens stößt, ist es auch nachvollziehbar, dass sie sich alleine auf den Weg macht. Im kleinen Ort Siebenlehen wird sie nicht nur mit der Ablehnung durch die Dorfbewohner konfrontiert, sondern auch mit ihrer eigenen Vergangenheit, die sie komplett vergessen hat. Aber kann sie diesen Erinnerungsfetzen nach all den Jahren noch trauen oder setzt sie Puzzlestücke falsch zusammen. Auf jeden Fall ist Nico etlichen Leuten ein Dorn im Auge, was sie deutlich zu spüren bekommt und sie sogar in lebensgefährliche Situationen bringt.

Herrmann hat eine wirklich tolle Geschichte für jugendliche Thrillerliebhaber geschrieben, die jedoch auch ein älteres Publikum begeistern kann. Die Story ist gut durchdacht, die Motive sind interessant, die Menschen handeln meistens nachvollziehbar (wenn auch nicht immer richtig) und für die Figur "des Bösen" kommen mehrere in Frage, so dass ich stets zwischen einigen Personen hin und her gesprungen bin und am Ende aufs falsche Pferd gesetzt habe.



Fazit:  Elisabeth Hermann hat mich bestens unterhalten. Die Atmosphäre, das Setting und die Spannung konnten mich überzeugen, daher empfehle ich diesen Jugendthriller gerne weiter!

  • Broschiert: 416 Seiten
  • Verlag: cbt (12. November 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570161269
  • ISBN-13: 978-3570161265
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • Special zum Roman
  • Verlag:

1 Kommentar:

  1. Ich schließe mich der Empfehlung an - besonders in den verbleibenden Winterwochen sollte man den Thriller mit einer warmen Decke lesen.

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