Sonntag, 30. Dezember 2012

[Rezension] Petermann, Axel - Im Angesicht des Bösen: Ungewöhnliche Fallberichte eines Profilers

In seinem zweiten Buch schreibt der Bremer Mordermittler und Profiler Axel Petermann erneut wahre Geschichten über das Böse nieder. Vier Verbrechen und ihre mühseligen Aufklärungen werden in den folgenden Kapiteln detailliert beleuchtet:
        • Ohne Erbarmen - Ein Verbrechen, wie es im Buche steht
        • Das Ohr - Gefangen im Netz der Vergangenheit
        • Kaltblütig - Eine unfassbare Tat
        • Ich bin doch kein Monster - Die lange Suche nach der Wahrheit

"Auf der Spur des Bösen: Ein Profiler berichtet" ist das erste Buch von Deutschlands bekanntestem Profiler, welches Einblicke in fünf Verbrechen gibt. Nun folgen mit seinem zweiten Buch vier weitere Geschichten. Nach Jahrzehnten im Dienst kann Axel Petermann sicherlich aus einem reichlichen Fundus schöpfen. Die ausgewählten Verbrechen sind somit erneut ungewöhnlich und der Autor schafft es den Leser an sein Werk zu fesseln, obwohl er bewusst auf Effekthascherei oder eine persönliche Wertung verzichtet. Für mich wirkt das Buch sehr authentisch, eben weil Petermann nicht auf künstlich erzeugte Spannungsmomente baut, sondern sachlich, detailliert, aber interessant über wahre Begebenheiten berichtet.

Er beschreibt, wie er und seine Kollegen an einem Tatort vorgehen, wer welche Aufgaben übernimmt, wie das Zusammenspiel erfolgt, welche Fragen er sich zu welchem Zeitpunkt der Ermittlungen stellt und wie Tatortspuren, ein entworfenes Täterprofil oder Erkenntnisse aus der Forensik bzw. aus dem Labor seine Vermutungen lenken. Auch wenn die Fälle teilweise schon Jahre zurück liegen, fühlt sich der Leser, als wäre er bei den Ermittlungen hautnah dabei, denn Petermann nimmt ihn bei jedem Schritt mit und scheut auch nicht davor oder falsche Fährten zuzugeben.

Zu den einzelnen Fällen möchte ich gar nicht viel erzählen. Petermann hat interessante Geschichten ausgewählt, die sich im Motiv, in der Tötungsart und im Täterkreis unterscheiden. Oft habe ich mich gefragt, ob so etwas tatsächlich vorkommen kann, denn die Geschichten könnten zum Teil eine ideale Grundlage für einen Krimi oder Thriller darstellen, aber es ist ja nicht Neues, dass die Realität meistens die schlimmsten Geschichten zu erzählen weiß.




Fazit:  Erneut konnte Axel Petermann mich begeistern. Mir gefällt der sachliche, aber flüssig geschriebene Einblick in seine Erfahrungen und ich würde mich freuen, wenn er seinen Lesern weitere Geschichten offenbaren würde.

  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Kindler; Auflage: 3 (9. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3463406101
  • ISBN-13: 978-3463406107
  • Verlagsgruppe:

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