Sonntag, 27. Januar 2013

[Rezension] Rainer Wekwerth - Das Labyrinth (1/3) erwacht

Sieben Jugendliche treffen aufeinander. Kurz zuvor erwachten sie alle alleine auf einer verlassenen Steppe. Keine Kleidung am Leib, keine Erinnerung an ihr bisheriges Leben und keine Erklärung, wo sie waren und vor allem warum. Eine Botschaft bringt etwas Licht ins Dunkle. Sie befinden sich in einem Labyrinth, welches aus zahlreichen Welten besteht. In jeder Ebene müssen sie innerhalb von 72 Stunden das nächste Tor erreichen. Ansonsten werden sie sterben. Jedoch besitzt jede Ebene immer ein Tor zu wenig, so dass stets jemand zurückbleiben muss. Außerdem sind sie in diesen Ebenen nicht allein.


"Das Labyrinth erwacht" ist der Auftakt einer actionreichen, spannungsgeladenen Jugendthriller-Trilogie, die einem beim Lesen keine Verschnaufpausen gönnt. Da ich leider etwas im Stress war, musste ich das Buch mehrfach schweren Herzens zur Seite legen und habe für diesen Roman eine Woche benötigt - was für mich sehr viel ist. Trotzdem hat Rainer Wekwerth es geschafft, dass ich immer sofort wusste, wo ich stehengeblieben war und das die Spannung nie abgesunken ist.

An diesem Roman konnte mich alles begeistern. Zum einen die Protagonisten, sieben an der Zahl: Jeb, Jenna, Tian, León, Kathy, Mischa und Mary. Eine ganze Menge, aber trotzdem kommt man nie durcheinander, denn alle sind so unterschiedlich und haben sehr viel Tiefe erhalten. Die Bandbreite der unterschiedlichen Charaktere ist enorm. Von Einzelkämpfer über jemanden, der sein Leben für andere opfern würde, von Zicke bis schüchternes Mädchen, ... Man findet einfach alles wieder, jede Figur wirkt lebendig und bei keiner hatte ich das Gefühl, es würde sich um einen langweiligen Stereotypen handeln. Besonders interessant war natürlich zu beobachten, wie unterschiedlich die Protagonisten mit ihrer Situation und der Erkenntnis umgehen, dass in jeder Ebene jemand zurückbleiben wird, falls sie nicht eh bereits zuvor sterben würden.

Neben diesen tollen Charakteren sind die Grundidee und die gesamte Handlung mehr als gelungen. Der Roman hat wirklich keine einzige Stelle, in der sich der Leser oder die Figuren ausruhen können. Immer auf der Flucht, der Suche nach neuen Erinnerungsfetzen an die Vergangenheit und getrieben durch ihre Angst entdecken die Sieben ihre neue Welt und versuchen verzweifelt sich zurecht zu finden und zu überleben. Nichts kann man hervorsehen, oft hat mich Rainer Wekwerth mit seinen Ideen überrascht und die Handlung stets in eine andere Richtung vorangetrieben. Langweile sucht man hier vergebens. Wer bereits die ersten Seiten liest spürt, dass er sofort ins Geschehen hinein geworfen wird und dabei bleibt es auch die nächsten 400 Seiten.

Der Schreibstil hat mich überrascht. Ein Erzähler berichtet, aber es fließen auch sehr viele Gedanken der Protagonisten ein, so dass es wie ein wildes Durcheinander wirkt - aber es funktioniert. Der Leser erhält ein gutes Gesamtbild sowie tiefere Einblicke in die Figuren. Natürlich sind noch viele Fragen offen geblieben, aber das gehört zu einem Auftaktband einer Trilogie dazu. Ich kann die Fortsetzung, die voraussichtlich im Sommer 2013 unter dem Titel "Das Labyrinth jagt dich" erscheinen wird, kaum abwarten. Im Sommer 2014 wird es dann sehr wahrscheinlich den Abschlussband zu kaufen geben.




Rainer Wekwerth liest aus seinem Roman:


Fazit: Ich empfehle diesen Roman für Leser, die einen actionreichen, spannungsgeladenen Jugendthriller genießen möchten, der absolut zu unterhalten und zu fesseln vermag. Ein mehr als gelungener Auftakt, der durch eine geniale Idee und toll gezeichnete Charaktere besticht.





Kommentare:

  1. Eine tolle Rezi und ich freue mich sehr, dass es auch Dir so gut gefallen hat!!

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  2. Meine Bestellliste sagt "Danke für die tolle Rezension";). Auf alle Fälle bin ich so neugierig auf das Buch geworden, dass es jetzt im virtuellen Einkaufswagen liegt;).

    Liebe Grüße, Iris

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    1. Danke für deine Rückmeldung. So etwas höre ich total gerne :)
      Ich hoffe, dass es dir auch gefallen wird!
      LG Claudia

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