Dienstag, 15. Januar 2013

[Rezension] Strobel, Arno - Der Sarg

Eva ist immer noch völlig verängstigt. Was für ein grauenhafter Alptraum! Eingeschlossen in einem Sarg, lebendig begraben. Es war alles nur ein Traum - aber er fühlte sich so verdammt echt an. Wahrscheinlich hat ihr Gehirn lediglich die aktuellen Nachrichten verarbeitet, denn in ihrem Wohnort Köln wurde tatsächlich eine Frau gefunden, die bei lebendigem Leib vergraben wurde und in dieser Kiste starb. Eva wird auf einmal jedoch bewusst, dass sie diese Nachricht erst heute morgen gehört hat, aber diesen angsteinflössenden Traum hatte sie schon letzte Nacht - außerdem erklärt es auch nicht, warum sie mit Blutergüssen und aufgeschürfter Haut erwacht ist. Eva weiß noch nicht, dass dies erst der Anfang einer Reihe von düsterer Erlebnissen war.

Während Eva mit ihren Alpträumen kämpft, führt die Polizei einen ganz eigenen Kampf. Ein bisher unbekannter Täter verschleppt Frauen, verschachert sie lebendig in einer Kiste, welche er vergräbt. Die Polizei erhält Hinweise von ihm, wo diese Kisten zu finden sind, aber sie kommen jedes Mal zu spät. Die Frauen sind bereits erstickt. Brauchbare Spuren gibt es bisher nicht, aber Bernd Menkhoff und sein Team setzen alles daran diese Taten aufzuklären, bevor eine weitere Frau erfahren muss, wie es sich anfühlt in einer übermächtigen Schwärze auf engem Raum gefangen gehalten zu sein, während der Sauerstoff immer knapper wird.

Arno Strobel hat mittlerweile bereits vier Psychothriller für den Fischer Verlag geschrieben und ich hatte seine Werke stets auf der "Will ich noch lesen"-Liste, aber es aber vorher irgendwie nie geschafft. Nun bin ich direkt mit dem vierten Band eingestiegen, was problemlos möglich ist. Zwar tauchte Bernd Menkhoff bereits in vorherigen Werken auf, aber die Bücher bilden keine Reihe um diesen Ermittler und auch wenn ab und an auf seine Vergangenheit angespielt wurde, hatte ich nicht das Gefühl, dass mir Informationen gefehlt haben. Im Gegenteil, denn durch 58 Kapitel, die aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert werden, ist man stets am Ball, erhält ein tolles Gesamtbild und macht sich seine eigenen Gedanken um Täter und Opfer.

Wenn ich für mich einen Psychothrillerautor neu entdecke, bin ich immer gespannt, ob dieser mich überraschen und fesseln kann, denn ich habe bereits sehr viel in diesem Genre gelesen und fühle mich daher oft eher gelangweilt. Bei diesem Roman hatte ich immer wieder das Gefühl "Jetzt weiß ich wer der Täter ist", "Nun habe ich Strobels Idee durchschaut", "Hiermit hat der Autor zu viel verraten", und dachte dann immer "Ach schade!" Aber das großartige an diesem Buch ist, dass es spätestens ein oder zwei Seiten später schon wieder ganz anders aussieht, da meinen Ideen durch die Ermittler oder den Täter einfach der Wind aus den Segeln genommen wurde und ich wieder ohne Vermutungen da stand. Das hat mir richtig gut gefallen, als würde der Autor mit mir spielen, um mir dann direkt zu zeigen, dass ich auf dem Holzweg war.

Frauen lebendig zu begraben ist keine ganz neue Romanidee, allerdings hat Strobel sie zu etwas eigenem gemacht. Der Roman lässt sich sehr gut lesen, mir hat das Ermittlerteam gefallen, deren eigenen Probleme sich nicht in den Vordergrund gedrängt haben, und ich mag Strobels Schreibstil bei dem ich nie das Gefühl hatte, dass der Autor mich mit unnötigen Informationen versorgt. Der Roman ist kein Thriller bei dem nach jedem Kapitel künstlich ein Spannungshoch aufgebaut wird, sondern das Spannungsniveau entwickelt sich kontinuierlich und ist besonders auf den letzten 100 Seiten recht hoch. Die offenen Fragen werden nach und nach geklärt, bis dann auf den letzten Seiten das Gesamtbild offen gelegt wird. Somit konnte ich den Roman spätestens ab der Mitte nicht mehr weglegen, sondern wollte wissen, was nun hinter diesen ganzen mysteriösen Vorkommnissen steckte.


    
Fazit:  Es ist mal wieder passiert! Ein weiterer Autor, den ich in Zukunft auf jeden Fall verfolgen werde und dessen frühere Werke ich unbedingt nachholen muss. Wer Lust auf einen Psychothriller hat, der so gut wie unblutig ist, aber zu fesseln vermag, der sollte sich Strobels neuestes Werk kaufen. Aber Vorsicht: Ich übernehme keine Haftung, falls ihr anschließend ebenfalls den Wunsch nach mehr verspürt!   
     
    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (17. Januar 2013)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3596191025
    • ISBN-13: 978-3596191024
    • Homepage des Autors
    • Verlagsgruppe:




     

    Kommentare:

    1. Hallo Claudia,

      da ich das Buch noch lesen möchte, habe ich nur das Fazit gelesen und das hat mich voll überzeugt.

      Liebe Grüße
      Sabine

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    2. Huhu

      Sehr schöne Rezension ;)
      Will das Buch auch noch lesen, aber ich glaube, ich fange mit einem anderen von Arno Strobel an. ;)

      LG
      Jessi
      http://jessireneleseratten.blogspot.de/

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    3. Hallo Claudia,

      ja der Mann schreibt immer so unheimlich..gut.

      Aber es gibt auch Männer, die bei lebendigen Leibe begraben werden.
      Peter James,ist so ein Autor. Kennst Du den auch?

      LG..karin..

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      1. Ja, Stirb ewig und Stirb schön habe ich vor Ewigkeiten gelesen. Haben mir gut gefallen :)

        LG Claudia

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    4. Ich frage mich manchmal echt, wie du nachts schlafen kannst :-P.
      "Verschachert Frauen lebendig in Kisten"... das ist zu viel für meine Nerven ^^.

      LG
      Anja

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    5. Hi Claudia,

      ich bin über den Büchertreff auf deinen schönen Blog gestoßen.

      Ich habe zur Zeit auch ein Gewinnspiel laufen, vielleicht möchtest du ja teilnehmen :)?

      http://sw-i-belong.blogspot.de/2012/12/gewinnspiel-blogvorstellung.html

      Ich habe gesehen, dass die Tribute von Panem noch auf deinem SuB liegen. Die solltest du unbedingt bald lesen, es lohnt sich :)!

      http://sw-i-belong.blogspot.de/

      Liebe Grüße,
      Jane.

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    6. Hallo Claudia,

      schöne Rezi und ich bin ganz Deiner Meinung. :-)
      Ich verfolge Arnos Bücher ja schon seit dem Trakt und meiner Meinung nach steigert er sich ständig ... wo soll das noch hinführen? ;-)
      Von mir gibt es auch eine unbedingte Leseempfehlung (aber erst morgen, denn heute habe ich erst mal den Bericht zur Premierenlesung fertig gemacht)

      Liebe Grüße
      MacBaylie

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    7. Hey, ich hab dich getaggt, würde mich freuen wenn du mitmachst, ist aber natürlich kein Muss :)

      http://johannisbeerchens-buecher.blogspot.de/2013/01/tag-runter-mit-den-schutzumschlagen.html

      Liebe Grüße, Sandrina

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