Montag, 11. Februar 2013

[Rezension] Engelmann, Gabriella & Leonhardt, Jacob M. - Im Pyjama um halb 4

Auf Facebook trifft Lulu auf Ben. Nicht Ben, der beste Freund von Marco, über den Lulu seit der letzten Party mehr erfahren wollte, sondern einen ganz anderen, unbekannten Ben. Das kommt davon, wenn man kein aussagekräftiges Profilbild besitzt. Obwohl die beiden nichts verbindet und sie sich eigentlich nur versehentlich "getroffen" haben, bleiben sie via Facebook in Kontakt. Dieser wird immer intensiver und auch ihre Gespräche kreisen ziemlich schnell um Dinge, die die beiden ansonsten niemand anderem anvertrauen würden.


"Endlich wieder ein neues Jugendbuch von Gabriella Engelmann" war mein erster Gedanke, als ich auf den Roman aufmerksam geworden. Denn seit ich die modernen Märchen dieser Autorin gelesen habe, habe ich ihre Bücher ins Herz geschlossen. Diese Märchen-Ära liegt nun hinter uns, denn Gabriella Engelmann hat diese Serie nach fünf Romanen beendet und da ich sie alle gelesen habe, ist damit leider auch für mich Schluss. Umso gespannter war ich auf die weiteren Projekte der Autorin, die in diesem Fall mit Jakob M. Leonhardt zusammen gearbeitet hat. So ist ein Roman entstanden, der nur aus Facebook-Nachrichten und ein paar wenigen Statusmeldungen besteht und von Lulus und Bens Kontakt erzählt.

Zunächst hatte ich ein paar Startschwierigkeiten mit diesem Buch. Es lässt sich zwar durchgängig leicht und flüssig lesen, da es einen sehr einfachen Schreibstil besitzt, aber anfangs war ich mit den ausgetauschten Nachrichten zwischen Lulu und Ben nicht so richtig glücklich. Manchmal wirkte das ganze etwas seicht, dann wiederum erschien mir die Ausdrucksweise für junge Teeanger zu reif. Zum Glück hat sich das jedoch mit der Zeit gelegt, ich bekam einen Zugang zu dem Roman, war gespannt, wie deren zwischenmenschliche Beziehung wächst, die durch einige Höhe und Tiefen geht, und besonders am Ende kann von "seicht" absolut keine Rede mehr sein.

Die Tiefe, die der Kontakt zwischen den beiden entwickelt, hat mich begeistern und auch ein Stück weit verzaubern können. Der Roman zeigt, dass etwas sehr Schönes dabei herauskommen kann, wenn man in der Lage ist sich auf etwas einzulassen, dass für andere evtl. nicht nachvollziehbar oder unsinnig erscheinen mag. Gelungen fand ich auch, dass die beiden sich als Berater fürs andere Geschlecht sehen, denn direkter ist es für Lulu und Ben nicht möglich sich darüber zu informieren, was das andere Geschlecht sich wünscht, erhofft oder empfindet. Schließlich befinden sich die beiden im Teenager-Chaos und da ist jede Hilfestellung nützlich - solange sie nicht von Erwachsenen stammt.

Fazit:  Ein tolles Jugendbuch über einen zufälligen Facebook-Kontakt und seine Folgen. Einen Stern-Abzug gibt es leider, da mir wie erwähnt die Jugendsprache nicht immer treffend erschien. Trotzdem ist dieser Roman auf jeden Fall lesenswert und unterhaltsam.

PS: Lulu und Ben sind natürlich auch auf Facebook zu finden und freuen sich sicherlich über weitere Freundschaftsanfragen: Lulu Rakete und Ben Schumann. Wenn ihr schon dabei seid, hier ist die Facebook-Seite der Autorin Gabriella Engelmann und der Arena Verlag ist ebenfalls dort vertreten.

  • Broschiert: 237 Seiten
  • Verlag: Arena (Januar 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3401067931
  • ISBN-13: 978-3401067933
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
  • Verlag:


Kommentare:

  1. Eine sehr schöne Rezension. Wobei ich Dir glaube ich widersprechen muss ... ich denke, ich habe mich in Lulus Alter nicht viel anders ausgedrückt, habe eigentlich nie in Jugendsprache gesprochen. Entweder weil ich von jeher viel gelesen habe, oder schon immer mit älteren Leuten befreundet war, das weiß ich nicht so genau.

    Und ich kenne Gott sei Dank auch heute noch Jugendliche, die nicht in diese typische Sprache verfallen .. denn die heutige Jugendsprache mag ich überhaupt nicht.

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  2. Wirklich eine tolle Rezi!! :)
    Das Buch ist noch auf meiner Wunschliste :)

    LG, Selina :)

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  3. Sehr schöne Rezension, das Buch hatte ich auch schon im Auge. Ich kann gut nachvollziehen, dass du die Sprache der Protagonisten nicht als realistisch empfindest (obwohl ich es natürlich ohne das kennen des Buches nicht beurteilen kann). Ich denke aber, dass es so auf jeden Fall besser ist als wenn es das ganze Buch lang nur heißen würde:
    - yo, was machste bro?
    - chillen
    - yolo
    Und es gibt Jugendliche mit Ausdrucksvernögen ;)

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  4. Ich glaube, ihr versteht mich falsch. Ich habe keine "Assi"- oder "Ghetto"-Sprache erwartet oder gar erhofft - im Gegenteil. Aber es gibt nun mal Ausdrücke, Worte usw. die Jugendliche eher nie benutzen oder halt nicht so, wie Erwachsene verwenden, auch wenn sie sich anständig ausdrücken können :)

    LG Claudia

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  5. Auf das Buch freue ich mich auch schon sehr. Bin richtig gespannt, wie es mir gefällt und finde deine Rezi macht neugierig.

    LG
    Lilly

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  6. Das Buch steht auch auf meiner Wunschliste, danke für die gute Rezension!

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