Freitag, 22. März 2013

[Rezension] Bick, Ilsa J. - Ashes (2/3) Tödliche Schatten

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich für diese Rezension Band 1 als bekannt voraussetze. Somit können für Leser, die "Brennendes Herz" noch nicht gelesen haben, Spoiler vorhanden sein.


Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen hat Alex den verheerenden Anschlag auf die Welt überlebt. Sie findet sich nun in einer Gesellschaft wieder, in der viele Jugendliche zu "Veränderten" wurden, die somit nicht mehr viel Menschliches an sich haben und auch vor Kannibalismus nicht zurück schrecken. Aber auch die unveränderten Menschen haben sich zum Teil zu neuen diktatorischen Gruppen zusammengerottet, in denen sich menschliche Abgründe abspielen. Alex versucht lediglich zu überleben. Sie sucht nach Ellie und Tom und nach einer Erklärung, warum sie selbst sich nicht verwandelt hat. Oder dauert ihre Verwandlung bloß länger?

Nachdem ich im August diesen Jahres den Auftaktband der Trilogie gelesen hatte, war ich sofort begeistert und fieberte der Fortsetzung entgegen. Bicks düstere Dystopie vermochte es mich zu fesseln und vor allem interessierte mich Alex' weitere Geschichte. Mittlerweile habe ich den zweiten Band gelesen und kann daher sagen, dass für mich die Vorfreude und das hübsche Cover das Beste am Buch waren.

Ich bin ein riesengroßer Liebhaber von Dystopien und auch von Thrillern. Daher sind mir grausame Welten oder brutale Taten in Romanen absolut nicht fremd. Sie gehören zu diesen Genres und ich habe beim Lesen keine Probleme damit. "Tödliche Schatten" hat mich jedoch schockiert. Die Dystopie ist nicht mehr nur düster, sondern einfach brutal. Ein Drittel des Buches besteht aus jugendlichen Kannibalen, die liebend gerne ein Arm oder ein Bein abnagen, zum Nachtisch etwas Gehirn verschlingen oder am liebsten einen Augapfel auslutschen. In dem zweiten Drittel werden zahlreiche Menschen erschossen, erstochen oder ihnen werden bei vollem Bewusstsein Hautfetzen mit ganzen Muskelsträngen abgeschnitten. Würde man die gewalttätigen Szenen aus dem Buch heraus lassen, blieben evtl. noch 100 Seiten über. Für mich hat der Roman kaum Handlung geboten, sondern lediglich ein wildes Gemetzel dargestellt. Ich erwarte bei Dystopien weiß Gott nicht, dass sich alle an den Händen fassen und zusammen ein schönes Lied singen, aber das gebotene Abschlachten ging mir einfach zu weit und hat mich auch in der Handlung nicht vorwärts gebracht. Bedenklich ist außerdem, dass dieses Gemetzel bereits für Leser ab 14 Jahre empfohlen wird. Ich spreche mich definitiv dagegen aus!

Sucht man hinter dieser übertrieben brutalen Darstellung die eigentliche Handlung, findet man nicht viel. Die Autorin springt in den Perspektiven wild hin und her. Zahlreiche Charaktere dürfen aus ihrer Sicht schildern, was ihnen passiert und die Autorin verzichtet leider darauf bei Kapitelanfängen anzugeben, aus wessen Sicht das nächste Kapitel geschildert wird. Neben den Kämpfen bietet sie jedoch kaum Inhalt an. Die Menschen verteidigen sich, fassen Pläne um sich zu besser zu schützen, stricken Intrigen und greifen sich gegenseitig an - womit wir schon wieder beim Blutvergießen wären. Ein paar andere Personen laufen die ganze Zeit durch einen Schneesturm und auch das konnte ich mich nicht bildlich vorstellen. Karge Informationen wie "nördlich nach Wisconsin" oder "westliche von Michigan" haben mir nicht dabei geholfen mir vorzustellen, wie weit diese Personen gelaufen sind oder wie weit sie sich anderen Schauplätzen genähert haben.

Eigentlich habe ich in meiner Rezension nichts verraten und trotzdem beinahe den Inhalt komplett wiedergeben. Mehr ist dort einfach nicht zu finden. Nachdem Lesen wollte ich dem Buch eigentlich 3 Sterne geben. Beim Schreiben dieser Rezension habe ich mich allerdings gefragt, wofür eigentlich? Ich bin somit zum Schluss gekommen, dass es doch nur 2 Sterne wert und für mich definitiv ein Flop ist. Ich kann nur hoffen, dass die Autorin für den Abschlussband wieder ein bisschen an Inhalt zusammenkratzen kann, damit sich das Lesen lohnt.



Fazit: Für mich stellt der Roman einen Mittelteil einer Dystopie dar, auf den ich sehr gerne verzichtet hätte. Unnötig brutal, ohne richtigen Inhalt und erst recht nicht für 14 Jährige. Nach dem fesselnden Auftaktband eine derbe Enttäuschung.

  • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
  • Verlag: Egmont INK; Auflage: 1 (9. August 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3863960068
  • ISBN-13: 978-3863960063
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Originaltitel: Shadows
  • Verlag:

PS. Die bisherigen Bände der Trilogie in der Übersicht:




Kommentare:

  1. Ich kann dir leider nur zustimmen, was die ganze Gewalt anging! Ich wusste nicht, ob es nur an mir liegt, aber ich musste das Buch das ein oder andere mal weglegen, weil es mir einfach zu viel wurde. Die Geschichte war natürlich spannend und ich habe mich gefragt, wo das alles noch hinführt, aber auf ein paar Gewaltszenen hätte man doch verzichten können! Definitiv kein Jugendbuch mehr, meiner Meinung nach ... hoffen wir mal das der 3. Teil besser wird.

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  2. Ich habe genau so auf das Buch reagiert wie du und bin schon sehr gespannt, ob der dritte Band ein befriedigendes Ende hinbekommt.

    Liebe Grüße,
    Sabrina

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    1. Schön, dass ich nicht alleine bin :)
      Band 3 kommt übrigens in zwei Bänden raus, da es sonst angeblich zu lang wäre :(
      LG Claudia

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