Montag, 4. März 2013

[Rezension] Winter, Hanna - Ein Fall für Lena Peters (02) Seelenriss


Eine Frau sitzt am Esszimmertisch, taucht ihr Gesicht in einen Behälter voll Säure und springt anschließend aus dem Fenster in den Tod. Für die Polizei steht schnell fest, dass es sich um einen Selbstmord handelt, aber Profilerin Lena Peters glaubt nicht an diese Theorie. Das Verhalten der Frau ist aus psychologischer Sicht nicht stimmig. Peters befürchtet, dass diese Frau in den Tod getrieben wurde und dass der Killer erneut zuschlagen wird



Ich verfolge Hanna Winters Veröffentlichungen bereits von Anfang an. Ihre Romane haben mir alle gefallen, auch wenn sie mich nie durch ein besonders hohes Spannungspotential überzeugen konnten. Trotzdem fand ich die Bücher stets gut. Daher hatte ich mich auf den neuesten Roman gefreut, da mit "Seelenriss" eine Fortsetzung um die Profilerin Lena Peters erschien, die bereits die Protagonistin im Roman Opfertod ist.

Der Roman beginnt sofort mit der oben beschriebenen Szene und bis zur Auflösung habe ich mich gefragt, was diese Frau wohl dazu getrieben hat ihr Gesicht in Säure zu tränken. Somit hatte Winter sofort meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Des Weiteren gefällt mir die Protagonistin Lena Peters. Zum Teil schlägt sie sich mit alltäglichen Problemen herum, zum Teil belastet ihre Vergangenheit sie. Peters arbeitet mit dem Ermittler Belling zusammen und dieses Zusammenspiel fand ich recht gelungen. Die Einblicke in deren Privatleben lockern die Ermittlungen etwas auf und verschaffen den Figuren eine gewisse Tiefe.

Der Roman besteht aus vielen, recht kurzen Kapiteln. Außerdem legt Winter wie bisher von ihr gewohnt einen flüssigen Schreibstil an den Tag, so dass man das Buch zügig lesen kann. Die Autorin ist meiner Meinung nach nicht dafür bekannt, dass sie nervenkitzelnde Thriller schreibt. Trotzdem lese ich ihre Romane immer gerne, da die Grundidee jedes Mal interessant ist und es sie langweilig wird. Vom einem Psychothriller wünsche ich mir eigentlich mehr Hochspannung, aber bei Hanna Winter weiß ich eben vorher, was sie bietet und genau diese Erwartungen hat sie erfüllt, auch wenn bei diesem Roman das Ende ein bisschen "abgegriffen" wirkt und das Motiv für meinen Geschmack etwas zu früh offenbart wurde.

Fazit:  Wer Hanna Winters bisherigen Romane mochte, wird auch von diesem Buch nicht enttäuscht werden. Falls jemand allerdings einen hochspannenden Psychothriller erwartet, so würde ich von dem Buch eher abraten. Für mich schreibt die Autorin interessante "Krimis" mit Serienkillern - und das funktioniert.

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (15. Februar 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548283675
  • ISBN-13: 978-3548283678
  • Verlag:


weitere Winter Romane in der Übersicht:

2010
2012
2011



Kommentare:

  1. Deine Rezension finde ich interessant. Ich hab das Buch auch gelesen, fand ebenso den Schreibstil fabelhaft, aber ich hatte das Gefühl, dass die Autorin zu wenig über Serienmörder bescheid weiß. Und dass ihre Hauptfigur eine Profilerin ist, die absolut oberflächliche Behauptungen anstatt tiefgründigeren Analysen über den Mörder anstellt, hat mir irgendwie die Lust am Buch genommen.
    Das Mordmotiv fand ich übrigens gerade mal stark genug für einen Mord im Affekt, nicht aber für mehrere Foltermorde.

    Den handlungsorientierten Stil finde ich wirklich gut, so dass ich auch noch den ersten Band lesen werde. Wenn die Autorin etwas tiefgründiger ihre Profilerin arbeiten lassen würde, dann würde diese Autorin wohl zu meinen Lieblingsautoren wandern. Aber so war es für mich nur ein durchschnittliches Lesevergnügen.

    Liebe Grüße und danke für die Rezension!

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    1. Danke für deine Rückmeldung. Ich finde es immer interessant den eigenen Eindruck mit den von anderen zu vergleichen :) Das Profilen hätte tatsächlich ausgeprägter sein können, dass stimmt.

      Ich bin gespannt, wie dir Opfertod gefallen wird.

      LG Claudia

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  2. Hallo Claudia,

    hab mir nur dein Fazit angesehen, da ich das Buch selbst noch lesen möchte und von "Opfertod" recht angetan war. Es gibt ja auch "leise" Thriller, in denen nicht literweise Blut fließt und haufenweise Leichen auftauchen - ich mag beides gern. ;-)

    LG
    Sabine

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    1. Hoffentlich gefällt es dir :)
      LG Claudia

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