Donnerstag, 4. April 2013

[Das Autoren 1x1] Angelika Lauriel

 proudly presents:



Angelika Lauriel




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Autorenwelt
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1. Seit wann schreibst du?
Bei mir kam das Schreiben unverhofft, indem ich immer wieder zwei Szenen träumte oder vor Augen hatte, die sich einfach nicht mehr abschütteln ließen. Damals wusste ich noch nicht, dass ich „einfach nur“ schreiben musste. Aber dann setzte ich mich an den PC, es war im Mai 2006, und schrieb die ersten Worte auf. Damit war die eine Szene endlich festgehalten, aber die zweite hatte mit dieser ersten auf den ersten Blick überhaupt nichts gemeinsam, also ließ ich es zu, dass meine Fantasie sich in Gang setzte. Daraus entstand ein Urban-Fantasy-Roman für Kinder, der heute noch seinen Dornröschenschlaf auf meiner Festplatte schläft, um einen zweiten und die Grundidee für den dritten Band erweitert, mehrfach überarbeitet und umgeschrieben.  

Der Grundstein für mein Schreiben war gelegt, ich konnte nicht mehr aufhören, war mir aber auch klar darüber, dass ich blutige Anfängerin war und unbedingt auch das Handwerk lernen wollte und musste. Das habe ich dann als Autodidaktin getan. Vier Jahre nach meinen allerersten Gehversuchen wurde mein erster Roman veröffentlicht, aber es war der siebte oder achte, den ich bis dahin geschrieben hatte, ein deutsch-französischer Kinderkrimi beim Langenscheidt-Verlag.

2. Warum ist „Autor“ für dich der beste Beruf der Welt?
Es ist nicht der beste Beruf der Welt, wenn man ans Geldverdienen denkt. Nur ein verschwindend geringer Teil der Autoren kann vom Schreiben leben. Aber wenn es um das innere Bedürfnis zu Schreiben geht, um die eigene seelische Gesundheit, dann ist Autor der einzige Beruf der Welt … :)

Außerdem ist es ein unglaublich faszinierender Beruf. Der Prozess, wie ein Roman entsteht, ist immer gleich und doch jedes Mal völlig unterschiedlich. Die Geschichten kommen auf unterschiedliche Weise zu mir, und jedes Mal darf ich neue Menschen in all ihren Eigenheiten kennenlernen und mich beim Schreiben sogar mit ihnen identifizieren. Wenn ich merke, dass meine Wortwahl und mein Ton sich völlig ändern,  je nachdem, in welcher Perspektive ich gerade stecke, dann fasziniert mich das. Ich leide mit meinen Protagonisten, ich freue mich mit ihnen. Es hat fast etwas von einer multiplen Persönlichkeit, und ist es nicht wunderbar, das im Schreiben auszuleben? 

Wenn die Geschichte oder die Personen darin ihren eigenen Weg einschlagen, wenn sich ein Faden plötzlich von ganz alleine harmonisch in das Ganze fügt, wenn ich bei einer schnellen Recherche auf genau die Info stoße, die ich gerade brauche – all das macht für mich das Schreiben zum coolsten Job der Welt.

3. Beschreibe dein Buch / eins deiner Bücher in weniger als zehn Worten und verrate, auf welchen Titel sich die Beschreibung bezieht.
Frau findet Tagebuch eines Mannes, und seine Worte fesseln sie.
„Frostgras“, Schwarzkopf&Schwarzkopf  2013, ISBN 978-3-86265-247-1


4. Wo schreibst du am Liebsten bzw. hast du besondere „Rituale“ beim Schreiben?
Am liebsten an meinem Schreibtisch in meinem Büro, dort sitze ich gut, mein Bildschirm ist groß, die Tastatur auf der richtigen Höhe, die Maus genau richtig für meine Hand. Rituale habe ich beim Entwickeln eines neuen Stoffs: 

Im Anfang war der Mensch ;). Damit will ich sagen, mein erster handwerklicher Schritt, sobald ich eine Idee für ein Buch habe, ist das Entwerfen (oder vielmehr das Finden) der Charaktere. Ich lasse sie vor meinen Augen und auf mehrehren Seiten dreidimensional entstehen, lerne ihr Äußeres, ihr Umfeld und ihre Psyche kennen. Oft lasse ich sie Tagebuch schreiben, dann kenne ich auch ihre Ausdrucksformen und finde meist meine Erzählstimme. 

Ansonsten mag ich eine Tasse Kaffee in meiner Reichweite und eine, zwei, drei brennende Kerzen.

5. Hast du einen Tipp für zukünftige Autoren?
DAS Motto schlechthin: Dranbleiben. Ebenso wichtig: Lernen, Kritik einzustecken, Gleichgesinnte suchen, um über Texte zu diskutieren. Workshops wahrnehmen, Schreiblehrbücher lesen. Und bei alledem trotzdem sich selbst treu bleiben. Und auf keinen Fall für eigene Veröffentlichungen bezahlen, sondern weitersuchen, sich selbst immer verbessern. Eben dranbleiben.




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Private Welt
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6. Was ist deine Lieblingsfarbe?
Gelborange

7. Was war als Kind dein Traumberuf?
Tierärztin

8. Was ist dein Lieblingsessen?
Spaghetti Bolognese – und ich bin so vermessen zu behaupten, dass ich selbst einer der besten Bolognese-Saucen mache, die man in Deutschland von einer Deutschen kriegen kann. Nach dem Originalrezept einer lieben italienischen Freundin.

9. Welches Genre liest du selbst am Liebsten?
Das ist ganz schwer zu beantworten und variiert je nach Stimmung. Der klassische Krimi ist es nicht. Fantasy ist es auch nicht (mehr). Historischer Roman ist es auch nicht. Obwohl ich aus all diesen Genres gelegentlich sehr gerne ein Werk lese. Aber ansonsten ist es wohl die zeitgenössische, realistische Literatur, mit Herzenswärme erzählt und gerne mit Humor, auch Bissigkeit. Dazu gehören Chicklitromane, aber nicht nur. Gut erzählte Liebesromane oder Familienepen, die über das romantische Geplänkel hinausgehen. Eben Geschichten, in denen einfach ein „Mehr“ steckt. Mehr Tiefe, mehr Humor, mehr Sprachfertigkeit. Oder ein bisschen von all dem.

10. Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?
Es wäre wunderbar, wenn einer meiner Romane oder auch mehrere verfilmt werden würden.  Und ich würde mir wirklich sehr, sehr wünschen, dass Andrea Sawatzki eine Hauptrolle spielen würde. Ich finde sie als Schauspielerin einfach großartig.


Diese Bücher von Angelika Lauriel könnten in eurem Bücherregal stehen:


Vielen Dank Angelika, dass du beim "Autoren 1x1" teilgenommen hast :)

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