Samstag, 27. April 2013

[Rezension] Gabathuler, Alice - Blackout

Blackout. Totale Finsternis im Kopf. Keine Erinnerung an die letzten drei Tage. Nick wird aufgesammelt und von der Polizei verhört. Er soll mit seiner Cousine nach Berlin gefahren sein und nun werde diese vermisst. Nick kann sich jedoch an absolut nichts erinnern. Aber er ist sich sicher, dass er Carla nie im Stich gelassen hätte - auch wenn seine Vergangenheit nicht gerade für ihn spricht. Doch wenn er sich an nichts erinnern kann, wie soll er die Polizei davon überzeugen, dass sie weiter nach Carla suchen, nach einem eventuellen Entführer oder Schlimmerem?


Nachdem ich letzten Jahr den aktuellsten Roman von Alice Gabathuler gelesen habe (Matchbox Boy), habe ich mich nun ihrem Debüt zugewandt. "Blackout" ist erstmals 2007 erschienen und wurde nun mit einem viel schöneren Cover als Klappenbroschur erneut auf den Markt gebracht. Hätte ich nicht gewusst, dass es das Erstlingswerk der Autorin ist, wäre ich nie darauf gekommen. Es lässt sich genauso flüssig und spannend lesen, wie ihr letzter Jugendthriller und mir sind keine typischen Debütroman-Fehler aufgefallen.

Stattdessen ist mir aber aufgefallen, dass Gabathuler ihre "bösen" Figuren zu lieben scheint. Ich hatte bei beiden Romanen das Gefühl, dass die Autorin ganz viel Herzblut in ihre problembehafteten Figuren steckt und es ihr Spaß macht in deren Rollen zu schlüpfen. In "Blackout" gibt es keinen Ich-Erzähler, sondern einen auktorialen Erzähler, der seinen Fokus die ganze Zeit auf Nick ruhen lässt. Nick, der in seiner Vergangenheit schon viel Mist gebaut hat. Nick, der zu seiner Tante und seinem Onkel gezogen ist, um seine letzte Chance zu nutzen. Und Nick, der überzeugt ist mit Carlas Verschwinden nichts zu tun zu haben - aber ohne Erinnerung schrumpft diese Überzeugung stündlich zusammen.





Fazit: Gabathuler hat alles richtig gemacht: Ein interessanter Protagonist, eine spannende, schlüssige Handlung, authentisches Verhalten ihrer Figuren und eine gelungene Auflösung am Ende des Romans, die man nicht schon in tausend anderen Büchern gelesen hat. Rundum ein gelungener Thriller, der sowohl für Mädchen, als auch Jungen geeignet ist - und auch Erwachsene begeistern wird.


  • Broschiert: 208 Seiten
  • Verlag: Thienemann Verlag; Auflage: 1. (22. April 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3522201841
  • ISBN-13: 978-3522201841
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
  • Homepage der Autorin
  • Verlag:

PS: Die Bücher der Autorin in der Übersicht:

für die Klappentexte klickt bitte auf die Cover, dann gelangt ihr zu Amazon
  1. Blackout
  2. Schlechte Karten
  3. Das Projekt
  4. Mordsangst
  5. 50 Riesen
  6. Starkstrom
  7. Freerunning
  8. dead.end.com
  9. Matchbox Boy


Kommentare:

  1. Leider noch etwas unbekannt in unseren Breiten, wie ich finde diese Autorin.

    Gute Bücher besonders auch für Jungs geeignet, weil die Helden mal männlich sind, was eher weniger vorkommt.

    Bei uns im Bücherregal stehen/sind gelesen worden Black out, dead.end.com und 50 Riesen.

    LG..Karin..


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    1. Das stimmt Karin. Ich bin über die Autorin auch nur im Rahmen der Frankfurter Buchmesse gestolpert. Vorher kannte ich sie leider auch nicht. Aber bisher 2 Bücher von ihr gelesen und beides waren 5 Sterne Bücher :)

      LG Claudia

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  2. Das hört sich richtig gut an, danke für den Tipp.
    Gruß Mara

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