Sonntag, 28. April 2013

[Rezension] Gurian, Beatrix - Der süße Kuss der Lüge

Verzweifelt versucht Lu sich zu konzentrieren. Ihre Angst zu verdrängen und sich an jedes Detail zu erinnern. Das könne helfen, behauptete die Polizei. Also schreibt Lu alles nieder. Vom ersten Aufeinandertreffen mit Diego, vom Beginn ihrer Liebesbeziehung, bis zum Verschwinden ihrer kleinen Nicht Ida auf dem Spielplatz. So langsam dämmert es Lu, dass ihre Liebe sie evtl. blind gemacht hat. Ob Diego tatsächlich etwas mit Idas Entführung zu tun hat? Lu hat nur 24 Stunden Zeit sich darüber im Klaren zu werden, was Wahrheit und was Lüge ist. Auch wenn die Erkenntnis schmerzhaft sein könnte.

Nach "Dann fressen sie die Raben" ist nun Gurians zweiter X-Thriller im Arena Verlag erschienen. Ihr erster Roman steht zwar noch ungelesen in meinem Regal, somit kann ich keine Vergleiche ziehen, aber ich bin sicher, das wird nicht mehr lange so bleiben, denn "Der süße Kuss der Lüge" ist ein toller Jugendthriller, der Lust auf mehr macht.

Hinter "Der süße Kuss der Lüge" verbirgt sich eine spannende Geschichte, die den perfekten Titel erhalten hat. Es geht um süße Küsse, Liebe, aber eben auch um viele Lügen. Teile der Story hatte ich während des Lesens erraten, aber die Handlung ist nicht eindimensional, so dass noch weitere Faktoren eine Rolle spielten und sich zu einem gelungenen Ganzen vereinten. 

Die Charaktere fand ich sehr überzeugend und vielfältig. Jeder in seiner Art besonders und individuell. Die Autorin lässt sie authentisch handeln und verstreut bewusst Sympathie- und Antisympathiepunkte. Des Weiteren bietet sie genügend Hintergrundwissen zu ihren Figuren an und durch Idas Mutter gibt es auch einen kleinen japanischen Einfluss, der ungewohnt, aber passend war. Ein Erlebnis im "japanischen Bereich" gab es allerdings, das für mich nicht vollständig geklärt wurde, aber dieses spielte keine übergeordnete Rolle. Daher konnte ich damit leben.

Toll fand ich außerdem die unterschiedlichen Perspektiven und Gurians Schreibstil. Sie springt zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart hin und her, ohne dass es dabei verwirrend wird, und sie lässt ihre Protagonistin manches aus der Vergangenheit rekonstruieren und vielen live erleben. Es gibt sowohl einen Ich-Erzähler (Lu), als auch einen auktorialen Erzähler und dieses breite Spektrum verlieh dem Roman noch mehr Leben und vor allem Spannung, welche nie abflachte. Dazu noch ein flüssiger Schreibstil und das Lesevergnügen war gesichert.



Fazit:  Ein überzeugender Jugendbuchthriller mit einer sympathischen Protagonistin, der mich durchgängig gefesselt und spannend unterhalten hat.

  • Broschiert: 359 Seiten
  • Verlag: Arena (Januar 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3401067125
  • ISBN-13: 978-3401067124
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Verlag:


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