Sonntag, 28. Juli 2013

[Rezension] Lankers, Katrin - Frozen Time

Als die 16-jährige Tessa Morton erwacht, findet sie sich in einem MediCenter wieder. Selbst als sich der Nebel in ihrem Kopf verzieht, kann sie sich an nichts Persönliches erinnern. Die Abläufe in der Gesellschaft sind ihr vertraut, aber wer sind ihre Freunde, wie alt ist sie und wer ist sie überhaupt? Mit Hilfe eines jungen Medi soll Tessa ihre Amnesie überwinden und nach einem harten Kampf sind sie plötzlich wieder da, die Hintergründe über ihre vermeintliche Krankheit und die Erinnerungen an das Projekt "Frozen Time".


Mit "Frozen Time" hatte ich zunächst kleine Anlaufschwierigkeiten. Ich bin kein großer Freund davon, wenn Bücher ständig mit ähnlichen Büchern verglichen werden (z.B. muss scheinbar jeder Vampirroman mit Twilight gemessen werden), aber das gewählte Setting hat mich doch sehr an die Starters-Dilogie von Lissa Price erinnert. In "Frozen Time" gab es 2035 in Europa eine verheerende Pockenepidemie, bei der fast alle Menschen zwischen sechzehn und sechzig Jahren verstarben. Somit gab es nur noch Juniors und Seniors, welche mittlerweile problemlos 120 oder 130 Jahre alt werden können. Es war natürlich Pech, dass ich die Price Bücher erst vor wenigen Monaten gelesen hatte, so dass mir diese ersten Ansätze einfach extrem bekannt vorkamen. Nach einem ersten, kleinen Schock habe ich dann zum Glück festgestellt, dass sich diese Ähnlichkeiten nur auf das äußerste Grundgerüst beziehen. In Lankers' dystopischen Welt wurden nach der Epidemie zehn autarke Metropolen gegründet, in denen fortan alle Bürger der Vereinigten Europäischen Nationen lebten. Das System der "Familie" wurde abgeschafft. Stattdessen kümmert sich die Regierung um die Erziehung und Entwicklung der Kinder und das System will selbstverständlich nur das Beste für seine Bürger, daher herrscht die totale Kontrolle über Vitalfunktionen Nahrungsaufnahme, Aufenthaltsorte usw. Für ganz besondere Bürger hat die Regierung noch eine spezielle Auszeichnung zu bieten: Das Projekt "Frozen Time", um das Leben dieser Ehrenbürger weiter zu verlängern.

Lankers' erdachte Welt im Jahre 2100 wird sehr gut beschrieben. Die Technologie ist weit vorangeschritten, wirkt aber nicht zu abstrakt, so dass man sich gut hineinversetzen und sich die Umgebung bildlich vorstellen kann. Manchmal erschien mir das ganze etwas zu kühl und die Story konnte mich nicht ganz fesseln, obwohl ich Tessa, die Protagonistin und Ich-Erzählerin, sympathisch fand. Das letzte Drittel des Romans hat dann jedoch ordentlich angezogen. Unvorhersehbare Geschehnisse und Abgründe taten sich auf, mit denen ich wirklich nicht gerechnet hatte und die unglaublich gut durchdacht waren, und plötzlich war ich in der Geschichte drin und sie ließ mich nicht mehr los. Das Ende des Romans und auch das Nachwort der Autorin legen den Schwerpunkt auf ein sehr wichtiges Thema, worüber ich jedoch nicht mehr sagen mag, um Spoiler zu vermeiden.

Fazit: Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten habe ich mich im Roman verloren und ging total in der Idee der Autorin auf. Eine dystopische Science-Fiction-Geschichte, die durchaus reale Ansätze hat und ein wichtiges Thema in den Fokus stellt.

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: bloomoon; Auflage: 1 (3. Juli 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3760789617
  • ISBN-13: 978-3760789613
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
  • Verlag:


PS: Mehr Infos zur Autorin gibt es im Autoren 1x1 mit Katrin Lankers


PSS: Weitere Bücher der Autorin:


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