Mittwoch, 21. August 2013

[Die Story hinter dem Buch] Kornbichler, Sabine - Kristina Mahlo (01) Das Verstummen der Krähe


heute:




Kornbichler, Sabine - Kristina Mahlo (01) Das Verstummen der Krähe
 


Nachdem ich mich bei all meinen bisherigen Büchern am Ende von meinen Protagonistinnen habe verabschieden müssen, und ich das immer mit mehr als einem weinenden Auge getan habe, habe ich mir gewünscht, einmal eine Figur über mehrere Bücher hinweg zu begleiten. 

Kristina Mahlo, so habe ich meine Figur getauft, sollte in eine Familie eingebunden sein, sie sollte einen Freund haben, natürlich auch ein paar unverwechselbare Eigenheiten besitzen und zur richtig guten Freundin taugen. So schälte sich ganz allmählich das Bild einer Zweiunddreißigjährigen heraus, die in Münchens Stadtteil Obermenzing auf einem ehemaligen Bauernhof lebt. Sie teilt sich gemeinsam mit ihren Eltern das Haupthaus. Im Nebengebäude wohnt ihr Freund Simon, der dort einen Weinhandel betreibt. Die alte Scheune beherbergt den Trödelladen von Kristinas Freundin Henrike. Im Dachgeschoss des Haupthauses hat übrigens einmal Kristinas Bruder gewohnt, bis er spurlos verschwand. Aber da wären wir dann schon mitten im Geschehen. Deshalb erst noch einmal zurück. 

Mein Arbeitsplatz - Wann immer es geht, arbeite ich draußen.

Ich musste für Kristina natürlich einen Beruf finden. Und da mein Roman ein Krimi werden und Kristina kräftig ermitteln sollte, ging es darum, die ideale Tätigkeit für sie zu finden. Ich wollte, dass Kristina mit gesundem Menschenverstand und detektivischem Gespür ermittelt, dass sie aber anders an ein Verbrechen herangeht als zum Beispiel eine Polizistin oder eine Rechtsmedizinerin. Also ohne DNA, Fingerabdrücke oder Skalpell. Ich hatte mir überlegt, dass es um bisher ungeklärte oder noch gar nicht entdeckte Fälle gehen sollte. Aber wie sollte Kristina Türen öffnen, hinter denen sich die Verbrechen überhaupt abgespielt haben könnten? 

Wie es der Zufall (oder die Vorsehung ;-) so wollte, traf ich eine Nachlassverwalterin und habe ihr Löcher in den Bauch gefragt, um etwas mehr über ihre Arbeit zu erfahren. Zum Glück war sie geduldig und hat mir all diese Fragen beantwortet. Im Laufe von mehreren Gesprächen hat meine Phantasie Purzelbäume geschlagen und eine Krimiidee nach der anderen entwickelt. Damit stand Kristinas Beruf fest. Im Geiste habe ich dann schon einmal gemeinsam mit ihr die Häuser und Wohnungen von Verstorbenen durchstreift und habe mir das angesehen, was sie zurückgelassen haben: Notizbücher, Briefe, Fotos, Erinnerungsstücke, Schreibtische mit Geheimfächern, schon vor langer Zeit verschlossene Räume, Dachböden mit … nein, das verrate ich jetzt nicht! Ich habe mir vorgestellt, wie Kristina mit Nachbarn und Weggefährten der Toten spricht, wie sie deren Erben sucht und wie sie versucht, den Charakter der Verstorbenen zu ergründen, allein dadurch, dass sie unvoreingenommen auf sich wirken lässt, wie die Menschen gelebt und gewohnt haben. 

Den Beruf der Nachlassverwalterin fand ich auch deshalb ideal, weil er nicht auf einen Ort begrenzt ist. Kristina Mahlo lebt in München und kümmert sich um Nachlässe in um diese Stadt herum. Aber ein Nachlass kann natürlich auch ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung umfassen und damit einen Ortswechsel möglich machen. 

So hatte ich dann Kristina Mahlo einen Lebensmittelpunkt und einen Beruf verschafft. Jetzt ging es darum, ihren ersten Fall auszuarbeiten. Der handelt von einem ungewöhnlichen Testament, das Kristina vollstrecken soll. Das umfangreiche Erbe, das die verstorbene Theresa Lenhardt hinterlässt, dient nämlich als Kopfgeld, um einen lange zurückliegenden Mordfall aufzuklären. Für diesen Mord sei damals angeblich ein Unschuldiger verurteilt worden. Falls das stimmt, könnte es Kristina bei der Testamentsvollstreckung mit einem Mörder zu tun bekommen, der bisher noch nicht zur Rechenschaft gezogen wurde. Und wer weiß, wie er reagieren würde, wenn sich die Schlinge um seinen Hals allmählich zuzieht.  

Kristina ist zwar mutig, aber natürlich nicht lebensmüde. Insofern würde sie diese Testamentsvollstreckung am liebsten ablehnen. Wäre da nicht ihr jüngerer Bruder Ben, der vor sechs Jahren spurlos verschwand und der angeblich etwas mit diesem Mordfall zu tun hatte. Für Kristina stellt sich natürlich die Frage, ob das nur ein Köder ist, den die Verstorbene für sie ausgelegt hat, oder ob Ben tatsächlich in diesen Fall verwickelt war. Das herauszufinden, ist natürlich nicht ganz einfach. Deshalb ist es ein Glück, dass Kristina bei ihren Ermittlungen nicht allein ist, sondern dass sie tatkräftige Hilfe von ihrer Freundin Henrike bekommt, außerdem von ihrer Mitarbeiterin Funda und von Arne, einem alten Freund, der um die Polizei gerne einen großen Bogen macht. 

Hier liegen die beiden nebeneinander - mein neuer Krimi und sein Nachfolger
(zu zwei Dritteln) im Manuskript auf dem Stick.
 
Die Recherchen zu diesem Buch habe ich einerseits bei der Nachlassverwalterin gemacht und andererseits bei einer Psychologin, um zu erfahren, was aus einer Familie wird, wenn eines ihrer Mitglieder verschwindet. Was es also für Kristinas Eltern bedeutet, dass ihr Sohn spurlos verschwunden ist, und wie Kristina versucht, damit fertig zu werden. Welche Eigenheiten sie daraus entwickeln. Kristina erträgt es zum Beispiel nicht mehr, wenn jemand zu spät kommt. Dann gehen all ihre Alarmglocken an. Die Eltern haben sich in ihrer Sorge um Ben entzweit und schaffen es nicht mehr, miteinander zu reden. Ganz davon abgesehen, dass sie ihre Berufe aufgeben und ganz neu anfangen mussten. Genau wie Kristina, die ihr Jurastudium abgebrochen hat, um Ben zu suchen.

Zu der Story hinter dem Buch gehört natürlich auch die Reaktion von Piper, meinem Verlag. Das ist immer der Moment, in dem ich die Luft anhalte, weil ich so gespannt bin. Schließlich hängt ja ganz viel davon ab, ob es mir gelingt, meinen Verlag von meiner Geschichte zu überzeugen. Die Tatsache, dass mein erster Kristina Mahlo Krimi am 13. August erschienen ist, spricht für sich selbst. Meine Lektorin war begeistert und hat auch gleich den passenden Titel gefunden: „Das Verstummen der Krähe“. Die Krähe gibt es im Buch übrigens tatsächlich, sie heißt Alfred, ist zahm und holt sich jeden Morgen bei Kristina eine Nuss ab. Bis sie eines Tages nicht mehr in Kristinas Vorgarten landet und verstummt. Was mit ihr geschehen ist, kann ich natürlich noch nicht verraten ;-) 

Aber eines kann ich verraten: Das Manuskript zu „Das Verstummen der Krähe“ habe ich mit zwei lachenden Augen beendet, da ich wusste, ich würde Kristina weiter begleiten können. Inzwischen sitze ich an ihrem neuen Fall, der ähnlich verzwickt ist, aber natürlich völlig anders liegt. Ihr könnt also schon mal gespannt sein :-)

geschrieben von Sabine Kornbichlicher

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (13. August 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492302033
  • ISBN-13: 978-3492302036




Ich weiß nicht, wie es euch geht. Das Buch war ja eh schon auf meiner Wunschliste, aber spätestens nach dieser Story hätte ich es lesen wollen. Seid ihr auch neugierig geworden?


Kommentare:

  1. Eine gute Krimiautorin! Steine und Rosen habe ich mir mal von einer Freundin ausgeliehen.

    LG..Karin..

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  2. Wäre das Buch nicht schon längst auf meiner Wunschliste wäre es definitiv jetzt drauf!! ;) Danke für die tolle Story!
    Martina

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  3. Das Buch liegt schon bei mir zuhause und ich freue mich schon total es zu lesen.

    Die Geschichte hinter dem Buch macht richtig Lust sofort anzufangen es zu lesen. Es ist spannend zu erfahren wie alles angefangen hat, wie die REcherche war und wie es zu Kristina kam.
    Danke dir dafür, wieder eine tolle Aktion die ich öfter verfolgen werde.

    Liebe Grüße
    Vanessa

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  4. Obwohl ich das Buch schon kenne war es sehr interessant, das zu erfahren, danke!

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