Montag, 30. September 2013

[Rezension] Müller, Titus - Der Schneekristallforscher

Titus Müller hat eine auf wahren Begebenheiten basierende Erzählung niedergeschrieben. Sein Protagonist ist Wilson Bentley, der im Jahre 1887 in Jericho, Vermont, bei den Green Mountains lebt und sich selbst als Schatzsucher und Entdecker bezeichnet. Er hat ein besonderes Hobby, denn er sammelt Schneeflocken. Genauer gesagt extrahiert er einzelne Schneekristalle und fotografiert sie. Viele Menschen im Dorf halten ihnen daher für einen Spinner. Doch Mina, die gerade erst in Jericho angekommen ist, gelingt es, sich auf seine Faszination einzulassen und auch sie erkennt die Schönheit dieser kleinen Wunder.

Die ersten Worte über dieses Buch möchte ich der Ausstattung widmen, denn das Buch sieht wunderschön aus. Die gebundene Ausgabe ist mit Samt überzogen und während zahlreiche Schneekristalle sich dezent im Dunkelblau des Samtes zu verlieren scheinen, wurden Autor, Titel, Kurzbeschreibung und ein großer Kristall in silberner Farbe auf den Samt geprägt. Des Weiteren beginnt jedes Kapitel mit einer Abbildung eines Schneekristalls. Optisch ist das Buch somit bereits ein kleiner Schatz und der Inhalt des Romans wird diesem Anspruch ebenfalls gerecht.

Titus Müller hat für diesen Roman viel recherchiert und ihn auf wahren Begebenheiten aufgebaut. Trotzdem erscheint die Geschichte zum Teil wie ein Märchen. Die Grundidee des Schneekristallforschers erscheint fast zu berührend, um wahr zu sein. Dem Autor ist es sehr gut gelungen, mich in die Welt Ende des 19. Jahrhunderts mitzunehmen. Sein Schreibstil hat mir sehr gefallen, der Roman lässt sich flüssig lesen und entfaltete eine schöne Aura. Müller ist es gelungen eine zarte Liebesgeschichte wiederaufleben zu lassen, deren Besonderheit die Schneekristalle darstellen. Ihm gelingt es dabei hervorragend die Zartheit und die Schönheit der einzelnen Kristalle herauszuarbeiten und diese in Szene zu setzen. Es ist daher denkbar einfach für den Leser sich in dieses winterliche Geschehen fallen zu lassen und sich der Faszination der Schneekristalle hinzugeben.


Trailer 1


Trailer 2


Fazit:  Am liebsten würde ich nun nach draußen gehen, auf den ersten Schnee warten und mir die Kristalle unter einem Mikroskop anschauen. Die Faszination hat mich gepackt und diese Mischung aus unschuldiger Liebesgeschichte und der Schneekristallforschung eines angeblichen Spinners haben mich für kurze Zeit in eine andere Welt befördert und mir eine schöne Lesezeit bereitet. Ein Buch fürs Herz und ein Buch für Naturliebhaber. Einfach schön.


  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Adeo; Auflage: 1., Aufl. (30. September 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942208075
  • ISBN-13: 978-3942208079




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