Sonntag, 6. Oktober 2013

[Die Story hinter dem Buch] Schier, Petra - Vier Pfoten und das Weihnachtsglück


heute:


Schier, Petra - Vier Pfoten und das Weihnachtsglück

 




„Hätten Sie Lust, einen Weihnachtsroman für Rütten & Loening zu schreiben, in dem ein Hund eine große Rolle oder sogar die Hauptrolle spielt?“

Diese Frage stellte mit 2006 mein damaliger Agent und setzte hinzu: „Ich weiß ja, dass Sie Hunde lieben und selbst immer Hundebesitzerin waren. Das würde doch passen. Meinen Sie nicht auch?“

Ja, meinte ich auch. Bei Rütten & Loening waren zuvor schon einige sehr erfolgreiche Katzen-Weihnachtsromane von Andrea Schacht erschienen, und der Verlag war der Ansicht, dass Ähnliches sicher auch mit Hunden möglich sei. Mir gefiel die Idee sehr gut, deshalb sagte ich spontan zu.

Mein Agent hatte dann allerdings noch eine bzw. zwei Bitten, wohl, weil er nicht unmaßgeblich daran beteiligt gewesen war, dass der Verlag auf diese glorreiche Idee kam: „Vor einiger Zeit war ich in Neuseeland“, erzählte er mir. „Dort hatten wir Gastgeber, deren Hund uns auf unseren Ausflügen immer begleitet hat. Das Lustige daran war, dass dieser Hund den Namen Otter trug, weil er ständig in jedes verfügbare Wasser sprang, ob nun Bach, Tümpel, Pfütze oder See. Kein Gewässer war vor ihm sicher. Könnten Sie es einrichten, dass Ihr Weihnachtshund 1. Otter heißt und 2. wild auf Wasser ist? Alles Übrige überlasse ich natürlich Ihnen.“

Eine Herausforderung! Ich war zwar nicht wenig überrascht, hatte aber recht schnell eine Idee, wie ich diese beiden Punkte in eine Geschichte einflechten konnte. Das Ergebnis war „Ein Weihnachtshund auf Probe“, erschienen 2007 bei Rütten & Loening. Leider ist die Original-Printausgabe mittlerweile vergriffen, das eBook ist aber noch überall erhältlich.


Außerdem findet man diese erste Weihnachtsgeschichte aus meiner Feder noch in dem Doppelband „Hundeweihnacht“, das 2009 im Aufbau Taschenbuch Verlag erschienen ist.


Mit diesem ersten Weihnachtsroman, der sich übrigens „wie warme Semmeln“ verkaufte, war der Grundstein gelegt. Schon kurz nach der Weihnachtssaison 2007 fragte man mich, ob es im Jahr 2008 wieder ein Weihnachtsbuch geben würde. Ich hatte natürlich längst Blut geleckt und sagte wiederum zu.

Seither habe ich jedes Jahr ein romantischer Weihnachtsroman mit Hund in diesem Verlag publiziert. Dabei habe ich mir den Spaß erlaubt, alle Geschichten in derselben (namentlich übrigens nie genannten) Kleinstadt anzusiedeln. Die Protagonisten kennen einander, sind miteinander befreundet oder sogar verwandt. Trotzdem kann man jedes Buch ganz problemlos für sich alleine lesen, ohne etwas zu verpassen oder nicht zu verstehen.

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2013, und natürlich kommt auch dieses Jahr wieder ein Weihnachtsroman von mir in den Handel: Vier Pfoten und das Weihnachtsglück
Wer jetzt mitgezählt hat, wird feststellen, dass es der siebte ist.

Fröhliche Hundeweihnacht


"Sophie Lamberti ist glücklich. Endlich ein Großauftrag für ihr Fotostudio. Sie soll für eine Artikelserie zum Weihnachtsfest Fotos beisteuern. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kann Sophie sich auch für Carsten, den Journalisten, erwärmen, der die Serie schreiben soll. Sie ist sogar drauf und dran, sich in ihn zu verlieben. Bis er mit einem verwöhnten Cocker auftaucht. Die Hundedame Lulu hat ganz eigene Ansichten darüber, wem sie ihre Zuneigung schenkt. Und dann stellt sich kurz vor Weihnachten zu allem Überfluss heraus, dass Carsten gar nicht der ist, der zu sein vorgab. Sophie fühlt sich hintergangen und zieht sich zurück. Doch das will Lulu gar nicht akzeptieren – und beschließt zu handeln.
Eine magische Weihnachtsgeschichte – nicht nur für Hundeliebhaber."

(Buchklappentext, Quelle: www.aufbau-verlag.de)

Bevor ich mit der Arbeit an diesem Buch begann, hatte ich gerade den fünften Band meiner historischen Adelina-Reihe (Verschwörung im Zeughaus) beendet, in dem, wie einige Leser sicher schon wissen, sich einige der Figuren ganz schön in die Haare kriegen. Diese Fetzereien haben mir solchen Spaß gemacht, dass ich irgendwie noch mehr davon haben wollte. Deshalb fanden sich im neuen Weihnachtsbuch prompt zwei Hauptfiguren ein, die sich überhaupt nicht grün sind. Zumindest anfangs nicht. Nein, eigentlich liegen sie sich dauernd in den Haaren. Wem also die Wortgefechte in „Verschwörung im Zeughaus“ schon gefallen haben, der dürfte in „Vier Pfoten und das Weihnachtsglück“ erst recht auf seine Kosten kommen. Ich musste selbst beim Schreiben mehrmals laut lachen, denn meine beiden Protagonisten sind wahrlich nicht auf den Mund gefallen. Und dann mischt sich auch immer noch diese neunmalkluge Hündin „gedanklich“ mit ein!

Apropos neunmalklug. Ich hatte den Plot ursprünglich so geplant, dass der diesjährige Weihnachtshund ein Pudel sein sollte. Ein Königspudel. Das kam mir so wunderbar passend vor. Aber zum ersten Mal wehrte sich der Verlag vehement. Ein Pudel? Das gehe ja überhaupt nicht. Pudel seien für eine romantische Weihnachtsgeschichte viel zu exaltiert.

Zu was?

Kurze Erklärung:

exaltiert => Adjektiv - 1. [künstlich] aufgeregt, künstlich übersteigert; hysterisch; 2. überspannt (Quelle: www.duden.de)

„Aber“, so argumentierte ich, „genau das soll meine Hündin doch sein.“ Und ihr Name stand auch schon fest: Lulu

Nein, der Verlag stellte sich quer. Also beriet ich mich mit meinem Agenten, der – haltet euch fest! – doch glatt meinte, ich solle doch besser einen richtigen Familienhund nehmen. Einen Neufundländer zum Beispiel.

Wie bitte???

Stellt euch bitte mein Gesicht vor, als ich diesen Vorschlag vernahm. Eine Geschichte mit einem Königspudel in die mit einem Neufundländer verwandeln? Das ging gar nicht. Ganz zu schweigen davon, dass mir sofort die Haare zu Berge standen, als ich an das Buchcover dachte.

Versteht mich nicht falsch, ich habe überhaupt nichts gegen Neufundländer. Im Gegenteil, ich finde die Rasse sogar richtig toll. Aber nicht für den Roman, der mir verschwebte.

Also ab an den Bücherschrank und mein Buch mit Hunderassen dieser Welt hervorgeholt. Seite für Seite blätterte ich darin, bis mir ein Bild ins Auge sprang. Jawohl, das war die Lösung! Und sogar eine, mit der sich der Verlag schließlich ebenfalls anfreunden konnte. Aus meinem Königspudel wurde … Tadaa: ein Cockerspaniel.

Kleiner Seitenhieb an den Verlag:
Das habt ihr nun davon. Denn so einen EXALTIERTEN Cockerspaniel hat die Welt noch nicht gesehen. Ich würde sagen: 1:0 für die Autorin ;-)

Nachdem mich in früheren Jahren immer wieder Leser darauf aufmerksam gemacht hatten, dass die Hunderasse auf dem Cover meiner Weihnachtsbücher selten der entsprach, die im Buch vorkommt, hatte ich diesmal gleich noch eine Bedingung gestellt: Ich würde nicht eine Seite schreiben, bevor ich nicht sicher war, dass der Verlag diesmal auch wirklich einen Cockerspaniel für das Buchcover auswählen würde.

Was soll ich sagen? 2:0 für die Autorin


Allerdings möchte ich hinzufügen, dass ich auch in den Vorjahren immer für die richtige Abbildung gekämpft hatte, diesen Kampf jedoch leider zu oft verlor. Wir Autoren können den Verlag meistens überhaupt nicht bei der Covergestaltung beeinflussen. Das ist traurig aber gängige Verlagspolitik. Leider wissen das die meisten Leser nicht, und so müssen wir Autoren dann oft Kritik und Schelte einstecken für etwas, das wir mit großer Wahrscheinlichkeit ganz anders gemacht hätten, wenn man uns gelassen hätte.

Wie und wo schreibe ich meine Bücher überhaupt?

Ein Blick in mein Arbeitszimmer zeigt zweierlei.


Erstens mache ich immer gerne erst mal „reinen Tisch“, bevor ich mit einem neuen Buch beginne. Toll, nicht wahr? Ich wünschte, mein Schreibtisch würde ständig so toll aufgeräumt aussehen. Aber im Laufe der Arbeit an einem Buch sammelt sich unendlich viel (Recherche-) Material an, ganz zu schweigen von Korrespondenz und anderem Papierkram, der sich tagtäglich vermehrt.
Irgendwann sieht es dann eher so aus:


Und wenn es ganz schlimm kommt … Nein, das fotografiere ich gar nicht erst! ;-)

Zweitens schreibe ich meine Weihnachtsbücher gewöhnlich zwischen Ostern und Pfingsten (siehe Kalenderblatt auf dem ersten Foto). Ja, stimmt, das ist jetzt nicht die ideale Zeit, um sich weihnachtlich einzustimmen, aber anders geht es meistens nicht, weil ich ja immer auch noch andere Bücher in Planung habe.

Wie bringt man sich nun trotz aufblühenden Frühlings in (Vor-)Weihnachtsstimmung?

Wenn das Wetter allzu frühlingshaft ist, bleibt mir oft nur, die Rollos vor dem Fenster zu schließen und eine Kerze anzuzünden.


Gute Dienste leistet zudem auch die umfangreiche Sammlung von Weihnachtsmusik, die ich auf meinem PC gespeichert habe. Wer mich in dieser Zeit anruft, kann also durchaus erleben, dass im Hintergrund „Jingle Bells“, White Christmas“ oder ähnliche Musik dudelt, falls ich vergessen haben sollte, die Lautstärke herunterzudrehen.

Bisher ist es mir immer recht gut gelungen, für die Stunden, die ich täglich an einem Weihnachtsroman schrieb, in die kalte Jahreszeit einzutauchen und auch die passende feierliche Stimmung samt Glühwein, Lametta, Plätzchen und Weihnachtsmarkt einzufangen. Da ist es wohl von Vorteil, dass man als Autor ja sowieso meist über eine überbordende Fantasie verfügt.

Meine Weihnachtsromane gliedern sich übrigens (fast) alle in genau 24 Kapitel (oft noch mit einem „Nachspiel“ als 25. Kapitel), sodass man sie theoretisch auch als Adventskalender lesen könnte. Meines Wissens ist es allerdings noch kaum jemandem gelungen, sich so lange zu beherrschen. Denn natürlich können auch romantische Weihnachtsgeschichten durchaus spannend sein. :) Sie eignen sich darüber hinaus auch für Menschen, die jetzt nicht ausgesprochene Hundeliebhaber sind, denn das Zwischenmenschliche und die Liebe kommen auf keinen Fall zu kurz.

Wundert euch aber nicht, wenn euch zwischen den Buchseiten Santa Claus – auch als Weihnachtsmann bekannt – samt Rentieren und Elfen höchstpersönlich begegnen. Sie haben nämlich ebenfalls nicht geringen Anteil an den Ereignissen.

Wenn ihr offen für Romantik und Märchenhaftes seid, solltet ihr also unbedingt einen Blick in „Vier Pfoten und das Weihnachtsglück“ riskieren (oder natürlich auch in alle meine anderen Weihnachtsromane). Und vergesst nicht – bald ist schon wieder Weihnachten, und als Geschenk eignen sich die Bücher ganz wunderbar.

Wie schon eingangs erwähnt, bin ich natürlich auch selbst Hundebesitzerin. Unser Schäferhund Zeus ist inzwischen 5 ½ Jahre alt und fit wie ein Turnschuh. Er kann einen ganz schön auf Trab halten. Und noch etwas – er ist ganz wild auf Wasser!
Pfützen, Teiche, Bäche oder andere Wasserlöcher; nichts ist vor ihm sicher. Aber fast noch toller als Wasser findet er Schnee.


Wer mehr über mich und meine Romane (weihnachtliche und andere) erfahren möchte, dem lege ich einen Besuch auf meiner Homepage nahe: www.petra-schier.de

Auch in den sozialen Netzwerken tummele ich mich mit Vorliebe und freue mich über Kontakt zu euch:

Facebook Petra Schier: http://www.facebook.com/PetraSchier

© Uschi Blech

geschrieben von Petra Schier





  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
  • Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 1 (4. Oktober 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 335200871X
  • ISBN-13: 978-3352008719




Ich bin kein besonderer Hundefreund, aber trotzdem habe ich schon einige dieser Weihnachtsromane gelesen und für gut befunden. Außerdem hat mir diese Story Lust auf den Roman mit weihnachtlicher Atmosphäre gemacht, auch wenn es erst Anfang Oktober ist. Wie ist das bei euch? Kennt ihr schon Romane mit Petra Schiers Hundeweihnachten und verkraftet eure Wunschliste bereits Weihnachtstitel?






Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag Claudia,

    für mich persönlich schreibt sie tolle historische Romane oder auch Krims.
    Ich habe es persönlich auch nicht so mit Hunden..

    LG..Karin..

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  2. Toller Beitrag!
    Ich hab mir letztes Jahr "Der himmlische Weihnachtshund" geholt und fand es sehr süß. Wenn der SuB und die Finanzen es zulassen, werd ich mir dieses Jahr auch ein weiteres holen. Es stimmt einfach so schön in die Weihnachtszeit ein. Und ich hab es übrigens auch nicht ausgehalten, jeden Tag nur ein Kapitel zu lesen;)

    Liebe Grüße,
    Eli

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