Donnerstag, 28. November 2013

[Bibliophile Weihnachten bei Claudia und Sandra] 7 Autoren über Weihnachtsbücher


Im Rahmen unserer Bibliophilen Weihnachtsaktion erzählen euch heute sieben Autoren und Autorinnen ihre Meinung zu Weihnachtsbüchern.

Viel Spaß!



Sabine Kornbichler
 

Wenn ich über Weihnachtsgeschichten nachdenke, dann über diese: Weihnachten sei ein Schwindel, meint der alte Scrooge in Charles Dickens‘ Weihnachtsgeschichte. Es gebe weder das Recht noch einen Grund zur Fröhlichkeit. Dieser habgierige, kaltherzige und überaus garstige Mensch, der sich und anderen das Leben zur Hölle macht, scheint unbeirrbar zu sein. Bis ihn in der Nacht vor Heiligabend drei Geister mit seiner Vergangenheit, seiner Gegenwart und seiner Zukunft konfrontieren. In diesen Stunden macht er eine elementare Wandlung durch, die ihm die Sinne für das öffnet, was Weihnachten sein kann: eine Zeit der Heiterkeit, die für Momente alles Schwere vergessen lässt, in der die Familien zusammenkommen und sich um ein leuchtendes Feuer versammeln, in der das Bewusstsein dafür geschürt wird, wie wichtig der Zusammenhalt mit seinen Mitmenschen ist. 

Mehr will ich über diese wunderbar geschriebene, mitreißende Geschichte gar nicht verraten. Sie ist 1843 erschienen und hat ihre Botschaft, nicht nur an sich selbst, sondern auch an den anderen zu denken, über Generationen hinweg bis in unsere heutige Zeit gerettet. Für mich ist sie eine der lesenswertesten Weihnachtsgeschichten.



Lilli Beck
 

Das größte Fest des Jahres wird hierzulande meist in trauter Familienrunde gefeiert. 
Und alle Jahre wieder haben rührselige Filme und Bücher Hochkonjunktur, die an den Ursprung des Festes erinnern sollen. Dabei ist der längst im Konsumrausch untergegangen. Ich persönlich bevorzuge die „etwas anderen“ lustigen Weihnachtsfilme und -bücher, die das Fest nicht so ernst nehmen. Leider sind davon sehr wenige auf dem Markt. Grund genug, selbst einen zu schreiben.

Und den möchte ich gerne empfehlen: „Die hässlichste Tanne der Welt“. Erschienen im Rowohlt-Verlag unter dem Pseudonym: Annette Bluhm.



Andreas Winkelmann
 

Ich gebe es zu, ich bin ein Weihnachtsfreak. Ich mag überbordende Beleuchtung, Kitsch, Weihnachtsmärkte und Stollen schon im Oktober. Und deshalb mag ich auch Weihnachtsbücher. Vor allem mag ich Geschichten voller überspitzter Darstellungen menschlicher Katastrophen in der Vorweihnachtszeit und zu den Feiertagen.
Es gibt nichts Schöneres für mich, als gestresste Menschen durch die nassen, überfüllten Fußgängerzonen hetzen zu sehen, zu hören, wie sie Verkäuferinnen anpöbeln, die am Rande der Erschöpfung funktionieren, zu beobachten, wie Glühwein mit Schuss die Weihnachtsmärkte mit betäubten Kreaturen füllt, die mich an die Walking Dead-Serie erinnern. Herden von Weihnachtsmännern dabei zuzuschauen, wie sie den lieben Kleinen den Glauben nehmen, indem sie zwischen einem „Ho Ho Ho“ und dem Griff in den Sack schnell noch die Mails auf dem Smartphone checken.
 
Und weil ich das alles so liebe, liebe ich auch das Buch „Frohes Fest“, von John Grisham( ja, Ihr lest richtig, der kann auch was anderes als Justizthriller ), und woran Luther, der Protagonist der Geschichte scheitert, das versuche ich jedes Jahr aufs Neue. Auch dieses. Und ich bin zuversichtlich, dass es klappt. Schließlich sind aller guten Dinge 44, nicht wahr!

In diesem Sinne
Frohe Weihnacht!



Sina Beerwald

 

Weihnachten ... kommt immer so plötzlich. Und ich gebe zu, ich hab's nicht so mit Weihnachten. Jedenfalls nicht als weihevolle Nacht des Konsums. Für mich ist Weihnachten eine Zeit der Stille, des Rückzugs und der Besinnung - auf das was war und was kommen möge. Es ist auch die Zeit der Familie und der Abende bei Kerzenschein. 

Und da ich neben Thrillern und Krimis auch historische Romane schreibe, krame ich gerne in Erinnerungs- kisten. Einen Schatz voller Erinnerungen enthalten die Bücher dieser Reihe, die ich euch als Weihnachtslek- türe gerne ans Herz legen möchte. 

Ich wünsche euch allen eine schöne Adventszeit!



Urusla Poznanski

 

Weihnachtsbücher finde ich besonders toll, wenn sie gegen den Strich gebürstet sind. Soll heißen: Sie baden nicht in Klischees von Kerzenschimmer und Tannenduft, sondern werfen ein ganz anderes Licht auf die Zeit rund um den 24. Dezember. 

Dabei mag ich Kerzenschimmer und Tannenduft, nur damit wir uns nicht falsch verstehen. Aber in Weihnachtsbüchern wäre das einfach zu naheliegend. Da finde ich eine in Mordabsicht geschwungene Geflügelschere schon viel spannender. Oder ein UFO, das die überladene Beleuchtung eines amerikanischen Einfamilienhauses für Landesignale hält. Oder ein Päckchen, das unter dem Weihnachtsbaum explodiert. 
Hm. Vielleicht sollte ich jetzt schreiben gehen …



Arno Strobel

 

© HP Merten Fotodesign
Es ist aus meiner Sicht mit Weihnachtsbüchern wie mit allen - insbesondere saisonalen - Dingen: In einem sinnvollen Rahmen und in Maßen eingesetzt sind sie eine tolle Sache, die neben der Tatsache, dass sie unterhalten, auch wunderbar Weihnachtsstimmung verbreiten können.

Leider hat es sich – auch hier wie bei fast allem – mittlerweile eingebürgert, den Markt schon im Herbst zuzuschütten mit allen möglichen Geschichten, die man irgendwie auf die Weihnachtszeit umbiegen kann.

Wenn man den Weihnachtsbaum problemlos mit dem Maibaum austauschen könnte, ohne, dass die Geschichte deswegen einen logischen Bruch erleidet, finde ich es problematisch. Leider ist das nur allzu häufig der Fall.

Aber es gibt für mich auch tolle Weihnachtsbücher, und mein absoluter Favorit ist dabei „Das Fest“ von John Grisham. Aberwitzig und rabenschwarz




Antje Szillat

 

Ich liebe Weihnachten! Die Gemütlichkeit, den Kerzenschein, die wunderbaren Düfte, das prasselnde Feuer im Kamin, die glänzenden Augen der Kinder, die Spannung, die Erwartungen, Wünsche, Hoffnungen ... den Schnee, der alles mit einer sanften, weißen Schicht bedeckt und die Menschen zu etwas mehr Langsamkeit und ja, auch zu mehr Achtsamkeit auffordert. 

Weihnachten ist für mich eine Zeit voller Rituale und Traditionen, Geschichten und kleine Wunder. 

Und genau das macht für mich ein gutes Weihnachtsbuch aus. Es muss mich berühren, anrühren, bewegen, entführen, träumen und hoffen lassen - mitnehmen auf eine schöne Reise ...
  
Das allerallerbeste von allen - finde ich - stammt aus der Feder von Andreas Steinhöfel und heißt "Es ist ein Elch entsprungen" Ich liiiiiebe dieses Buch - und auch den Film. Jedes Jahr zu Weihnachten lese ich es und wir schauen zusammen auch den Film und sind immer wieder aufs Neue ganz verzückt von der Geschichte.

Eine weiteres Buch, das ich sehr, sehr mag, ist "Der Weihnachtshund" von Daniel Glattauer. Tolle Geschichte ... hach. Ich kann nicht wirklich sagen, warum ich dieses Buch so sehr mag. Es berührt mich eben - immer wieder.  

Und na ja, in diesem Jahr ist eine sehr, sehr schöne Anthologie erschienen. Die Illustrationen sind etwas ganz besonderes, so nostalgisch. Ich finde das Buch wahnsinnig schön und kann es nur allen Weihnachtsfans, ob klein oder groß, wärmstens empfehlen (außerdem ist auch eine Geschichte von mir dabei ;-)) 

"Weihnachten so wunderschön" ein literarischer Adventskalender. 

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine wunderschöne und entspannte Vorweihnachtszeit - genießt sie und seid glücklich.



  Ende !


Ich hoffe, euch hat dieses Weihnachtsbücher-Potpourri gefallen. Vielleicht kennt ihr sogar schon eins der genannten Bücher oder ihr würdet gerade auf das ein oder andere neugierig gemacht? Lasst es die Autoren und mich gerne per Kommentar wissen.
Denkt weiterhin daran die bunten Buchstaben rauszusuchen (in diesem Beitrag gibt es vier Stück) und diese der Reihenfolge nach aufzuschreiben, damit ihr am Ende den Lösungssatz für das Gewinnspiel parat habt.


Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    ja die Weihnachtsgeschichte ist ja ein echter Klassiker. Die geht immer.
    Und die anderen sorry kenne ich nicht,


    aber mir persönlich gefällt noch sehr ..Das Wunder einer Winternacht..schön stimmungsvoll und man kann es so stückeln das man bis Weihnachten jeden Tag eine kleine Geschichte hat.

    LG..Karin..

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  2. Guten Morgen,

    das Fest hat es gerade auf meine Wunschliste geschafft. Danke für den tollen Beitrag!
    LG
    Nina

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  3. Guten Morgen,

    da sind einige Bücher dabei, die mir unbedingt merken muss, die hab ich glich auf meine Wunschliste gesetzt.
    Danke für den Beitrag mit den vielen Tipps.

    LG
    Petra

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  4. Interessant mal zu hören, was die Autoren zu Weihnachten mögen. Ich habe gerade "Der Weihnachtshund" angefangen und es ist schon auf den ersten Seiten unterhaltsam. Und da "Das Fest" gleich zwei Mal genannt wurde, bin ich neugierig! Nun steht es auf meiner Wunschliste:)

    Liebe Grüße,
    Elisa

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