Donnerstag, 5. Dezember 2013

[Die Story hinter dem Buch] Hasselbusch, Birgit - Sechs Richtige und eine Falsche

heute:


Hasselbusch, Birgit - Sechs Richtige und eine Falsche

 



„Schreiben Sie doch mal was über Lotto!“ Diese sieben Worte meines Literaturagenten Joachim Jessen (Thomas Schlück GmbH) haben mein Hirn sofort in Wallung gebracht. Das isses. Ein Lottomärchen über eine Frau, die fälschlicherweise in Verdacht gerät, den Jackpot geknackt zu haben. Aber nicht nur das: Vor allem auch über das Glück!

Jule ist die Hauptperson, auf deren Konto absolute Ebbe herrscht – von der aber alle denken, sie könne sich eine Yacht, zehn Limousinen und ein Haus in der Toskana leisten, mindestens. Schuld daran ist eine Reportage über Lottomillionäre, die sie für ihren Radiosender die Elbe-Welle auf die Beine stellt. Eigentlich soll sie diejenige Person finden, die den Jackpot geknackt hat. Blöderweise gibt es bei der Liveübertragung ein klitzekleines Missverständnis, und schwupps, hängt Jule das „Millionärs-Gerücht“ an der Backe. 


Ich arbeite ja selber seit etlichen Jahren beim Radio, als Moderatorin. Dass ich über Nacht zur Millionärin gemacht wurde, ist mir da zwar noch nie passiert, allerdings weiß ich, dass einem schon mal schnell eine schräge Formulierung über die Lippen kommen kann, die man möglicherweise falsch verstehen könnte.


In dem Buch geht es natürlich nicht nur um die „Sechs Richtigen“, sondern vor allem auch um die Zusatzzahlen: Also, was passiert, wenn man für reich gehalten wird? Wie verhalten sich Freunde, Nachbarn und bisher Unbekannte. Vor allem ist es auch eine Liebesgeschichte. Jule ist nicht nur auf der Suche nach dem Jackpot-Knacker mit den sechs Richtigen, sondern auch nach ihrem Richtigen. Und nach dem Glück. Das zentrale Thema des Buchs ist das große Glück, das kleine Glück, das sich mal manchmal von hinten anschleicht, ohne dass man es so richtig bemerkt. Mein Lieblingszitat aus dem Buch daher auch von Pearl S. Buck: „Viele Menschen verpassen das kleine Glück, während sie auf das große vergebens warten.“


Für mich selber sind so einige kleine Glücksmomente in dem Buch versteckt. Natürlich hat es Spaß gemacht, die Arbeit in einer Radioredaktion zwischen die Buchdeckel zu klemmen. Dass die Worte, die ich normalerweise durchs Mikro rauslasse, diesmal aus den Tasten kommen. Und eine kleine, persönliche Oase für mich: Das Würz, der Gewürzladen von Carl, in dem Jule Zeit ihres Lebens ein und aus geht. Mein Vater war Hamburger Kaufmann und hat mit Gewürzen und Heilkräutern gehandelt. Dewegen ist dies ein kleines Souvenir für und an ihn. Nie vergesse ich, wie ehrfürchtig er mir immer gesagt hat: „Safran ist die Königin der Gewürze. Sauteuer!“ Vielleicht dringen ja die Gerüche aus dem Würz ein wenig durch die Buchseiten nach draußen. Das wäre schön. Genau so sehr würde ich mich darüber freuen, wenn man merkt, mit wem Jule eigentlich am meisten Spaß hat, mit dem Mann, der sie zum Lachen bringt, der ihre schrägen Wortwitze versteht und sogar noch toppen kann, der ihrem Leben die gewisse Prise „Würz(e)“ verleiht!

geschrieben von Birgit Hasselbusch




  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423249919
  • ISBN-13: 978-3423249911




Glück, Liebe und die Würze des Lebens in einem Buch,
gefällt euch diese Idee?




Kommentare:

  1. Sehr schöne Idee und sehr schöner Bericht, da hat mich die Vorschau auf meiner Blogliste schon neugierig gemacht. Und jetzt bin ich noch neugieriger :)

    Alles Liebe, Chimiko

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  2. Hey Claudia,
    Seit der Lesung in Hamburg, steht das Buch bei mir ganz oben auf dem Plan. Aber erst einmal muss abgebaut werden. Schöner Beitrag.
    Lg Mel

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