Dienstag, 3. Dezember 2013

[Rezension] Bluhm, Annette - Die hässlichste Tanne der Welt

Ursel, die ihre Witwenrente in der Vorweihnachtszeit durchs Geschenke verpacken in einem Kaufhaus aufbessert, hat mittlerweile gar keine Lust mehr auf das eigentliche Weihnachtsfest. Doch einfach "ausbüchsen" kann sie auch nicht, schließlich glauben ihre beiden Enkel noch an den Weihnachtsmann und vor allem ist ihre Tochter Katja besessen von der "perfekten Weihnachtsfeier" mit allen wichtigen Traditionen und einem minutiös gestrickten Zeitplan. Da jedoch jeder noch so gute Plan oft nur ein theoretisches Gedankengerüst bleibt und die Realität ganz anders aussieht, geht es trotz Masterplan drunter und drüber.

"Die hässlichste Tanne der Welt" war ein MUSS für mich, denn Weihnachten ohne einen wunderschönen Tannenbaum, ist für mich einfach kein Weihnachten. Außerdem musste ich bei Freunden bereits teilweise Bäume begutachten, die definitiv im Rennen um die hässlichste Tanne der Welt dabei waren. Außerdem versprach das Buch humorvolle, weihnachtliche Unterhaltung. Also habe ich es mir für eine längere Zugfahrt geschnappt, während ich Weihnachtslieder gehört habe und habe mich auf die Suche nach Weihnachtstimmung begeben ... und sie gefunden.

Annette Bluhm, die ein Pseudonym von Lilli Beck ist, hat einen lockeren Schreibstil und hat für ihre Geschichte ein paar tolle Charaktere entwickelt. Oma Ursel, die Ich-Erzählerin des Romans, war mir sofort sehr sympathisch. Sie schwankt zwischen familiären Verpflichtungen und ihrem Wunsch dem Weihnachtsstress komplett zu entkommen. Sehr gefallen hat mir auch Katja, die emsig versucht ihre To-Do-Listen im geplanten Zeitrahmen zu erfüllen und das perfekte Fest zu organisieren, denn alles andere ist einfach nicht akzeptabel. Dass die Autorin gerade ihr viele Steine in den Weg räumen wird, war mir von Anfang an bewusst, aber Bluhm ist es gelungen nicht nur die typischen Patzer einzubauen, sondern sich auch ein paar neue Sachen einfallen zu lassen, die Katjas Blutdruck in die Höhe jagen lassen.

Die Geschichte zeigt auf, dass man sich das tolle Fest nicht durch zu viel Planung und Stress verderben lassen soll. Schließlich kommt es eh, wie es kommt, egal wie viel Planung investiert wird. Der Roman kommt mit einem Hauch Kitsch aus und verlässt sich eher auf Situationskomik, deren Szenen sich der Leser sehr leicht vorstellen kann, und da die Charaktere von "ganz jung" bis "recht alt" reichen, ist das Buch für jeden erwachsenen Leser geeignet.

Fazit: Der Roman ist eine gekonnte Mischung aus humorvolle Unterhaltung und weihnachtlicher Atmosphäre, wobei ich durchaus noch etwas mehr Witz ertragen hätte.


  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: rororo (1. November 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499227754
  • ISBN-13: 978-3499227752
  • Verlag:




1 Kommentar:

  1. Hallo Claudia,

    ich fand diesen Weihnachtsroman auch unterhaltsam. :)

    Liebe Grüße
    Sabine

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