Sonntag, 15. Dezember 2013

[Rezension] Reichs, Kathy - Tempe Brennan (16) Totengeld

Der Tod einer Teenagerin geht der Forensikerin Tempe Brennan nicht mehr aus dem Kopf. Scheinbar wurde sie angefahren und dem Straßengraben zum Sterben überlassen. Für den Detective steht schnell fest, dass es sich bei dem Mädchen sehr wahrscheinlich um eine illegale Einwanderin handelt, die der Prostitution nachging. Tempe befürchtet, dass dieses die Tote nicht gerade oben auf die Prioritätenliste des Ermittlers setzen könnte. Doch dann muss sie selbst nach Afghanistan, um dort mit ihren Kenntnissen bei einem Prozess gegen einen Soldaten weiterzuhelfen.


Mittlerweile schickt Kathy Reichs ihre forensische Anthropologin bereits in die 16. Runde und ich glaube, ich selbst habe schon 13 Teile davon gelesen. Da ich die Figur der Tempe Brennan sehr mag und den Bereich der forensischen Anthropologie unglaublich interessant finde, kann ich einfach genug von diesen Büchern bekommen, auch wenn die letzten Romane bei mir immer "nur" 3-4 Sterne erhalten haben. Leider ging es mir bei "Totengeld" erneut so. Kathy Reichs baut in diesem Roman zahlreiche (!) Zufälle ein, so dass die Handlung oft konstruiert wirkt. Des Weiteren spielt in den letzten Romanen die forensische Anthropologie gefühlt eine untergeordnete Rolle und von der Figur des Ryans sollte man sich als Leser mittlerweile komplett verabschieden, denn dieser tritt (leider) kaum noch auf.

Die Szenen, die sich mit der Protagonistin und ihrem eigentlichen Job beschäftigen, gefallen mir immer gut und davon hätte ich gerne wieder mehr, so wie ich es aus Erinnerung in den ersten Romanen kennengelernt habe. Der Ausflug nach Afghanistan passt zwar in den Roman hinein - immerhin beschäftigt der Krieg viele Amerikaner - und Reichs baut eine Verbindung zu anderen Vorkommnissen auf, aber dennoch hat es den Roman etwas aufgebläht und zwar nicht im Bereich der forensischen Anthropologie sondern in einer Nebengeschichte. Tempes Privatleben spielt in diesem Roman kaum eine Rolle und eine richtige Spannung habe ich auch nicht gefunden. Streckenweise ist der Roman durchaus spannend und besonders die Aufklärung des Todes des Mädchens fesselt an das Buch, aber als Thriller würde ich "Totengeld" nicht deklarieren. 

Fazit: Dieses Mal hat es leider nur für mittelmäßige Unterhaltung gereicht. Thrillerfans werden sich mit diesem Buch langweilen, interessierte Leser der forensischen Anthropologie kommen zumindest teilweise auf ihre Kosten. Trotzdem werde ich auch den nächsten Band wieder lesen, da ich einfach an der Figur der Tempe Brennan hänge.


  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Karl Blessing Verlag (11. November 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896674528
  • ISBN-13: 978-3896674524
  • Originaltitel: Bones of the Lost
  • Verlag:




                                       Die Temperance-Brennan-Reihe:

          1. Tote lügen nicht
          2. Knochenarbeit   
          3. Lasst Knochen sprechen
          4. Durch Mark und Bein     
          5. Knochenlese  
          6. Mit Haut und Haar    
          7. Totenmontag       
          8. Totgeglaubte leben länger     
          9. Hals über Kopf    
          10. Knochen zu Asche        
          11. Der Tod kommt wie gerufen      
          12. Das Grab ist erst der Anfang   meine Rezension
          13. Blut vergisst nicht         meine Rezension
          14. Fahr zur Hölle        meine Rezension
          15. Knochenjagd     meine Rezension
          16. Totengeld  meine Rezension

Kommentare:

  1. Och, schade. Mir ging es bei der Brennan-Reihe ähnlich: Die ersten Bücher fand ich spitze. Dann habe ich einige ausgelassen, weil sie einfach nicht mehr so gut waren wie die ersten und auch das letzte Buch, das ich gelesen habe (Knochenjagd) konnte mich nicht wirklich überzeugen. Auch dieses werde ich wohl nicht lesen. Wirklich schade, dass die Reihe nicht mehr so gut ist wie zu Anfang. LG Iris

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  2. Hallo Claudia,

    ich war früher ein großer Fan dieser Reihe, nur irgendwann (so ab Band 10 oder 11) fing es so richtig an zu schwächeln und nach Band 13 war es dann für mich vorbei. Bei Patricia Cornwell und ihrer Kay Scarpetta-Reihe ging es mir übrigens ähnlich.

    Liebe Grüße von
    Sabine

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