Mittwoch, 31. Juli 2013

[Rezension] Preußler, Otfried - Die schönsten Geschichten von Otfried Preußler

Der deutsche Kinderbuchautor Otfried Preußler verstarb dieses Jahr. Trotzdem wird er uns immer in Erinnerung bleiben, denn seine Bücher haben Millionen von Kindern begeistert. Dazu gehören unter anderem die Erzählungen "Der kleine Wassermann", "Die kleine Hexe" und "Das kleine Gespenst", welche alle drei in dieser Sonderedition als ungekürzte Lesungen enthalten sind. Bei den Sprechern handelt es sich um niemand anderen als Florian Lukas, Heike Makatsch und Nora Tschirner.


~~~ "Der kleine Wassermann" gelesen von Florian Lukas ~~~
Plötzlich ist er da - der kleine Wassermann. Seine Eltern freuen sich unglaublich über ihren Nachwuchs und der Hörer kann den kleinen Wassermann in seinem ersten Lebensjahr begleiten. Da Wassermänner viel schneller groß werden, als Menschenkinder, erlebt er in seinem ersten Jahr bereits einiges. Zunächst entdeckt er mit seinem Vater zusammen den Mühlenweiher, in dem seine Familie lebt. Doch schnell langweilt er sich und erkundet dann auf eigene Faust das Gewässer und anschließend sogar die Welt über dem Wasser.
Florian Lukas' Stimme passt perfekt zum kleinen Wassermann. Glaubhaft verleiht er ihm eine angenehme Stimmfarbe und unterhält den Hörer auf spannende und humorvolle Art und Weise, denn der kleine Wassermann erlebt viele Abenteuer, macht zahlreiche Entdeckungen (der Regen, der Mond, gebratene Erdäpfel) und da sich seine Welt doch sehr von der Menschenwelt unterscheidet, gibt es etliche witzige Situationen, die jeden Hörer zum Schmunzeln bringen werden.


~~~ "Die kleine Hexe" gelesen von Heike Makatsch ~~~
Die kleine Hexe gilt trotz ihrer 127 Jahre im Hexenkreis immer noch als Anfängerin. Daher darf sie auch nicht zum großen Walpurgisfest auf den Blockberg kommen. Immerhin handelt sie einen Deal aus: Wenn sie ein Jahr lang eine gute Hexe ist, dann darf sie evtl. nächstes Jahr an dem Fest teilnehmen. Von nun an übt die Hexe täglich mehrere Stunden, studiert ihr Hexenbuch noch intensiver und hext was das Zeug hält. Allerdings soll sie ja eine "gute Hexe" sein, daher hext sie lauter Schabernack, der jedoch immer nur die bösen Menschen ärgert und den Netten hilft.
Heike Makatsch gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingschausspielerinnen, deswegen war ich gespannt -und vielleicht auch etwas skeptisch- auf ihre Präsentation. Ich muss jedoch gestehen, dass sie mich unglaublich überzeugen konnte. Besonders die Stimmen, die sie dem krächzenden Raben und den schrulligen Althexen verliehen hat, waren phänomenal. Sie liest die Geschichte um die kleine Hexe mit einer gehörigen Portion Witz und viel Charme vor. Es hat wirklich unglaublich Spaß gemacht, ihr zuzuhören und die Geschichte um die kleine Hexe zu entdecken, die ich noch nicht kannte oder die mir aus Kindheitstagen zumindest nicht mehr bewusst in Erinnerung war.


~~~ "Das kleine Gespenst" gelesen von Nora Tschirner ~~~
Jede Burg braucht eine Spukgestalt, das weiß doch jedes Kind! Auf Burg Eulenstein ist dieses das kleine Gespenst. Aufgeweckt, fröhlich und frech geistert es durch die Burg, sobald es gegen Mitternacht erwacht. Es gibt nichts Schöneres, als durch die Gemäuer zu sauen oder sich im Burggarten mit Uhu Schuhu zu unterhalten. Trotzdem würde das kleine Gespenst gerne einmal wissen, wie die Welt bei Tag ausschaut, aber es kann nie lange genug wach bleiben, um den Sonnenaufgang mitzubekommen. Umso überraschter ist es, als es eines Tages um zwölf Uhr Mittag erwacht und schon beginnt ein aufregendes Abenteuer.
Das kleine Gespenst ist längst Kult geworden und Nora Tschirner lässt es durch ihre frische Stimme in neuem Glanz erstrahlen Das Gespenst erhält eine unglaublich niedliche Stimme, der Bürgermeister, der Kriminalbeamte und alle weiteren Figuren werden ebenfalls gekonnt wiedergegeben - allen voran Uhu Schuhu. Die Geschichte besitzt viel Humor, den Tschirner meisterhaft vermitteln kann.

Hörprobe:  Das kleine Gespenst gelesen von Nora Tschirner


Man merkt den Texten teilweise an, dass sie aus den 50er und 60er Jahren stammen. Ab und an werden Worte oder Ausdrücke benutzt, die in der heutigen Sprache nicht mehr allzu gängig sind. Meiner Meinung nach ist dieses aber nicht störend - im Gegenteil. Warum sollen Kinder nicht auch wieder ein Gefühl für die frühere deutsche Sprache entwickeln. Außerdem gibt es sicherlich Eltern oder ältere Geschwister, die diese Begrifflichkeiten den Kleineren erklären können. Da diese ältere Ausdrucksweise aber wirklich nur vereinzelt vorkommt, glaube ich nicht einmal, dass Kinder sich groß daran stören werden. Es sind halt Klassiker und die sollten bleiben, wie sie sind.

Alle drei Sprecher wurden sorgfältig ausgewählt und passen wie die Faust aufs Auge. Dabei finde ich es sehr angenehm und vor allem abwechslungsreich, dass jede Geschichte von einem anderen Sprecher gesprochen wird. Ich wüsste nicht, was auch nur einer der drei besser hätte machen können. Ich habe es genossen ihnen zuzuhören, was sowohl an den tollen Präsentationen, als auch an den genialen Geschichten lag.

Fazit:  Ungekürzter Hörspaß! Erneut zeigt sich, dass Klassiker (mit frischen Stimmen) immer noch überzeugen können und deshalb auch nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Diese Sonderedition ist daher absolut empfehlenswert.


  • Audio: 6 CDs
  • Verlag: Der Audio Verlag, Dav (1. August 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862313123
  • ISBN-13: 978-3862313129
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 5 - 7 Jahre
  • Verlag:


PS: Wer diese Sonderedition nicht kaufen möchte, da ein oder zwei Erzählungen bereits bekannt sind, der kann auch auf die einzelnen Titel zugreifen und die Sammlung komplementieren.



[Rezension] King, Stephen - Joyland

Im Sommer 1973 arbeitet der 21-jährige Devin Jones im Vergnügungspark Joyland an der Küste von North Carolina, um sich fürs nächste Semester etwas Geld dazuverdienen zu können. Dort versucht er sich davon abzulenken, dass seine Freundin Wendy vor Kurzem mit ihm Schluss gemacht hat, begegnet einer interessanten Frau und ihrem schwerkranken Sohn und versucht herauszufinden, was es mit der Spukgeschichte um die Geisterbahn auf sich hat, in der vor einigen Jahren eine junge Frau umgebracht wurde. Als er seinen Aufenthalt im Park verlängert und seine Nachforschungen intensiviert, beginnt er jemandem zu nahe zu kommen.

Ich habe schon sehr lange keinen Stephen King Roman mehr gelesen. Meine King-Zeit fällt eher in einen Zeitraum, in dem ich wahrscheinlich noch gar nicht alt jung war, um diese Bücher zu lesen, aber ich habe mich eben schon immer für spannende Literatur interessiert. Danach gab es bestimmt eine King-Pause von 10 bis 15 Jahren und nachdem ich bei "Puls" nicht über die ersten 100 Seiten hinausgekommen bin, sollte "Joyland" meine Rückkehr zum Autor sein - immerhin versprach der Roman "Ein unheimliches Vergnügen" welches ich mir inmitten eines Freizeitparks, auf dem es spuken soll, sehr gut vorstellen konnte.

Das Stephen King schreiben kann, muss man nicht erwähnen. Deswegen möchte ich mehr auf den Inhalt eingehen. King hat sich interessante Themen herausgesucht, die alle eine spannende Unterhaltung versprechen. Eine junge Frau, deren Geschichte Devin nicht kennt, und ihr Sohn, der im Rollstuhl sitzt und das zweite Gesicht hat. Eine Hellseherin, die Devin Hinweise auf seine Zukunft  gibt. Ein Vergnügungspark, in dem es seit einem brutalen Mord in der Geisterbahn spuken soll. Ein Serienmörder, der zahlreiche Frauen auf dem Gewissen hat. All diese Handlungsstränge verpackt King gekonnt zu einer Geschichte. Es ist ihm meiner Meinung nach jedoch leider nicht gelungen, dem Leser zu vermitteln, wohin er mit seinem Roman will. Soll es ein Krimi oder gar ein Thriller werden? Steht das Mysteriöse im Vordergrund? Das Buch lässst sich zwar toll lesen, hat all die interessanten Ideen zur Grundlage aber bietet irgendwie trotzdem keinen greifbaren Inhalt. Alles plätschert nur vor sich hin und ich habe keinen Höhepunkt im Roman entdeckt, außer vielleicht den Showdown kurz vor Ende, aber das reicht nicht aus, um "Joyland" als ein gutes Buch zu deklarieren.

Fazit:  Die äußeren Rahmenbedingungen (das Setting, die Themen, die Ausarbeitung der Charaktere und der Schreibstil) stimmen alle, aber trotzdem konnte mich King nicht überzeugen. Es gab keinen roten Faden im Buch und keine Highlights, sondern nur eine Verknüpfung und Aneinanderreihung von guten Ideen. Daher kann ich das Buch weder für Krimi-, noch für Thriller-, Horror- oder Fans von Übernatürlichem empfehlen. Das Buch hat von allem etwas, kann aber in keinem Genre überzeugen. Schade, die Idee hatte so viel mehr versprochen!


  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (17. Juni 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453268725
  • ISBN-13: 978-3453268722
  • Verlag:



Dienstag, 30. Juli 2013

[Blogtour + Rezension + Gewinnspiel] Rylance, Ulrike - Eiskaltes Herz



Heute ist der letzte Tag der Blogtour und an diesem präsentiere ich euch die Rezension zum neuen Jugendthriller der Autorin. Viel Spaß!



Lena liebt Leander. Aber Leander hat sich mittlerweile in Vanessa verliebt, das begehrteste Mädchen der Schule. Lena reagiert mit extremer Eifersucht auf Leanders neue Beziehung und lässt kein gutes Haar an Vanessa. Wann immer sich die Gelegenheit bietet, lästert Lena über sie und zeigt ihren Hass mehr als deutlich. Als Vanessa nach einer wilden Party in der Walpurgisnacht tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht natürlich sofort auf Lena, die sich zwar an nichts mehr aus dieser Nacht erinnern kann, aber von ihrer Unschuld überzeugt ist. Aber was macht dann Vanessas fehlender Ohrring in ihrer Jackentasche?

"Eiskaltes Herz" ist der neueste Jugendthriller aus der Feder der deutschen Autorin Ulrike Rylance. Das düstere Cover mit dem Fokus auf der weißen Eule und die interessante Kurzbeschreibung hatten mich schon vor dem Erscheinen des Romans neugierig gemacht. Immerhin kenne ich bereits alle Jugendthriller dieser Autorin und wurde noch nie enttäuscht.

Auch mit "Eiskaltes Herz" zeigt Rylance erneut ihren tollen Schreibstil. Problemlos taucht man in die Geschichte hinein, die allein durch die zwei vorhandenen Zeitebenen (Gegenwart im April/Mai und naher Zukunft im Juni) ein Spannungspotential aufbaut. Lena war mir sofort sympathisch und ihr Verhalten wird durchgehend authentisch beschrieben. Ihr Liebeskummer ist förmlich spürbar, genauso wie ihre Verzweifelung, als sie nach Vanessas Tod plötzlich als Verdächtige dasteht.

Von Anfang an merkt man, dass es nicht nur um Lenas Eifersucht und Vanessas Tod geht. In der Geschichte steckt noch mehr und dieses wurde gut ausgearbeitet. Selbst auf den allerletzten Seiten, nachdem man denkt, dass alles schon aufgeklärt sei, hat die Autorin noch eine Überraschung für ihre Leser parat.



Fazit:  "Eiskaltes Herz" überzeugt mit einem interessanten Plot, einer toll ausgearbeiteten Protagonistin und einer spannenden Jagd nach der wahren Ursache für Vanessas Mord.

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juli 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423715413
  • ISBN-13: 978-3423715416
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Verlagsseite zum Buch
  • Verlag:


Ich hoffe, ich konnte euer Interesse an diesem Jugendthriller wecken. Zum Abschluss dieser Blogtour gibt es nun noch das versprochene Gewinnspiel, bei dem ihr diese Preise gewinnen könnt:


Um am Gewinnspiel teilzunehmen,
  • füllt das folgende Formular vollständig aus und beantwortet dabei diese Frage:
    Was hat Ulrikes aktueller Wohnort (Seattle) dazu beigetragen, dass sie viel schreibt?
    Hinweis:
    Die Lösung dazu steht entweder im gestern veröffentlichten Beitrag "Die Story hinter dem Buch", auf Ulrikes Homepage oder auf der Autorenseite des dtv Verlages.

  • beachtet die untenstehenden Regeln.



1.) Teilnehmer müssen über 18 Jahre alt sein, ansonsten benötige ich eine Einverständniserklärung der Eltern.
2.) Die Adressen werden nur für das Gewinnspiel verwandt und anschließend gelöscht.
3.) Für Teilnehmer aus dem Ausland: Es wird nur innerhalb Deutschlands versandt, es sei denn, ihr würdet mir das Porto erstatten. Jeder Teilnehmer aus dem Ausland erklärt sich durch die Teilnahme am Gewinnspiel mit dieser Passage einverstanden.
4.) Ich übernehme keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postwege verloren gehen sollte.
5.) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Einsendeschluss ist der 03.08.2013 - 18.00 Uhr

Bekanntgabe der Gewinner erfolgt am 04.08.2013 um 10 Uhr auf meinem Blog :)


PS: Auf jedem der teilnehmenden Blogs findet ihr im Rahmen der Blogtour eine Gewinnspielfrage. Somit könnt ihr euch bis zu 8 Lose sichern und jedes Mal selbst entscheiden, für welches Buch das Los gelten soll (siehe Formular). Am Ende werden aus allen Teilnehmern die vier Gewinner gezogen. 

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Dieses war der letzte Beitrag zur Ulrike Rylance/Herwig Blogtour. Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht viel über die Autorin und ihre Bücher zu erfahren. Wir sehen uns dann spätestens Sonntag zur Gewinnspielauslosung hier wieder :)

Montag, 29. Juli 2013

[Blogtour + Die Story hinter dem Buch] Ulrike Rylance - Sag beim Abschied leise Blödmann



 Hallo ihr Lieben,

die letzte Station der Ulrike Rylance/Herwig Blogtour 
hat euch auf meinen Blog geführt und ich präsentiere euch:


heute:



Ulrike Rylance - Sag beim Abschied leise Blödmann
 



Auf die Idee zu diesem Buch bin ich eigentlich durch meinen Mann gekommen. Oder besser gesagt, durch seine Exfreundin. Die ihn plötzlich, nach fast 20 Jahren Schweigen, auf Facebook kontaktierte. Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass man da als Ehefrau gelinde gesagt, etwas neugierig wird und so habe ich mir natürlich sofort die Dame angesehen. Sah sie immer noch gut aus? Besser? War sie verheiratet, geschieden, mit einem Haus voller Kinder? Eine Top-Karrierfrau? Kurz gesagt  - würde sie ihm in irgendeiner Weise das Gefühl vermitteln, dass er da was verpasst hatte? 

Die Realität war ebenso beruhigend wie erstaunlich: Mary, die Ex, hatte einen Großteil der letzten 20 Jahre bei einer autonomen Gruppe verbracht, die irgendwo in Australien auf Bäumen lebte. Interessant. Und danach hatte sie sich in eine radikale Feministin verwandelt, die in Melbourne wohnte und aus Protest gegen männliche Dominanz freiwillig mit einer Burka bekleidet herumlief und in einem Blog die Reaktionen ihrer Umwelt darauf  beschrieb. Noch interessanter. Und vor allem völlig außer jeder Konkurrenz. Aber dennoch – die Sache hatte etwas. War es wert, in irgendeiner Form verwendet zu werden. Eine Buchidee entstand. Wie wäre es nämlich, wenn eine Frau in einem Roman alle Exfreundinnen ihres Mannes aufsuchte? Oder ihrer eigenen Exfreunde? Oder die ihrer Schwester?  Und vor allem warum? Und so tauchte quasi aus dem Nichts, dank Mary und Facebook, die Idee zum „Blödmann“ auf:  

Frau schmeißt ihren blöden Mann raus und sucht nach ihrer Schwester, zu der sie seit zehn Jahren keinen Kontakt hat, weil sie sich gestritten haben. Und wie könnte sie die Schwester finden? Indem sie deren ehemalige Liebhaber abklappert! Sich von einem zum nächsten verweisen lässt. Und natürlich mussten diese Exfreunde alles was Verrücktes an sich haben. Vielleicht bei einer autonomen Gruppe im australischen Busch auf Bäumen leben? Nein, das würde mir kein Mensch abnehmen, denn nichts ist so absurd wie das wahre Leben.  

Außerdem musste das Buch ja auch irgendwo spielen. Am besten an verschiedenen Schauplätzen, denn die Exfreunde würden ja wohl kaum alle an einem Platz wohnen. Und als ich dann letztes Jahr einen Ostseeurlaub auf Rügen verbrachte, war mir sofort klar, dass das Buch wenigstens teilweise hier spielen musste: 





Aber nicht nur. Es sollte ja kein Nordsee-Urlaubsroman-Verschnitt werden. Berlin bot sich an, denn meine Protagonistin sollte Lehrerin an einer Berufschule werden. Ich habe nämlich eine Freundin, die genau das macht und mich regelmäßig mit haarsträubenden Geschichten ihres Lehreralltags versorgt. :)

Gesagt, getan - so fügte sich eins zum anderen. Mittlerweile ist das Buch geschrieben, gedruckt und an die Buchläden ausgeliefert und die einzige, die nichts davon weiß, ist die gute Mary. Aber die hat wahrscheinlich sowieso keine Zeit für lustige Frauenromane. Mittlerweile nennt sie sich Mars, wohnt in der Wüste und malt abstrakte Bilder.   

Da kommt mir doch gleich eine neue Buchidee ... :)


geschrieben von Ulrike Rylance


    • Broschiert: 304 Seiten
    • Verlag: Marion von Schröder (12. Juli 2013)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3547711851
    • ISBN-13: 978-3547711851




    Morgen geht die Blogtour auf meinem Blog weiter und dann verrate ich euch auch, 
    wie ihr an diese tollen Gewinne herankommt.



    Auf den anderen Blogs könnt ihr euch bereits Lose sichern, 
    deshalb verlinke ich sie euch noch einmal:




    Sonntag, 28. Juli 2013

    [Rezension] Lankers, Katrin - Frozen Time

    Als die 16-jährige Tessa Morton erwacht, findet sie sich in einem MediCenter wieder. Selbst als sich der Nebel in ihrem Kopf verzieht, kann sie sich an nichts Persönliches erinnern. Die Abläufe in der Gesellschaft sind ihr vertraut, aber wer sind ihre Freunde, wie alt ist sie und wer ist sie überhaupt? Mit Hilfe eines jungen Medi soll Tessa ihre Amnesie überwinden und nach einem harten Kampf sind sie plötzlich wieder da, die Hintergründe über ihre vermeintliche Krankheit und die Erinnerungen an das Projekt "Frozen Time".


    Mit "Frozen Time" hatte ich zunächst kleine Anlaufschwierigkeiten. Ich bin kein großer Freund davon, wenn Bücher ständig mit ähnlichen Büchern verglichen werden (z.B. muss scheinbar jeder Vampirroman mit Twilight gemessen werden), aber das gewählte Setting hat mich doch sehr an die Starters-Dilogie von Lissa Price erinnert. In "Frozen Time" gab es 2035 in Europa eine verheerende Pockenepidemie, bei der fast alle Menschen zwischen sechzehn und sechzig Jahren verstarben. Somit gab es nur noch Juniors und Seniors, welche mittlerweile problemlos 120 oder 130 Jahre alt werden können. Es war natürlich Pech, dass ich die Price Bücher erst vor wenigen Monaten gelesen hatte, so dass mir diese ersten Ansätze einfach extrem bekannt vorkamen. Nach einem ersten, kleinen Schock habe ich dann zum Glück festgestellt, dass sich diese Ähnlichkeiten nur auf das äußerste Grundgerüst beziehen. In Lankers' dystopischen Welt wurden nach der Epidemie zehn autarke Metropolen gegründet, in denen fortan alle Bürger der Vereinigten Europäischen Nationen lebten. Das System der "Familie" wurde abgeschafft. Stattdessen kümmert sich die Regierung um die Erziehung und Entwicklung der Kinder und das System will selbstverständlich nur das Beste für seine Bürger, daher herrscht die totale Kontrolle über Vitalfunktionen Nahrungsaufnahme, Aufenthaltsorte usw. Für ganz besondere Bürger hat die Regierung noch eine spezielle Auszeichnung zu bieten: Das Projekt "Frozen Time", um das Leben dieser Ehrenbürger weiter zu verlängern.

    Lankers' erdachte Welt im Jahre 2100 wird sehr gut beschrieben. Die Technologie ist weit vorangeschritten, wirkt aber nicht zu abstrakt, so dass man sich gut hineinversetzen und sich die Umgebung bildlich vorstellen kann. Manchmal erschien mir das ganze etwas zu kühl und die Story konnte mich nicht ganz fesseln, obwohl ich Tessa, die Protagonistin und Ich-Erzählerin, sympathisch fand. Das letzte Drittel des Romans hat dann jedoch ordentlich angezogen. Unvorhersehbare Geschehnisse und Abgründe taten sich auf, mit denen ich wirklich nicht gerechnet hatte und die unglaublich gut durchdacht waren, und plötzlich war ich in der Geschichte drin und sie ließ mich nicht mehr los. Das Ende des Romans und auch das Nachwort der Autorin legen den Schwerpunkt auf ein sehr wichtiges Thema, worüber ich jedoch nicht mehr sagen mag, um Spoiler zu vermeiden.

    Fazit: Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten habe ich mich im Roman verloren und ging total in der Idee der Autorin auf. Eine dystopische Science-Fiction-Geschichte, die durchaus reale Ansätze hat und ein wichtiges Thema in den Fokus stellt.

    • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
    • Verlag: bloomoon; Auflage: 1 (3. Juli 2013)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3760789617
    • ISBN-13: 978-3760789613
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
    • Verlag:


    PS: Mehr Infos zur Autorin gibt es im Autoren 1x1 mit Katrin Lankers


    PSS: Weitere Bücher der Autorin:


    [In my Mailbox] KW # 30/2013


    Hier meine Neuzugänge aus dieser Woche!

    für die Klappentexte klickt bitte auf die Cover, dann gelangt ihr zu Amazon


    Nickerson, Jane - So wie Kupfer und Gold


    Mischke, Susanne - Schneeweiss, Blutrot





    Ich sage: Zwei ganz tolle Jugendbücher, auf die ich mich freue.
    Was sagt ihr zu meinen Neuzugängen?


    Samstag, 27. Juli 2013

    [Rezension] Fitzek, Sebastian - Das Kind

    Ich habe einen Mann getötet. Vor fünfzehn Jahren. Genauer gesagt habe ich sogar mehrere Menschen umgebracht und deshalb benötige ich nun einen Anwalt. 
    Diese Art von Geständnis ist für den Strafverteidiger Robert Stern nichts Neues - käme sie dieses Mal nicht von Simon Sachs, einem schwerkranken Jungen, der gerade einmal zehn Jahre alt ist. Trotzdem ist Simon überzeugt vor bereits fünfzehn Jahren zum Mörder geworden zu sein. Dieses Wissen, welches er durch eine Rückführung in sein früheres Leben erlangte, belastet den kleinen Jungen nun sehr und er möchte seine gerechte Strafe erhalten, bevor er stirbt.

    Robert Stern, ein Strafverteidiger, ist der Protagonist des Psychothrillers. "Das Kind" ist der dritte Roman von Sebastian Fitzek, der bereits 2009 erschien, jedoch eine ganze Weile ungelesen in meinem Regal stand. Das Buch bedient inhaltlich einige Themen wie z.B. Rückführung in frühere Leben, brutale Mordserie und Kinderpornographie. Egal welches Thema Fitzek anschneidet, es fügt sich perfekt in den Roman ein und der Autor erschafft aus diesen Handlungssträngen eine sehr interessante Geschichte, deren Ausgang nicht vorhersehbar war. Er spiel mit gesellschaftlichen Tabus und vermag es zwischendurch immer wieder eine Art bedrückende Atmosphäre zu erzeugen.

    Fitzeks Schreibstil gefällt mir immer, so auch in diesem Roman. Das Buch lässt sich wirklich sehr gut lesen und weiß zu unterhalten. Da ich seine späteren Werke bereits gelesen habe, weiß ich, dass Fitzek jedoch spannender schreiben kann und sich somit bezüglich es Spannungsniveau scheinbar weiterentwickelt hat. "Das Kind" ist nämlich durchaus fesselnd, aber bei anderen Büchern des Autors habe ich mehr Nervenkitzel verspürt. Nichtsdestotrotz ist der Roman auf jeden Fall lesenswert, mysteriös und mal wieder ein Beweis dafür, dass man in Fitzeks Büchern sofort hineingezogen wird und es absolut keine Anlaufschwierigkeiten gibt.


    Buchtrailer


    Fazit:  Fitzek steht für unvorhersehbare Psychothriller aus Deutschland und diesen Erwartungen wird er auch mit "Das Kind" gerecht, auch wenn meiner Meinung nach die nachfolgenden Werke diesen Roman im Punkto Spannung noch übertreffen konnten.


    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: Knaur (10. März 2009)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3426637936
    • ISBN-13: 978-3426637937
    • Verlag:



    PS: Mittlerweile wurde das Buch verfilmt und die DVD ist bereits erhältlich



    Filmtrailer:




    [Rezension] Scheunemann, Frauke - Herkules (1) Dackelblick

    Gestattet, Herkules, alias Carl-Leopold von Eschersbach, mein Name. Da ich angeblich nicht reinrassig bin, kam ich ins Tierheim. Zum Glück habe ich jedoch bei Frauchen Carolin ein neues Zuhause gefunden. Dort fühle ich mich pudel-, äh dackelwohl, nur Carolins Freund Thomas stört extrem! Da er überhaupt nicht zu ihr passt, habe ich ihn erfolgreich vergrault *wuff*. Doch statt mir zu danken, heult mein Frauchen nun erbärmlicher, als jeder dahergelaufene Wolf. Also muss ein neuer Mann her! Die Frage ist nur, wo ich den herbekomme. Außerdem scheint Frauchen ganz andere Vorstellungen zu haben, als ich. Ich schlepp ihr einfach mal Daniel an, oder Marc, oder einen Fremden aus dem Park, ich bin da flexibel ...
    Euer Lieblingsdackel Herkules

    Nachdem ich die Serie um Carolin und Dackel Herkules mit dem dritten Band ("Welpenalarm!") angefangen hatte, war es nun endlich einmal an der Zeit den ersten Roman dieser Reihe zu lesen. Herkules, der den Roman aus seiner Sicht schildert, verspricht eine turbulente, humorvolle Unterhaltung. Der kleine Dackel will nur das Beste für sein Frauchen, aber das ist nicht so einfach, da sein Frauchen erstens gar nicht weiß, was für sie selbst das Beste ist und er zweitens den Menschen nicht direkt sagen kann, was Sache ist. Da muss hund schon ein paar Tricks anwenden, um die Menschen zum Glücklichsein zu zwingen. 

    Originell und witzig beschreibt Frauke Scheunemann die Geschehnisse aus der Hundeperspektive. Wie nimmt Herkules uns Menschen wahr, versteht er die Spielchen, die Männer und Frauen miteinander spielen, und was geht in seinem kleinen Dackelköpfchen vor. Da sich die Hundewelt von der Welt der Menschen doch um einiges unterscheidet, entsteht eine Komödie um Missverständnisse, unterschiedliche Ansichten und wildes Hundewirrwarr. Herkules ist dabei zuckersüß, selbst wenn man als Leser kein Hundefanatiker ist, und gewinnt sofort das Leserherz - jedenfalls war es bei mir so.

    Ein romantisches Liebeschaos darf natürlich auch nicht fehlen, schließlich hat sich Herkules in den Kopf gesetzt sein Frauchen zu vermitteln. Schade nur, dass Carolin den Männermarkt nicht mit so klaren Augen sieht, wie Herkules. Da muss der kleine Dackel natürlich des Öfteren eingreifen und Carolin und die potentiellen neuen Partner in die richtige Richtung schubsen.

    Fazit:  Eine tolle Urlaubslektüre, die einfach Spaß macht. Viel Humor, die richtige Portion an Hundechaos und ein bisschen Liebe sorgen für gelungene Unterhaltung. Daher vergebe ich 4 gute Sterne an "Dackelblick" und freue mich auf die Fortsetzung.



    Die bisherigen Teile der Herkules-Serie in der Übersicht:


    1. Dackelblick   meine Rezension
    2. Katzenjammer   liegt noch auf dem SUB
    3. Welpenalarm!   meine Rezension
    4. Hochzeitsküssse   liegt noch auf dem SUB