Dienstag, 17. Juni 2014

[Die Story hinter dem Buch] Beate Maxian - Der Tote vom Zentralfriedhof



heute:



Beate Maxian - Der Tote vom Zentralfriedhof

 





… wie es zur Sarah-Pauli Reihe kam

Die Figur der Sarah Pauli ist aufgrund meiner Recherche zum Thema Aberglaube entstanden. Die meisten Menschen behaupten ja, nicht abergläubisch zu sein und doch klopfen sie drei Mal auf Holz, wenn sie Unglück abwehren wollen oder sagen „Toi, toi, toi“, wenn sie jemandem Glück wünschen. Mich hat aber weniger die Handlung, sondern viel mehr der Ursprung des Aberglaubens interessiert. Also habe ich begonnen, mich damit zu beschäftigen und bin teilweise auf brutale und aberwitzige Vorgaben und Handlungen gestoßen, aber auch auf durchaus schlüssige und einleuchtende Schlussfolgerungen und Riten. So kam eine Information zur nächsten und ein Teil meiner Bibliothek entwickelte sich allmählich zu einer Datenbank über  Aberglaube, Riten, Symbolik, Geheimbünde, verschlüsselten Botschaften etc. etc.
Und dann kam die Idee, eine Figur zu erfinden, die sich genau mit diesen Themen auseinandersetzt. Das war die Geburtsstunde „meiner“ Sarah Pauli: Eine junge Journalistin, die für den Wiener Boten Kolumnen über den Aberglauben schreibt und ihre zum Teil ihre Fälle ob ihres Wissens über Symbolik und Aberglaube löst.

… zum neuen Roman

Da Aberglaube und Symbolik zumeist Hand in Hand gehen, muss sich Sarah Pauli in „Der Tote vom Zentralfriedhof“ mit Zahlenmystik und einem geheimnisvollen Rätsel befassen.
Die Recherchearbeiten waren sehr aufwendig, weil ein Ergebnis zum nächsten führte und eine Information die nächste Frage aufwarf.  Und da ich immer sehr gewissenhaft recherchiere und von Grund auf wissbegierig bin, forschte ich immer weiter.
Ich wusste zu Beginn nur, dass mein Roman sich mit der Symbolik von Leben und Tod beschäftigen und  der Zentralfriedhof in Wien eine Rolle spielen sollte. An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass ich Friedhöfe mag, dort gerne spazieren gehe, weil mich die Ruhe und die Stimmung inspirieren. Und gerade der Zentralfriedhof bietet viele Facetten … bei einem Spaziergang beobachtete ich, wie eine Grabstätte renoviert wurde und plötzlich war da dieser flüchtige Gedanke. Was, wenn die Arbeiter in Wahrheit Diebe wären und einen Sarg stehlen würden? (Vor einigen Jahren wurde bei uns in Österreich tatsächlich der Sarg eines bekannten Milliardärs gestohlen). Und so beginnt letztendlich auch „Der Tote vom Zentralfriedhof“, mit einem Sargdiebstahl.
Diesem flüchtigen Gedanken folgten viele weitere Idee und aufgrund dieser Ideen setzte ich mich intensiv mit der Historie des Zentralfriedhofs auseinander. Das führte mich wiederum an unglaublich spannende Plätze. Etwa das Schloss Neugebäude, dessen Geschichte eng mit der des Urnenfriedhofs verwoben ist und mich sofort faszinierte. Für eine andere Szene brauchte ich Informationen zur Feuerbestattung und bekam von einer Mitarbeiterin der Wiener Bestattung eine private Führung durch das Krematorium und über den Urnenfriedhof, der sich wiederum auf dem ehemaligen Gelände des alten und renovierungsbedürftigen Schlosses Neugebäude befindet. Ich weiß jetzt bestens Bescheid über Feuerbestattungen.
Alles, was mir unterkam, schrieb ich in ein Notizbuch. Danach sortierte ich die Informationen mit Hilfe von Karteikarten in sehr wichtig, wichtig, gar nicht wichtig. Während dieser Zeit war ich nahezu ununterbrochen mit der Entwicklung des Plots beschäftigt. Nach und nach entstand irgendwann ein sechs Seiten langes Exposé. Zeitgleich entwickelte ich die Figuren und Szenen, setzte alles zusammen und schrieb schließlich eine Art Treatment. Das zu tun, ist für mich persönlich wichtig, weil ich eine eher chaotische Denkerin bin. Es fällt mir schwer, mich streng an vorgefertigte Strukturen zu halten, auch, weil ich festgefahrene Strukturen generell als hinderlich empfinde. Für mich ist das Treatment eine Art Gerüst, das ich jederzeit wieder einreißen und neu aufbauen kann. Jedoch bin ich eine disziplinierte Schreiberin und so entstand auch diesmal Kapitel für Kapitel von „Der Tote vom Zentralfriedhof.“ 

geschrieben von Beate Maxian


  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (17. Juni 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442480698
  • ISBN-13: 978-3442480692





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