Freitag, 15. August 2014

[Gastrezension] Ross, Christopher - Küss mich in Montana

Gastrezension von Stefanie

Wer den Klappentext zu Christopher Ross‘ „Küss mich in Montana“ gelesen hat, kann eigentlich gleich zu Seite 200 schlagen, denn dem Leser bleiben durch die Zusammenfassung des Inhalts bis dahin eigentlich kaum mehr Überraschungen.

© Weltbild

Zum Inhalt: Cheryl Parker ist eine erfolgreiche Starfotografin in New York, doch ihre Wurzeln liegen in Montana, wo sie auf einer Ranch groß wurde und für ihren Vater den gewünschten, aber nie bekommenen, Sohn darstellen musste. Als ihre Mutter stirbt, kommt es zum Eklat zwischen Vater und Tochter, Cheryl zieht die Konsequenz und geht nach New York, wo sie vom Cowgirl zu einer Lady wird. Als ihr Vater im Sterben liegt, bittet er sie noch ein letztes Mal zurück in die Heimat Montana, mit der Cheryl doch mehr verbindet als sie dachte…


Meine Meinung zum Buch: Erst einmal war ich sehr enttäuscht, als ich herausgefunden habe, dass Christopher Ross der deusche Autor Thomas Jeier ist. Ich dachte an einen amerikanischen, wenigstens doch aber an einen englischen Schriftsteller; es hätte mir aber auch auffallen können, dass das Buch ohne englischen Originaltitel kommt. Das größte Manko, das den Lesespaß deutlich verringert, ist aber, dass die Handlung etwas bis Seite 200 bereits im Klappentext zusammengefasst ist. Überraschungen gibt es bis dahin aber keine. Doch dann nimmt das Buch noch einmal etwas mehr Fahrt auf, als man ihm zugetraut hätte, und obwohl es – ganz klar – zum erwarteten Ende kommt, gibt es noch einige Wendungen, die mir gut gefallen haben.

Es gibt im Buch einige inhaltliche – eher kleine – Fehler, die vermuten lassen, dass der Autor seine Bücher wie am Fließband produziert. Manchmal fragt man sich schon, warum dem Leser diese Fehler beim ersten Lesen gleich ins Auge springen, das Lektorat und der Autor aber darüber hinweg gesehen haben. Auch das Cover, das mir ausgesprochen gut gefällt, zeigt nicht Montana, wo es ganz anders aussieht, sondern das Monument Valley an der Grenze von Utah und Arizona. Der Autor müsste das wissen, hat aber vermutlich keinen Einfluss auf das Cover.

Fazit: Zusammenfassend kann man sagen, dass dieses Buch eine sehr leichte Sommerlektüre ohne literarische Höhen ist. Am Ende kann man es zufrieden aus der Hand legen. Ich selbst habe – trotz einiger Kritikpunkte – dieses Buch an einem Wochenende verschlungen. Ross hat es geschafft, mich in die Weite des Landes, die ich so sehr liebe, zu entführen. Er hat für mich einen Pageturner geschrieben, der mir sehr viel Spaß gemacht hat. Deshalb werde ich auch noch weitere Bücher dieses renommierten Autors, der für mich aber eine Neuentdeckung ist, lesen. „Küss mich in Montana“ erhält von mir (fast) volle Sternzahl (ich würde gern 4,5 vergeben!).


  • 2013
  • 320 Seiten
  • Gebunden
  • Verlag: Weltbild
  • ISBN-10: 3863657748
  • ISBN-13: 9783863657741



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