Mittwoch, 8. Oktober 2014

[Blogtour] Katrin Rodeit im Interview - Part I




  1. Bitte stelle dich meinen Lesern kurz vor.

Mein Name ist Katrin Rodeit, ich bin 37 Jahre alt und wohne mit meinem Mann und unseren beiden Töchtern am Rande der Schwäbischen Alb in der Nähe von Ulm. Was ich neben Arbeiten, Haushalt, Kindern und Garten an freier Zeit übrig habe, widme ich dem Schreiben.




  1. Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Dass ich Schriftstellerin werde, stand für mich fest, als ich lesen konnte. Spätestens mit den ersten 5-Freunde-Büchern von Enid Blyton, die ich gelesen habe. Vermutlich habe ich mich da auch mit dem Genre schon festgelegt ;-)

Die ersten Versuche scheiterten am Umgang mit der Schreibmaschine und am Durchhaltevermögen. Ernsthaft angefangen habe ich mit 15 unter der Schulbank. Dass man davon aber nicht leben kann, war aber auch schnell klar, also habe ich an der BA BWL studiert und später Lkws und Baumaschinen in einer Leasinggesellschaft finanziert.

Das Schreiben habe ich aber nie aufgegeben …



  1. Wie sieht dein Schreib-Alltag aus?

Ganz ehrlich? Ich habe keinen :) Den Luxus zu warten bis die Muse mich küsst, habe ich nicht. Ich muss dann schreiben, wenn es gerade geht. Wahlweise morgens um fünf, wenn ich nicht mehr schlafen kann, wenn alles gut geht, vormittags, wenn die Kinder im Kindergarten sind, vielleicht mal mittags eine halbe Stunde, meistens aber abends auf dem Sofa, wenn die Mädels schon im Bett liegen.

Das kann dann auch mal so aussehen …  


 Allerdings bin ich ein Morgenmensch und dann natürlich am produktivsten.



  1. Hast du beim Schreiben feste Rituale? Zum Beispiel immer eine Kanne Tee auf dem Schreibtisch? Schreibst du komplett digital oder noch von Hand vor?

Rituale habe ich aufgrund fehlender fester Zeiten eigentlich auch nicht. Der PC steht immer in Reichweite, das ist dann aber auch schon alles.

Ich schreibe ausschließlich am PC. Von der Planung eines neuen Romans bis zum Manuskript. Nur die Ideensammlung, Geistesblitze, etc. werden von Hand in ein Notizbuch notiert, in dem ich dann ab und an blättere und mir denke „ach, darüber wollte ich auch mal schreiben …“



  1. Hast du noch „erste“ Schreibversuche in deiner Schublade liegen?

Nein, die handschriftlichen Sachen aus der Schule habe ich beim Umzug vor Jahren entsorgt. Mittlerweile bereue ich das aber ein bisschen.



  1. Dein aktuelles Buch heißt “Gefährlicher Rausch”. Beschreibe uns das Buch in einem Satz.

Es geht um die Vergewaltigungsdroge GHB, darum, dass eigentlich nichts so ist, wie es zunächst aussieht und um einen Kriminalkommissar, der nicht so heilig ist wie sein Name.



  1. Deine Bücher spielen in Ulm. Was war für dich ausschlaggebend, diesen “Tatort” zu wählen.

Ich bin in Ulm geboren und aufgewachsen. Da lag es nahe, die „Tatorte“ dorthin zu verlegen. Ich kann nur authentisch über Orte schreiben, an denen ich mich auskenne. Dabei ist es nicht wichtig, dass ich dem Leser alles ausführlich beschreibe, aber wenn ich unsicher bin, weil ich mich nicht auskenne, merkt das der Leser.

Allerdings würde ich die Krimis deswegen nicht als Regionalkrimis bezeichnen. Jeder Krimi spielt in irgendeiner Stadt. Ob jetzt in München, Hamburg, Berlin oder eben Ulm. Und keiner käme auf die Idee, zum Beispiel Inge Löhnigs Dühnfort-Reihe als Regionalkrimi zu bezeichnen …







  1. Wenn deine Krimis verfilmt werden würden, hättest du schon Wunschpersonen für dein Ermittlerduo „Jule und Mark“?

Für Jule wäre es auf jeden Fall Elena Uhlig vor 10 Jahren. Von Mark habe ich ein sehr konkretes Bild vor mir, allerdings gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Schauspieler derzeit sehr schwer :)



  1. Schaust du dir Krimis & Thriller im Fernseher an, um Ideen und Informationen zu sammeln, oder genießt du lieber eine „schnulzige“ Romanze?

Beides. Ich sehe gern Krimi im Fernsehen, allerdings weniger um Ideen zu sammeln als vielmehr um zu erkunden, warum sie funktionieren – oder eben nicht. Ich sehe mir aber sehr gern auch Liebesfilme an. Allerdings muss man schon sagen, dass bei beidem die Qualität nicht selten zu wünschen übrig lässt.



  1. Könntest du dir vorstellen, mal in eine ganz andere Richtung zu gehen? Eine romantische Komödie veröffentlichen, beispielsweise?

Ich habe mit klassischem Chicklit angefangen. Allerdings war ich wohl nicht komödiantisch genug. Trotzdem gibt es da noch den einen oder anderen Ansatz in der Schublade, den man noch einmal hervorholen könnte. Was mich reizen würde, wer das 19. und 20. Jahrhundert in Amerika.

Allerdings gibt es dazu im Moment noch zu viele Ideen im Krimibereich, die unbedingt auf’s Papier wollen. Aber, wer weiß? Vielleicht? Irgendwann …?



  1. Mit welcher Person aus deinen Büchern würdest du gerne mal einen Tag verbringen und warum? Und was würdet ihr dann tun?

Ganz klar mit Jule! Ich bewundere sie für ihre unverblümte Art, die mir leider fehlt. Ich selbst versuche immer, es allen recht zu machen. Jule schert sich einen Dreck um das, was andere von ihr denken. Sie ist da kompromissloser. Von ihr könnte ich sicher eine Menge lernen. Da würde es reichen, einfach nur in die Stadt zu gehen und einen normalen Tag zu verleben. Allerdings würde ich gern auch mal hinten auf ihrem Motorrad sitzen und mit ihr über die Alb fahren


Morgen geht es bei Bookwives mit der Blogtour weiter.


Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    Danke für den 1.Teil des Interviews. Bin schon auf morgen gespannt, denn jeden Tag gibt neue interessante Sache.

    LG..Karin..

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  2. Vielen Dank für das interessante Interview!
    LG Martina

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  3. Gern geschehen, freut mich, dass es Euch gefallen hat!

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  4. Ich bin ja eher der Nachtmensch. Die Schreibstellung sieht ja witzig aus. Und Krimis und Thriller schaue ich mir zwar nicht sehr oft im Fernsehen an, da ich in der Lage bin, auch bei viel Action einzuschlafen - selten haben Filme bei mir ein Ende. (Ich sollte also beim Fernsehen doch eher sitzen, als liegen). Dafür bin ich dann zu nachtschlafender Zeit wach und lese dann gerne mal ein Stündchen. Chicklit lese ich auch gerne - muss einfach sein. Liebe Katrin, solltest Du vielleicht doch nochmal bei Deinem Verlag einreichen...

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

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