Freitag, 10. Oktober 2014

[Blogtour] Katrin Rodeit über Jules Entwicklung und welche Rollen Musik & Essen spielen



* Wie siehst du die Entwicklung von Jule?
Ich persönlich finde die Entwicklung einer Serienfigur sehr wichtig. Mir passiert es oft, dass ich eine Serie zu lesen beginne, die mir gefällt. Dann giere ich förmlich auf die Fortsetzungen, weil ich wissen möchte, wie es weitergeht. Und werde dann oft genug enttäuscht, weil die immer gleichen Gags und Probleme der Protagonisten wiederkehren, ohne dass eine Entwicklung stattfindet. Nach spätestens dem vierten bin ich gelangweilt und lege die Bücher enttäuscht weg. 

Etwas anderes ist das bei Figuren wie beispielsweise Jerry Cotton, von denen monatlich oder gar wöchentlich neue Geschichten erscheinen. Da wollen die Leser keine Entwicklung. Sie möchten sich in ihrer vertrauten Leseumgebung sicher und wohl fühlen. Da schreibt aber auch ein Heer von Ghostwritern die einzelnen Geschichten, nicht ein einzelner Autor.

Bei Jule Flemming ist eine Entwicklung geplant. Sie hat ja nicht nur ein Berufsleben, sondern auch ein Privatleben mit Freunden und Familie. Wie es mit ihr weitergeht, steht seit dem ersten Band fest. Daraus bedingt sich dann aber auch das Ende der Serie.

Wie die Entwicklung genau aussieht, möchte ich jetzt natürlich nicht verraten. Aber ein Stück weit ergibt die sich aus der Anlage der Person heraus. Jule ist ein unabhängiger, freiheitsliebender Mensch. Sie ist es gewohnt, ihr Leben fest im Griff zu haben und Entscheidungen zu treffen. Das wird aber nicht so bleiben. Im Moment lebt sie im Gefühlschaos. Sie hat den Mord an ihrem Vater aufzuklären, der sie auch nach 14 Jahren noch immer nicht loslässt. Was niemand weiß, Jule war dabei, als ihr Vater erschossen wurde, und sie gibt sich indirekt die Schuld, dass der Mörder noch nicht gefasst ist. Aber in ihrem Leben gibt es auch zwei Männer. Zum einen ist da der Kriminalkommissar Mark Heilig, mit dem sie ein gemeinsames Erlebnis in der Vergangenheit verbindet, zum anderen aber auch der schweigsame Gast aus dem Jazz-Keller, Andreas, um den sich Gerüchte und Geheimnisse ranken, von denen niemand weiß, was Erfindung und was Wahrheit ist. Doch von der größten Herausforderung weiß sie noch nichts. Dabei lauert die schon hinter der nächsten Straßenecke …

Aber auch den anderen Personen sind Rollen zugedacht, die sie im Laufe der Geschichten ausfüllen sollen, und für jeden wird es einen Platz geben.


* Hast auch du positive Effekte für DEIN Leben daraus ziehen können?
Jule ist ein Stück weit so, wie ich gern wäre. Sie kümmert sich nicht darum, was andere von ihr denken, dabei lebt es sich für sie auch wesentlich leichter. Ich bin immer bemüht, es allen recht zu machen und bleibe dabei manchmal selbst auf der Strecke. Ein Bisschen von ihrer Willensstärke und ihrem Egoismus würden mir nicht schaden. Dabei bewundere ich sie dafür, dass sie so schonungslos ehrlich sein kein. Aber ich bin dabei, von ihr zu lernen ;-)

Was uns definitiv verbindet ist unsere Leidenschaft für Koffein. Jule liebte Kaffee ebenso wie ich, und ein Leben ohne wäre nicht denkbar.

Was uns unterscheidet, ist unsere Familie. Ich habe einen Mann und zwei Töchter und bin damit rundum glücklich. Das wäre aber etwas, das Jule noch von mir lernen könnte. Sie bräuchte ein bisschen mehr Verlässlichkeit in ihrem Leben und eine Person, mit der sie Probleme und Wünsche teilen kann. Davon muss ich sie aber erst noch überzeugen.


* Hat Jule die Liebe zum Kochen von dir? :)
Ja. Die Liebe zum Kochen hat Jule definitiv von mir. Schon als kleines Kind habe ich meiner Mutter beim Kochen zugesehen. Ich liebe die unterschiedlichen Gerüche, die durch die Küche ziehen, und ich finde es faszinierend, was man aus verschiedenen Zutaten zaubern kann. Auch wie man verschiedene Dinge kombinieren kann, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen, dann aber trotzdem ein stimmiges Gesamtbild abgeben.

Mittlerweile bin ich Mutter von zwei kleinen Kindern, und ich weiß, wie wichtige gesunde und ausgewogene Ernährung ist. Das stellt mich natürlich vor Herausforderungen, denn die Vorstellungen meiner Kinder decken sich selten mit meinen. Allerdings ist es auch schön zu sehen, wie unbefangen sie mit Lebensmitteln umgehen, und manchmal wundere ich mich auch, welche exotischen Dinge sie essen, die ich früher nicht einmal kannte. Ich hoffe, dass sie sich das behalten und eine ebenso große Freude fürs Kochen entwickeln wie auch ich.


* Sind die Rezepte selbst vorher von dir getestet worden?
Selbstverständlich ist alles von mir getestet. Nicht nur die einzelnen Gerichte, sondern auch die Cocktails ;-) Ich kann schlecht Rezepte empfehlen, die ich nicht selbst vorher ausprobiert habe. Dabei ist es mir wichtig, dass sie einfach zuzubereiten sind und trotzdem ein bisschen ungewöhnlich.


* Können wir uns auch im 3. Teil auf leckere Rezepte freuen?
Geplant ist, dass es in jedem der Bände Rezepte geben wird. Dabei möchte ich eine bunte Mischung von allem bieten. Raffinierte Salate ebenso wie Nudelgerichte, aber auch etwas Festliches, sogar ein altes Familienrezept möchte ich irgendwann weitergeben.


Ein Rezept darf ich euch verraten:
Pasta mit Garnelen in Weißweinsahnesoße

400g küchenfertige Garnelen, am besten frisch
Olivenöl
einige Spritzer Limettensaft
2-3 Knoblauchzehen
grobkörniges Meersalz
3 Thymian-Zweige
1 rote Chilischote
2 Schalotten
250g Kirschtomaten
100ml Weißwein
250ml Sahne
Gehackte Petersilie

Olivenöl, Limettensaft, zerdrückten Knoblauch und Meersalz zu einer Marinade verrühren. Die Chilischote in der Mitte halbieren, die Samen und Seitenwände entfernen und klein geschnitten zusammen mit den Thymian-Zweigen dazugeben. Die Garnelen mindestens zwei Stunde darin ziehen lassen.
Die abgetropften Garnelen in einer erhitzten Pfanne von beiden Seiten kurz anbraten. Anschließend aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.
Fein gewürfelte Schalotten und halbierte Cocktailtomaten in der gleichen Pfanne mit wenig Olivenöl anbraten und mit Weißwein ablöschen. Kurz einkochen lassen. Anschließend Sahne dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Am Schluss Petersilie unterheben und die Garnelen in die Soße legen.
Dazu Pasta servieren.


Verpasst morgen nicht das Gewinnspiel zur Blogtour,
falls ihr Lust auf deutsche Krimis habt.

Kommentare:

  1. Hm, schaut schon lecker aus, nur leider kein Rezept wo meine Männer hurra schreien würde.

    Schreibe es mir trotzdem mal ab, man weiß ja nie...

    LG..Karin..

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  2. Mmmh...sieht lecker aus...nur die garnelen stören ;) LOL Also ich muss zugeben, ich bin kein Meeresfrüchte-Fan, aber es gibt ja auch noch andere Rezepte in den Büchern und eigentlich lese ich ja auch den Krimi ;)
    Wieder ein sehr interessantes Invterview!
    LG Martina

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  3. Ihr Lieben, da gibt's auch was für den süßen Zahn ;-)

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    1. Oh ja. Und was zum Trinken! ;) Sogar Blogger-erprobt.

      LG
      SaCre

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  4. Jule und die Männer - ich bin ja gespannt, wer der Mann ihrer schlaflosen Nächte werden wird - Mark, oder der geheimnisvolle Andreas. Überhaupt Andreas: Ein Buch mit sieben Siegeln. Und Band 3 - spannend erwartet...

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

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