Sonntag, 26. Oktober 2014

[Gastrezension] McNeal, Laura - Das Haus am Mississippi River

Gastrezension von Starbucks



Mit ihrem Roman „Das Haus am Mississippi River“ entführt Laura Lane McNeal entführt den Leser zurück in die 60ger Jahre in New Orleans, in die Zeit rund um den Civil Rights Act (1964) . Sie zeichnet eine Familiengeschichte in beiden Hautfarben, die später auch noch verknüpft wird. Die Autorin stammt selbst aus New Orleans und sagt, sie wollte mit dem Roman auch dafür sorgen, dass diese Zeit nicht in Vergessenheit gerät.


Zum Inhalt: Obwohl der Roman im Originaltitel „Dollbaby“ heißt und damit nach der schwarzen Haushaltshilfe im Herrenhaus von Miss Fannie benannt ist, dreht sich alles hauptsächlich um die anfangs 12jährige Liberty Bell, genannt Ibby, die nach dem Unfalltod ihres Vaters aus dem Pazifischen Nordwesten in das Elternhaus des Vaters nach New Orleans geschickt wird, in dem die wunderliche Miss Fannie, Ibbys Großmutter, wohnt. Ibby freundet sich schnell mit den schwarzen Haushaltshilfen, Queenie und Dollbaby an, die sie sehr herzlich aufnehmen. Auch die Großmutter zeigt bald ihre sanfte und großzügige Seite, denn sie möchte Ibby gern für immer da behalten. Ibby, die zuvor noch nie mit Schwarzen zu tun gehabt hat, freundet sich mit den Haushaltshilfen an, erlebt, wie das in der Stadt ungern gesehen wird, verliebt sich zum ersten Mal und erfährt nach und nach immer mehr über die geheimnisvollen Familiengeschichten ihrer eigenen und der schwarzen Familie. Während Ibbys Mutter nach dem Tod des Vaters wie vom Erdboden verschwunden scheint, kommt die Großmutter Ibby immer näher. Die geheimnisumwobene alte Dame ist nicht die, die sie zu sein scheint..

Mein Eindruck: Das Buch liest sich sehr gefällig; es bietet eine einfache Südstaatengeschichte, in der die Rassentrennung auch angeschnitten wird. Im Großen und Ganzen bleiben die geschichtlichen Ereignisse aber im Hintergrund. Anfangs kommt die Handlung aber nicht richtig in Gang, im letzten Drittel ist der Roman von Ereignissen, Straftaten und Schreckensnachrichten geradezu überfrachtet, so dass der Leser sich fragen muss, ob das alles hätte sein müssen, denn nicht alle Handlungsstränge sind für das Ende relevant. Am Ende gibt es noch eine überraschende Wende für den Leser, die man sich aber fast denken konnte. Laura Lane McNeal hat eine nette Geschichte geschrieben; ihre literarischen Fähigkeiten möchte ich aber in Frage stellen, denn die meisten Enthüllungen werden nicht aufgedeckt oder in das Geschehen eingeflochten, sondern vieles wird einfach nach und nach erzählt. Ein guter Roman kann anders mit Enthüllungen und Überraschungen umgehen.

Fazit: Ein netter Roman, den man gut nebenbei lesen kann, aber nicht gelesen haben muss. Die Protagonisten haben mich nicht überzeugt. Das Lektorat hat sich auch einige Patzer erlaubt, mehr, als man bei einem solch großen Verlag erwarten würde. Literarisch ist dieses Buch weit davon entfernt, ein Meisterwerk zu sein. Da ich es trotzdem ganz gern gelesen habe, kann ich 3,5, in diesem Fall gerade noch 4 Sterne vergeben. Ein zweites Mal lesen werde ich „Das Haus am Mississippi River“ aber nicht.

  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (14. Juli 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453410416
  • ISBN-13: 978-3453410411
  • Originaltitel: Dollbaby
  • Verlag:




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