Dienstag, 18. November 2014

[Die Story hinter dem Buch] Nancy Salchow - Kirschblütentag



heute:



 Nancy Salchow - Kirschblütentag

 



Halte durch, lieber Rollkoffer! Solange der Reißverschluss noch zugeht, bist du nicht zu voll. Frankfurt, ich komme!
Halte durch, lieber Rollkoffer!
Solange der Reißverschluss noch zugeht,
bist du nicht zu voll.
Frankfurt, ich komme! (9. Oktober 2012)
Ich erinnere mich noch wie heute an den 11. Oktober 2012. Damals unterhielt ich mich gerade mit meiner Neobooks-Lektorin Eliane Wurzer, die mir seit meinem Debüt „Herzliche Restgrüße“ zur Seite gestanden hatte. Es war mitten auf der Frankfurter Buchmesse und ich hatte im Rahmen des neu vorgestellten Selfpublishing von Neobooks/Droemer Knaur einige Pressetermine gemeinsam mit dem Verlag. Zwischen zwei von diesen Terminen standen wir nun also neben dem Droemer-Stand und unterhielten uns in einer Gelassenheit, als befänden wir uns tagtäglich auf einer Messe wie dieser. In ebendieser Gelassenheit meinte Eliane plötzlich zu mir: „Sag mal, Nancy, welches deiner eBooks wollen wir nun eigentlich für den Print nehmen?“

Print? Taschenbuch?


Ich weiß noch wie heute, wie sprachlos ich zu diesem Zeitpunkt war, nicht nur weil ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte, sondern weil Eliane diese Frage auch im selben Tonfall stellte, als wollte sie fragen, ob wir uns ein Taxi teilen.

Ich bei Knaur im Print? Bei meinem absoluten Wunschverlag?

Es hatten sich vorher einige Möglichkeiten ergeben, diesen Kindheitstraum umzusetzen, aber mein Lieblingsverlag war von Anfang an Knaur gewesen – und insgeheim hatte ich immer auf eine Möglichkeit gewartet, diesen Traum zu verwirklichen. Und nun sollte es tatsächlich soweit sein?

Der 11. Oktober sollte aber nur der Anfang einer langen Reise sein, die nun am 3. November 2014 endlich ein Ende finden wird. Ende im Sinne von „Das Buch erscheint endlich“.

Ja, tatsächlich, endlich ist es soweit: Nach vielen Monaten, in denen der Verlag und ich gemeinsam überlegten, welches meiner Manuskripte es in ein Taschenbuch schaffen sollte, an einem Namen bastelten, darüber nachdachten, was es alles dafür zu tun gab  - und ich letztendlich meine Idee zum ursprünglichen Arbeitstitel „Emilias Spuren“ in die Tat umsetzte. Denn ebendiese Idee einer zerbrechenden Familie, die gewissermaßen selbst nach dem Tod der fürsorglichen Großmutter Emilia noch Hilfe von ihr erhält, war schon älter und mittlerweile mehr als bereit, nun endlich umgesetzt zu werden.

Heute bin ich froh, dass die Entscheidung genau auf dieses Buch gefallen ist, denn ich halte es für eine Geschichte, die zum Nachdenken anregen sollte, gerade in der heute so schnelllebigen Zeit, wo das Wesentliche viel zu häufig auf der Strecke bleibt.

Endlich: Die "Kirschblütentage" einige Wochen vor der Taschenbuch-VÖ als eBook.
Endlich: Die “Kirschblütentage” einige Wochen
vor der Taschenbuch-VÖ als eBook.
„Eine Plastikrose mit einer Uhr in der Mitte, ein Teelichthalter aus grünem Glas, ein altes Buch – drei von vielen Dingen, die die zerstrittenen Eltern Jasmin und Vincent und ihre heftig pubertierenden Kinder plötzlich überall im Haus finden. Gegenstände, die Erinnerungen wecken an die unbeschwerte Anfangszeit ihrer Ehe. Aber diese Funde sind kein Zufall. Sorgfältig hat Emilia, die kürzlich verstorbene Großmutter, in ihren letzten Tagen diese Spuren gelegt. In der Hoffnung, ihre auseinanderbrechende Familie wieder zusammenführen zu können. Doch ist der Zauber der Erinnerung stark genug?“


Ich erinnere mich jedoch nicht nur an den 11. Oktober 2012, sondern auch daran, wie ich diese tolle Neuigkeit endlich mit der Welt teilen durfte. Denn bis endlich die Entscheidung gefallen war, welches Buch erscheinen wird und die Details feststanden, sollten noch einige Monate vergehen. Ausgerechnet nach einem völlig ungeplanten Klinikaufenthalt, der mein Leben vollkommen aus den Fugen nehmen sollte, durfte ich diese Info endlich mit der Welt teilen. Damals hatte mich ein Burnout und besonders schlimme Schicksalsschläge in meiner Familie aus dem Alltag gerissen und mich in eine Depression geworfen, die mein ganzes Leben verändern sollte. Vielleicht sehe ich die „Kirschblütentage“ deshalb jetzt, wo sie endlich erscheinen, auch ein bisschen als gutes Zeichen an, als ein Symbol für das Leben, wie es sein sollte. Und auch ein Symbol dafür, dass am Ende alles gut wird.

"Woran man merkt, dass es das erste eigene "richtige" Taschenbuch und man selbst weit davon entfernt ist, Routine im ganzen Drumherum zu haben? Daran, dass man die Verlagsvorschau noch immer nicht aus der Handtasche genommen hat und überallhin mitnimmt und herumzeigt. "
“Woran man merkt, dass es das erste eigene “richtige” Taschenbuch und man selbst weit davon entfernt ist, Routine im ganzen Drumherum zu haben? Daran, dass man die Verlagsvorschau noch immer nicht aus der Handtasche genommen hat und überallhin mitnimmt und herumzeigt. “








geschrieben von Nancy Salchow   

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (3. November 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426515032
  • ISBN-13: 978-3426515037



1 Kommentar:

  1. Was für ein sympathischer Beitrag! Ich habe ihn gern gelesen und freue mich nun auf den Roman, der schon bereit liegt!
    Liebe Blubbergrüße
    Anka

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