Mittwoch, 5. November 2014

[Rezension] Merchant, Judith - Die Lügen jener Nacht

Mimi folgt der Einladung einer ehemaligen Kommilitonin und fliegt von Schottland zurück in ihre Heimat Bonn, um dort an einer Hochzeitsfeierlichkeit teilzunehmen. Lange war der Kontakt zwischen ihr und ihren früheren Studienfreundinnen abgebrochen, aber nach dem wilden Junggesellinnenabschied bilden sie wieder eine Clique. Der Tod des Bräutigams am Hochzeitstage überschattet jedoch ihren Aufenthalt und Deutschland und schnell beginnt Mimi zu grübeln: Wurde sie lediglich eingeladen, um der Polizei ein Sündenbock zu präsentieren?


Mimi ist die Ich-Erzählerin des Romans und hat bisher noch nicht viel aus ihrem Leben gemacht. Als ihr Freund die Beziehung beendet, steht sie plötzlich als arbeitsloser Single ohne Unterkunft dar. Zu diesem Zeitpunkt musste ich mir kurz das Buch erneut anschauen, um zu überprüfen, ob ich ausversehen zu einem Chick-Lit Roman gegriffen hatte. Jedoch spielt Merchant lediglich mit diesem Klischee und viel mehr Chick-Lit trifft man im Roman auch nicht an. Stattdessen baut die Autorin eine gewisse (verwirrende) Spannung im Buch auf. Die Beziehung zwischen Mimi und ihren ehemaligen Kommilitoninnen bleibt relativ lange im Unklaren, Mimi kann sich an viele Vorkommnisse aus der Vergangenheit nicht mehr erinnern und vermutet sogar, dass ihr einige Ereignisse nur vorgetäuscht werden. Als es zu dem Mord kommt, taucht die Autorin tiefer ein. Wer spielt lediglich eine Rolle und versteckt sein wahres Ich, was steckt hinter der Gruppendynamik der Frauen und wer könnte Interesse an Mimis Anwesenheit und am Mord des Bräutigams haben?

Der Roman lässt sich dank des guten Schreibstils flüssig lesen. Die Handlung bleibt einige Zeit verwirrend und wirft viele Fragen auf, die jedoch zum Ende weites gehend beantwortet werden. Die Auflösung kam für mich unerwartet und ein bisschen over-the-top. Vielleicht waren es ein paar zu viele Verwirrungen, um realistisch zu bleiben. Ein Hauch weniger hätte mir wahrscheinlich besser gefallen.

Fazit: Ein Roman, der meiner Meinung hauptsächlich weibliche Leserinnen anspricht, die spannende Unterhaltung suchen, nahezu ohne Blut und an einer verwirrend erscheinenden Handlung dran bleiben, um die Auflösung im Showdown zu finden.


  • Broschiert: 448 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (21. August 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426516276
  • ISBN-13: 978-3426516270
  • Verlagsgruppe:


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