Dienstag, 2. Dezember 2014

[Rezension] Voosen, Jana - Und Eva sprach ...

Adam und Eva... Ach nein, Evi und Alexander, so heißt das Liebespaar in Jana Voosens neuem Roman. Die beiden sind bereits seit fünf Jahren zusammen und eigentlich läuft alles super, bis aufs Evis Schwäche für Männer im Allgemeinen. Sobald sie jemanden Schnuckeliges sieht, würde sie am liebsten mit ihm ***. Um ihr scheinbar tief verwurzeltes Problem zu lösen, sucht sie einen Therapeuten auf, der sie mit Hypnose zur monogamen Frau ohne Gelüste anderen Männern gegenüber werden lassen soll. Stattdessen schubst er Evi ins Paradies, wo sie auf Adam, Eva, den Apfel, Verlockungen und Schuldgefühle stößt.

Nachdem ich von Voosens letztem Roman ("Pantoffel oder Held?") extrem begeistert war, war klar, dass ich auch das neue Buch schnell lesen muss. Immerhin klang es nach humorvoller Unterhaltung abseits des typischen (für mich gleichbedeutend mit langweiligen) Frauenromans. Der Schreibstil war erneut sehr flüssig und somit lässt sich der Roman schnell lesen und führt den Leser abwechselnd in Evis Gegenwart und ins Paradies, welches Dank der künstlerischen Freiheit der Autorin durchaus etwas von der üblichen Beschreibung abweicht.

Die Protagonistin Evi ist chaotisch, liebenswert, unvorhersehbar in ihrer Art und Weise und genauso ist auch der Roman. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass ich etwas anderes erwartet hatte, ohne es näher bestimmen zu können. Trotzdem konnte ich mich auf die Geschichte einlassen, auch wenn es teilweise etwas chaotisch wird zwischen der Gegenwart und dem Paradies. Voosen hat sehr viele Themen in ihren neuen Roman eingebaut. Vielleicht einen Hauch zu viel, so dass man vom unerfüllten Kinderwunsch, der Bibel, Erfahrungen mit Hypnose, Angst vor langfristigen Bindungen bzw. die Abwägung einer offenen Beziehung usw. manchmal etwas erschlagen wird. Das Ende hat mir persönlich nicht gefallen, der Anfang und die Mitte sind die stärkern Parts des Buches, in denen Voosen vor allem durch Witz und Humor überzeugen kann.

Für das Lesen des Romans und fürs Verständnis ist kein religiöses Vorwissen erforderlich. Es gibt ab und an kurze Zitate aus der Bibel, die hervorragend mit den Textstellen der Autorin abgestimmt sind, und der Roman ist kein Versuch die Leser zum christlichen Glauben zu bekehren.



Fazit: Der neue Roman von Jana Voosen hat mich gut und kurzweilig unterhalten. Allerdings gefiel mir inhaltlich und vom Humorlevel das Buch "Pantoffel oder Held?" besser. Trotzdem weiß Voosen, wie sie Leser unterhält und bietet amüsante Lesestunden mit ihrer Evi.

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (13. Oktober 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453417895
  • ISBN-13: 978-3453417892
  • Verlag:

1 Kommentar:

  1. Hm, das klingt tatsächlich nach ziemlich viel Themen für ein Buch. Aber dadurch auch eben nicht so standard klischeemäßig wie viele andere Frauenbücher.

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