Freitag, 12. Dezember 2014

[Rezension] Weißer, Julia - Der geheime Wunsch: Ein zauberhaftes Weihnachtsmärchen

Seit fast neun Monaten fragt sich Fill Snow, ob es den Weihnachtsmann tatsächlich gibt. An Heiligabend will der Sechsjährige die Wahrheit herausfinden und dafür hat er bereits vor einiger Zeit einen Plan ausgetüftelt. Selbstverständlich hat er diesen jedoch niemandem mitgeteilt, denn er will den Erwachsenen keine Chance geben, ihm etwas vorzuspielen. Außerdem gibt es ein, zwei Dinge, die wirklich nur der Weihnachtsmann erledigen könnte, daher bleibt es bis zum Heiligabend spannend - gibt es ihn tatsächlich oder nicht?


"Der geheime Wunsch" greift ein bekanntes Thema auf: Existiert der Weihnachtsmann tatsächlich oder ist er nur eine Figur, die die Erwachsenen sich ausgedacht haben? Julia Weißer lässt ihren kleinen Protagonisten Fill Snow ein Weihnachtsfest erleben, bei dem ein geheimer Wunsch die alles entscheidende Frage klären soll, und sorgt für weihnachtliche Unterhaltung, die mich jedoch etwas zwiegespalten zurück gelassen hat.

Laut Angabe der Autorin ist das Buch ein Weihnachtsmärchen für Erwachsene und Kinder. Den Part mit dem Weihnachtsmärchen kann ich bestätigen, am Ende wird es auch etwas unrealistisch, aber mit dem Weihnachtszauber ist nun einmal alles möglich :). Für Kinder zum Selbstlesen oder zum Vorgelesen bekommen finde ich die Geschichte jedoch nicht geeignet und würde es daher eher für Erwachsene ansehen. Aufgrund der Textmenge kann es nämlich nur von älteren Kindern gelesen werden und ob diese sich dann noch für die Thematik interessieren, bezweifle ich etwas.

Der Roman enthält ein paar Zeichnungen, die scheinbar von der Autorin selbst erstellt wurden. Ich muss zugeben, dass mir davon nur ein Teil gefallen hat, aber das ist natürlich Geschmackssache. Gestört haben mir jedoch einige Rechtschreibfehler, die in Büchern nicht vorkommen sollten.

Sehr süß fand ich, wie Fill versucht Erwachsenensprache zu verstehen und zu interpretieren. So hat er Schwierigkeiten mit Chief Accountant, woraus schnell ein Astronaut wird, und auch der Spruch "von allen guten Geistern verlassen zu sein" nimmt er sehr wörtlich. Diese Szenen haben mich durchaus zum Schmunzeln gebracht. Des Ende ist ebenfalls sehr gelungen und versprüht den Weihnachtszauber. 

Leider hat mich die Geschichte trotzdem nicht abholt und mit sich gerissen. Obwohl es mit 64 Seiten sehr dünn ist, habe ich es mehrfach zur Seite gelegt. Gefesselt hat es mich leider nicht.

Fazit: Die Geschichte ist ganz süß, besonders Fill, der die Erwachsenenwelt durch seine Augen sieht, aber das gewisse Etwas hat mir einfach gefehlt. 3,5 Sterne für dieses Weihnachtsmärchen.

  • Taschenbuch: 64 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 3 (17. Oktober 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3732288560
  • ISBN-13: 978-3732288564


Kommentare:

  1. Hey Claudia,
    ich kann deine Kriti gut nachvollziehen, da es mir ganz ähnlich mit dem Buch ging. Die Rechtschreibfehler sollen in der aktuellen Auflage ausgemerzt sein. Ich fand die Sprache nicht besonders kindgerecht. Auch in meinen Augen ist es eher ein Buch für erwachsene Leser.
    LG
    Yvonne

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  2. Ich fand die Geschichte zwar sehr gut, aber zum Selberlesen fand ich das Buch für Leseanfänger, bzw. ungeübte Leser eher ungeeignet. Doppelt soviele Seiten, mehr Leerzeilen, dann wäre das Buch toll. Dass der Schluss unrealistisch ist - naja, das ist bei Märchen ja schon mal so. Die Rechtschreibfehler wurden laut Autorin inzwischen behoben. Die Sprache ist nicht besonders kindgerecht - dazu kann ich sagen, dass dadurch das Buch auch gut für ältere Leser geeignet ist. Aber so hat jeder seine eigene Meinung zu einem Buch, sonst wäre es ja auch langweilig.

    LG, einen Guten Rutsch und ein lesenswertes 2015 wünscht
    Heidi, die Cappuccino-Mama

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