Freitag, 27. Februar 2015

[Gastrezension] Bussi, Michel - Das Mädchen mit den blauen Augen

Gastrezension von Tausend Bücher

Im Jahr 1980 kommt es bei einem Passagierflug ganz plötzlich zum Absturz. Keiner der Passagiere überlebt, bis auf ein kleines Baby, das wie durch ein Wunder unversehrt bleibt. Als später im Krankenhaus die Identität des kleinen Mädchens geklärt werden soll, stellt sich heraus, dass zwei fast gleichalte Babys in dem Flugzeug waren: Lyse-Rose de Carville und Emilie Vitral. Die Eltern beider Babys sind im Flugzeug ebenfalls umgekommen, die einzigen Verwandten die Großeltern und jeweils ein Geschwisterchen, die das Baby für sich beanspruchen. Doch handelt es sich bei dem Baby um Lyse-Rose oder Emilie? Der einzige Hinweis sind die blauen Augen des kleinen Mädchens..

18 Jahre später lüftet ein Privatdedektiv endlich das Geheimnis um Lylie, die zwar einer der Familien zugesprochen wurde, aber immernoch nicht weiß, ob sie eigentlich Lyse-Rose oder Emilie ist. Und er wird kurz nach seiner Enthüllung ermordert..

Das Buch hat für mich irgendwie diesen typischen französischen Stil, gefühlvoll, leicht melancholisch und trotzdem spannend. Der Schreibstil ist ebenso und hat mir richtig gut gefallen. Es wird aus der 1998er-Gegenwart erzählt, in der Lylie, wie sie nun oft genannt wird, immernoch damit zu kämpfen hat, wer sie eigentlich ist. In diese Gegenwartserzählungen mischen sich Aufzeichnungen des Privatdetektives Grand-Duc, der kurz nachdem er das Geheimnis endlich gelüftet hat, ermordet wurde. Und hier geht die Spannung erst richtig los! Was wusste Grand Duc, was ihm das Leben kostete? Wer ist Lylie wirklich? Dabei holt Grand-Duc in seinen Aufzeichnungen, die man nur häppchenweise serviert bekommt, ganz weit aus und fängt komplett am Anfang seiner Ermittlungen an, berichtet vom Flugzeugabsturz und Details, die er damals entdeckt hat. Gleichzeitig spielen sich in der Gegenwart parallel auch mehrere Dinge ab, bei denen auch Lylies Vielleicht-Geschwister Marc und Malvina involviert sind. Und auch die beiden Großmütter spielen eine größere Rolle, als zunächst erwartet, gepickt von Geld, Intrigen und Geheimnissen.

Richtig schön fand ich, dass das Buch erst langsam loszugehen schien, man in die Geschichte langsam hineingeführt wurde und mit jeder Seite Spannung hervorgerufen, gleichzeitig auch ein Puzzelteil hinzugefügt wurde. Und je weiter ich gelesen habe, desto schneller ging es plötzlich, bis sich die Ereignisse überschlagen haben. Eine wirklich tolle Spannungskurve! Und dabei wurde die ganze Zeit trotzdem der selbe gefühlvolle Stil beibehalten, wie ein roter Faden, an dem sich die Geschichte entlangschlängelt. Und auch viele Überraschungen parat hielt. Es war wirklich kein bisschen voraussehbar, ich war immer wieder aufs neue von den Wendungen überrascht!

Die Protagonisten sind allesamt geheimnisvoll, da jeder von ihnen seine eigenen Geheimnisse hat. Und obwohl man so vieles nicht über sie erfährt fühlt man sich beim Lesen aber dennoch nicht außen vor, sondern mitten drin in der Geschichte, was ich sehr gelungen finde.

Fazit: Das Buch hat mich nicht nur positiv überrascht, sondern mit seiner spannenden, geheimnisvollen und lieblichen Erzählweise wirklich gegeistern können. Ich war mir vorher nicht ganz sicher, was mich erwarten wird, da ich das Buch nicht so richtig einsortieren konnte. Und letztendlich hatte ich damit recht, man kann das Buch nicht so wirklich einsortieren, denn es ist von allem ein bisschen- romantischer Liebesroman, fesselnder Krimi, spannende Detektivgeschichte und verstrickter Familienroman. Und da mich dieses "von allem ein bisschen" total überzeugen konnte, gibts von mir eine ganz klare Leseempfehlung! Für mich ein echter Geheimtipp! :)

  • Gebundene Ausgabe: 412 Seiten
  • Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 5 (17. Februar 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3352008760
  • ISBN-13: 978-3352008764
  • Verlagsgruppe:


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