Freitag, 20. März 2015

[Die Story hinter dem Buch] Engelmann, Gabriella - Apfelblütenzauber



heute:



Engelmann, Gabriella - Apfelblütenzauber

 


Wenn Engel reisen – oder zwei Doofe, ein Gedanke ;-)

Kennt ihr das auch?
Ein wunderschönes Ausflugsziel liegt quasi zum Greifen nahe – aber irgendwas kommt immer dazwischen.
So ging es mir bis vor zwei Jahren mit dem Obstanbaugebiet „Altes Land“ vor den Toren Hamburgs. Schon immer wollte ich dahin, entweder zur Apfelblüte – oder zur Ernte. 

Selbst Äpfel pflücken, das stellte ich mir himmlisch vor. Genauso erging es meiner besten Freundin, die eines Tages beschloss: „Los, wir machen das jetzt! Wir starten von Blankenese aus, setzen mit der Fähre über die Elbe, und gehen als erstes zum Café im Apfelgarten nahe des Este-Sperrwerks. Und weil wir das Auto dabei haben, können wir nach Herzenslust Äpfel, anderes Gemüse und diese tollen Obstkisten kaufen, aus denen man später Regale zaubern – oder sie einfach nur hübsch finden kann.“

An einem Sonntag im September war es dann soweit: Wir saßen an Deck der Fähre und ließen uns den Wind um die Nase wehen.

Blankenesee

Der Fährschiffer verkaufte die Tickets, plauderte nett mit uns – alles war gut. Auf der anderen Elbseite angekommen, schnappten wir uns wunderschöne Körbe, und los gings. 




Mir hatte es besonders die Sorte Finkenwerder Herbstprinz angetan, denn die ist schön mild und auch für Allergiker geeignet. Wir pflückten und pflückten, kauften im Hofladen Marmeladen und zwei Obstkisten – und wähnten uns im Paradies.
Dieser Zustand hielt allerdings nur so lange, bis uns auffiel, dass es uns ja gar nix nützte, das Auto dabei zu haben, denn dieses parkte am anderen Elbufer in Blankenese.
Und unsere Einkäufe, bzw. Äpfel waren ultraschwer.
Was nun? Umtauschen oder Zurückgeben kam nicht infrage. 

Erstens wäre das peinlich gewesen und zweitens waren wir ja ganz wild auf unsere „fette“ Beute. Da wir unbedingt die Region erkunden wollten (nächstes Ziel: Estebrügge) und weit und breit kein Fahrradverleih in Sicht war, blieb uns nur eines übrig: Schleppen!
Die Autorin in mir bangte um ihr zartes Handgelenk („Morgen kann ich bestimmt NICHT schreiben, wenn ich das zu sehr belaste“) – und mittlerweile war es auch ziemlich warm.
Tapfer ließen wir uns zunächst weder unterkriegen noch die Laune verderben. Also schleppten und staunten wir, bis wir vor Müdigkeit und Durst beinahe aus den Latschen gekippt wären. Da kam uns die Bushaltestelle sehr gelegen, denn dort konnte man sich auf ein Bänkchen setzen, war im Schatten, und konnte sich von dort aus gemütlich wieder mit dem Bus zum Fähranleger kutschieren lassen.
Dachten wir!

Was wir nicht wussten: Im Alten Land ist das leider so eine Sache mit den „Öffis“. Angeblich gibt es sie, aber wenn man sie braucht, sind sie entweder vom Erdboden verschluckt oder fahren nur dorthin, wohin sie gerade wollen (So mehrfach mit der S-Bahn erlebt, die einfach in Buxtehude hielt, anstatt wie angekündigt weiter nach Stade zu fahren).
Nach einer halben Stunde dämmerte es uns: Das hier könnte ein Problem werden!
Also packten wir unsere Siebensachen und dackelten immer noch tapfer (diesmal aber etwas wortkarg und müde) in Richtung Este-Sperrwerk, wo wir die Fähre zurück nach Blankenese nehmen wollten. Doch die hatte beschlossen, wegen Niedrigwassers den Betrieb einzustellen.
Ein Schiff ohne eine Handbreit Wasser unterm Kiel fährt eben nicht.
Mittlerweile hatte das Wetter umgeschlagen, genau wie unsere Laune.
Ich hatte Hunger – aber keine Lust auf Äpfel.
Ich hatte Durst, konnte aber so schnell keinen Apfelsaft zaubern.
Es begann zu regnen, weit und breit keine Möglichkeit in Sicht, sich unterzustellen.
Und wir mussten auf die nächste Fähre warten, wann auch immer die kommen würde.
Meine Freundin schaute traurig auf den Anleger und sagte seufzend: „Wenn hier wenigstens ein Café wäre. Oder zumindest ein Kiosk.“
Und ich dachte: That´s it! Ich baue eines – zumindest in meiner Fantasie. Dieses Café nenne ich dann Elbherz und es wird ganz wundervoll.

Um die Geschichte zum Ende zu bringen:
Die Fähre kam nicht.
Zumindest nicht, solange wir da saßen.
Elbufer

Dafür aber – oh Wunder! – ein Bus, der uns nach Finkenwerder brachte.
Von dort aus ging es mit einer anderen Fähre zum Anleger Teufelsbrück, wo wir uns im Kiosk des Café Engel mit Getränken und Essen stärkten.
Von da ging es dann weiter mit einem anderen Bus – und von da aus zu Fuß, weil das Auto nicht in der Bushaltestelle parkte. 

Kiste im Bus

Eine Odyssee ist ein Lacher gegen unsere Reise.
Tage später haben wir erfahren, dass man normalerweise bei der Überfahrt von Blankenese davor gewarnt wird, dass die Fähre wegen Niedrigwassers ausfallen kann.
Das hatte unser „Schiffer“ aber vergessen, weil er mit zwei Mädels neben uns geflirtet hat.
Sei´s drum – dieser Tag wird uns auf ewig im Gedächtnis bleiben.
Und er bildete den Grundstein zu meinem Roman APFELBLÜTENZAUBER.
Danke, liebe Bettina, dass du mich ins Alte Land - und später zu den wundervollen Apfel – und Kürbisfesten bei Schuback in Jork gelotst hast.
Dieser Roman ist NUR FÜR DICH :)

Und wenn du das nächste Mal sagst „Wir haben das Auto dabei“, dann weiß ich, dass ich alles darf – nur keine Äpfel pflücken …



  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. April 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426515776
  • ISBN-13: 978-3426515778





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