Montag, 16. März 2015

[Gastrezension] Lanfermann, Mechthild - Wer ohne Liebe ist

Gastrezension von Starbucks

Unterwegs im rechten Milieu

Mit dem Titel “Wer ohne Liebe ist”, der m.E. gar nicht so gut passt, möchte Mechthild Lanfermann oder ihr Verlag wohl an Elizabeth George und ihre Romane anknüpfen. Gar nicht nötig, denn sie hat ihren eigenen Stil und ihre eigene Ermittlerin, Emma Vonderwehr, geschaffen, deren zweiten Fall sie hier vorstellt.




Zum Inhalt: Eigentlich ist Emma Journalistin, die sich aber in den Ermittler Edgar Blume verliebt hat. Sie berichtet wenig und ermittelt selbst viel mehr als der Kommissar. Als der Lehrer Lukas Brinkmann (der erst Mathe-, Deutsch- und Kunstlehrer, dann aber Sport- und Musiklehrer ist, oder umgekehrt) ermordet wird, ist bald klar, dass die Spur in seinen Heimatort und in die rechte Szene führt. Die Ermittlung für mitten ins ländliche Brandenburg, in eine rechte Szene, die ich der Autorin so voll abgenommen habe, ohne selbst viel davon zu wissen.

Das Ermittlerpaar Edgar und Emma ermittelt eigentlich nicht zusammen. Nur manchmal erfährt Emma von Edgar Dinge, die er ihr nicht verraten dürfte. Damit kann Emma weiter schnüffeln, während der Kommissar fast komplett im Hintergrund bleibt. Seine Rolle ist fast eine Nebenrolle. Warum die beiden hier überhaupt als Paar dargestellt wird, ist mir unklar und für die Handlung selbst eher unwichtig. Außerdem haben beide auch noch einen anderen Partner im Sinn, aber die Story um ihre Beziehung wird nicht wirklich vertieft.

Eigentlich könnte Emma auch die Ermittlerin sein. Man fragt sich als Leser schon, wie sie so oft ihren Job vernachlässigen kann. Die Autorin selbst stammt aus dem Nachrichtenjournalismus und versucht, ihren Job möglichst authentisch darzustellen, aber manchmal hat man das Gefühl, darauf liegt ihr Hauptaugenmerk, nicht so sehr auf dem Fall. Und damit nervt der Journalismus oft, und warum oder wie Emma ihre berechnende und durchaus ambitionierte Freundin ausgesucht hat, bleibt auch im Dunkeln (für mich).

Fazit: Eigentlich ist die Krimihandlung und die Schilderung des rechten Milieus recht gut und glaubhaft, und auch die Ausarbeitung der Charaktere, z.B. des Jungen, dessen Bruder ums Leben kam, ist durchaus gut ausgearbeitet, aber die Protagonisten selbst nerven eher und könnten in den Folgeromanen gern ersetzt werden. Von mir gibt es dafür gute 4 Sterne.

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (8. Juli 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 344274377X
  • ISBN-13: 978-3442743773
  • Verlag:


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