Sonntag, 31. Mai 2015

[Gastrezension] Ahern, Cecelia - Das Jahr, in dem ich dich traf

Gastrezension von Starbucks


Ein Jahr voller Langeweile

Obwohl ich hier schon Bücher von Cecilia Ahern liegen habe, war „Das Jahr, in dem ich dich traf“ das erste, das ich von ihr gelesen habe. Es wird wohl auch das Letzte gewesen sein. Die Autorin ist ja so beliebt bei vielen Leserinnen, dass ich große Erwartungen in diesen Roman gesetzt habe – leider wurden sie enttäuscht. 



Zum Inhalt: Jasmine wird aus der Firma, die sie eigentlich mitbegründet hat, von ihrem Partner heraus gedrängt (warum sie nicht Teilhaberin ist, ist mir nicht klar geworden, warum ihr Partner sie entlassen kann, weiß ich nicht). Ein Jahr ist sie nun auf 'Gardening Leave', das heißt, sie darf unter Fortführung ihrer Bezüge nicht arbeiten. Ein tolles Jahr, würde man denken, denn es ist ja bezahlter Urlaub. Nicht so für Jasmine, die sich schrecklich langweilt, denn eigentlich ist sie eine Powerfrau, der durch die Entlassung der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Jasmine beschäftigt sich dann mit drei Dingen: ihrem Garten, aus dem sie eine Wellnessoase zaubert (die Autorin hat das 'Gardening Leave' einfach mal wörtlich genommen), ihrer Schwester, die Trisomie 21 hat und von Jasmine daher bemuttert wird, obwohl die Schwester ihr Leben viel besser meistert als Jasmine selbt, und ihrem verrückten Nachbarn, der meist betrunken ist und den sie quasi stalkt.

Das Buch ist eingeteilt in vier Jahreszeiten, die dem Gemütszustand und den Aktivitäten der Protagonistin entsprechen. Was mir gut gefallen hat, sind Jasmines Gedankengänge während ihrer Untätigkeit, ihre Veränderungen, ihre andere Wahrnehmung der Umwelt, da sie nun mehr Zeit hat, als ihr lieb ist. Sie hat Freundinnen, die sich nur noch um ihre Kinder kümmern, sie nimmt auf einmal ihr Leben ganz anders wahr, sie fühlt sich überflüssig – und beginnt dann, endlich ihre Zeit zu genießen und etwas aus dem Jahr zu machen.

So ist die Idee zu diesem Buch eigentlich sehr gut, der Inhalt sogar mehr oder weniger tiefsinnig, aber der Roman krankt vor allem am Schreibstil der Autorin. Im Präsens und aus der Sicht der Protagonistin geschrieben, mangelt es an direkter Rede und auch an Handlung. Man wünscht sich immer wieder, der Roman würde Fahrt aufnehmen, und man möchte das Buch auch gern immer wieder aus der Hand legen. Bis zur Mitte etwa habe ich nie mehr als zwei Seiten am Stück lesen können, dann musste ich das Buch weglegen. Später kommt mehr Bewegung in die Handlung, aber ein richtig gutes Buch wird aus „Das Jahr, in dem ich dich traf“, trotzdem nicht mehr.

Fazit: Cecilia Aherns „Das Jahr, in dem ich dich traf“ bekommt leider nur 3 Sterne von mir, da ich kaum Freude an diesem Roman hatte. Lediglich die Gefühle und Gedanken der Protagonistin sowie die Entwicklung, die sie durchmacht, haben mir sehr gut gefallen. Diese waren für mich sehr nachvollziehbar, da ich schon einmal in einer sehr ähnlichen Situation war und ein bezahltes Freijahr hatte, in dem ich ebenso wie Jasmine dachte und die Dinge so verändert wahrnahm. So konnte ich mich sehr mit der Protagonistin identifizieren, aber ein Lesegenuss wurde das Buch trotzdem nicht, was vor allem an dem ungewöhnlichen Schreibstil lag.



  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 1 (19. Februar 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3810501530
  • ISBN-13: 978-3810501530
  • Originaltitel: The Year I Met You
  • Verlagsgruppe:



 

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