Sonntag, 10. Mai 2015

[Gastrezension] Black, Saul - Killing Lessons

Gastrezension von Starbucks


Das ABC des Tötens

Entgegen der meisten Lesermeinungen hat mir Saul Blacks Thriller mit dem bezeichnenden Namen „Killing Lessons“ ausgesprochen gut gut gefallen. Wenn auch am Anfang der klammerlastige Schreibstil etwas genervt hat, so war dieses Buch dennoch für mich von Anfang bis Ende ein echter Pageturner.



Zum Inhalt: Die Handlung erstreckt sich über sehr viele Handlungsstränge und Perspektiven. Ein sehr grausamer Killer treibt sein Unwesen im gesamten Südwesten der USA. Die Morde verbindet lediglich ihre Grausamkeit und die Tatsache, dass der bzw. die Killer immer wieder unterschiedliche Gegestände in die aufgeschlitzten Frauenkörper „einarbeiten“. Der Leser erlebt die sehr intensiv geschilderte Handlung aus der Perspektive der Opfer, der Ermittler, der Täter selbst. Die Perspektive wechselt von Kapitel zu Kapitel, scheint aber keinem strukturierten Muster zu folgen. Während die alkoholsüchtige, abgearbeitete Valerie fieberhaft nach den Tätern sucht, wird sie von der neuen Kollegin Carla gemobbt und mit unlauteren Methoden aus ihrem Job gedrängt....

Wie man schon erkennen kann, gibt es zahlreiche Handlungsstränge: Da ist das tapfere Mädchen Nell, dessen Mutter ermordet wird, die selbst aber fliehen kann und vom Schriftsteller Angelo gerettet wird, da ist Claudia, die von den Tätern in deren Haus festgehalten wird und ungeahnte Stärke beweist, da ist Valerie mit ihren persönlichen Problemen und ihrer eisernen Überzeugung, dass sie die Täter finden wird, und da sind natürlich auch die beiden Täter, denen der Leser auch ins Innere blicken darf.

Besonders die Schilderungen aus der Sicht der der minderbemittelten und einfach irren Täter ist sehr eindringlich. Aber auch das Martyrium von Claudia kann der Täter aus der ersten Reihe mitverfolgen. Die Denkweise der kleinen Nell scheint zwar manchmal wenig kindlich, aber vielleicht war das gewollt, denn durch den Tod der Mutter musste diese quasi augenblicklich erwachsen werden.

Trotz der eher ungewöhnlichen Fülle an Charakteren und Perspektiven habe ich mich als Leserin nie verloren gefühlt. Obwohl zwischen den Schauplätzen und Personen hin- und hergesprungen wird, habe ich nie das Gefühl einer Unstrukturiertheit bekommen. Das Lesen von „Killing Lessons“ ist ein sehr intensives Leseerlebnis mit einem perfiden, aber guten, wenn auch sehr brutalen Fall.

Die Handlungsmotivation der Charaktere, besonders der beiden Täter, wird sehr nachvollziehbar dargestellt. Sie sind nicht einfach irre Killer, sondern irre Killer mit einem Hintergrund, einer Erklärung, warum sie so handeln.

Zur Sprache muss ich sagen, dass ich das viele „Sch....“ und so manch anderes Wort nicht gebraucht hätte. Andererseits wird gerade in Amerika das F...-Wort von bestimmten Gesellschaftsschichten ja in jeden zweiten Satz eingebaut, und da Black ja die Killer auch zu Wort kommen lässt, mag dies auch authentisch sein. Es gibt auch schon mal winzige Unstimmigkeiten, aber darüber konnte ich gut hinwegsehen. Am Ende fügt sich alles, und auch das Geheimnis um Carla wird noch aufgeklärt, und ich hatte dies auch nicht vorhergesehen. Hier durfte man als Leser also nicht wirklich mitraten, wer der Killer war, aber andere kleine Geheimnisse gab es dennoch.

Fazit: So ist mit der Auflösung dieser letzten Sache am Ende alles rund, und man kann „Killing Lessons“ als ein packendes Leseerlebnis zufrieden aus der Hand legen. Das Buch verdient mindestens 4,5 Sterne und bekommt daher von mir die volle Sternzahl.


  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (2. März 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426516101
  • ISBN-13: 978-3426516102
  • Originaltitel: Killing Lessons
  • Verlagsgruppe:

 

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