Freitag, 12. Juni 2015

[Gastrezension] Finch, Paul - Mark-Heckenburg (01) Mädchenjäger

Gastrezension von Starbucks

Erst Hochspannung, dann nur noch Gemetzel

Paul Finch weiß, wie man Hochspannung erzeugt. In seinem Thriller „Mädchenjäger“ macht sich der Leser gemeinsam mit Louise Jennings auf den Heimweg, um dann dort nie anzukommen. Was der Angestellten passiert, möchte ich hier nicht sagen, aber jedes Kapitel um Louise Jennings hat mir das Blut in den Adern gefrieren lassen. Bis dahin..



Zum Inhalt: Louise Jennings ist eine von 38 Frauen aus einem sehr weiten Umkreis um London, die verschwunden ist. Alle Frauen hatten eines gemeinsam: Sie kamen aus guten Verhältnissen, waren Mütter oder ordentliche Frauen, die im Berufsleben standen, keine hatte etwas Anrüchiges an sich, keine hatte einen Grund zu verschwinden. Mark „Heck“ Heckenburg, Ermittler in dem Fall, glaubt an einen Serientäter. Er ermittelt allerdings schon so lange unermüdlich, dass er in Sonderurlaub geschickt wird, um sich zu erholen. Heck ermittelt weiter, unterstützt von der ehemaligen Kämpferin Lauren, die keine Tabus kennt, wenn es um Gewalt geht. Auch Heck scheint zu vergessen, dass er Polizist ist, denn von nun an folgen Gewalt, Tote, sogar ein Mord, und die Gewalt herrscht von nun an vor… Ein Actionthriller, der sich leider am Ende nur noch um Action dreht, denn Überraschungen gibt es keine mehr.

Sehr vielversprechend fängt Finchs „Mädchenjäger“ an. Jedes zweite Kapitel beschreibt Louise Jennings' Weg in ihr Unglück, und gern hätte ich dann jedes andere Kapitel um Heck überschlagen, weil es so spannend war. Sobald Heck aus dem Dienst beurlaubt wird, beginnt eine Verbrecherjagd, bei der außer Action und Blut, Gemetzel und sinnloser Abschlachterei nicht mehr viel passiert. Ein Ermittler, der im Urlaub so seinen Job missbraucht, würde nie wieder arbeiten dürfen, aber es gibt ja schon den nächsten Teil um Heckenburg…

Sprachlich blieb das Buch leider in Kraftausdrücken, bei Sch…. und anderen Wörtern, die der Leser hier nicht braucht, vornehmlich auch noch von der weiblichen Kämpferin Lauren. Das wäre nicht nötig gewesen. Dazu kamen noch einige Fehler, bei denen man schon manchmal dachte, der Übersetzer ist der deutschen Sprache nicht mächtig („Er trug ein Kapuzenpullover“ – meine Schüler sprechen und schreiben auch so). Auch die Übersetzung fand ich manchmal fraglich, wenn man genau weiß, was da im Englischen stand und wie stümperhaft das übersetzt wurde.

Fazit: Ich kann mir vorstellen, dass männliche Leser sich eher in dieses Gemetzel hereinlesen können, ich aber fand, es drehte sich nur noch um Action. Da werden sogar Menschen einfach aus nächster Nähe in den Kopf geschossen, obwohl sie schon wehrlos waren. Schade um diesen Thriller, der so spannend anfing. Paul Finch hat für mich bewiesen, dass er Gänsehautspannung erzeugen kann, aber sein Schwerpunkt lag in diesem Thriller leider auf blinder Gewalt, Kampf, Sterben. Den Schluss musste man kaum mehr lesen, denn er enthüllte kaum Neues. Damit kann ich eigentlich nur 3,5 Sterne geben, gebe aber gerade noch so vier. Ob ich diesen Autor wieder wählen würde, weiß ich nicht.
 
  • Taschenbuch: 464 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 5 (14. April 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492304621
  • ISBN-13: 978-3492304627
  • Originaltitel: Stalkers
  • Verlag:



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