Mittwoch, 10. Juni 2015

[Gastrezension] Stevens, Chevy - Still Missing - Kein Entkommen

Gastrezension von Starbucks

Niedere Beweggründe

Ich hatte vor längerer Zeit schon eine Leseprobe von „Still missing – kein Entkommen“ von Chevy Stevens gelesen, die mich völlig in ihren Bann gezogen hatte. Das Buch selbst hat mich ebenso wie die ersten Seiten völlig fesseln können und war für mich ein wahrer Pageturner. Chevy Stevens versteht es, mit diesem Psychothriller dem Leser wirklich alles abzuverlangen.



Zum Inhalt: Die Immobilienmaklerin Annie, die auf Vancouver Island wohnt, wird bei einer Open House Besichtigung gekidnappt und verschleppt. Sie ist einem Psychopathen in die Hände gefallen, der ihr das Leben zur Hölle macht. Eingesperrt in einer Hütte im Nirgendwo muss Annie unsägliche Qualen erleiden. Aber wem hat sie dieses Schicksal zu verdanken? Bald wird klar, dass der Täter nicht aus eigenem Antrieb handelt. Wollte etwa ihre beste Freundin ihr das Hausprojekt wegschnappen und sie dafür für einige Zeit außer Gefecht setzen? Oder ist gar ihr Freund Luke an der Entführung beteiligt? Bereits nach der Hälfte des Buches scheint sich eine Lösung zu ergeben, aber die Sache ist doch komplizierter als gedacht, und Annie ist weiterhin „Still missing“ – auf ihre eigene Art.

Das gesamte Buch besteht eigentlich aus Psychiatersitzungen: Jede Sitzung ist ein Kapitel. Nach und nach erzählt Annie, was ihr widerfahren ist. Dabei kommt die Psychiaterin nie zu Wort, und man hat auch nie das Gefühl, die Sitzungen selbst würden den Lesefluss stören. Man weiß lediglich von Anfang an, dass Annie überlebt hat.

Die Fortgang der Geschichte ist unfassbar grausam und bewirkt Gänsehaut. Das Ende war wohl für einige Leser vorhersehbar, nicht aber für mich. Ich finde es erschreckend, welch niedere Beweggründe hier der eigentliche Grund für die Entführung waren. Das gesamte Buch wirkt wie ein Schock. Man möchte nach dem Lesen sein Haustür gut abschließen. „Still missing“ ist ein Buch, das man so schnell nicht vergessen wird.

Auch der Titel des Buches ist gut gewählt und bedeutet mehr als dass Annie einfach weg ist. Wer das Buch liest, findet auch einen Verweis auf den Titel in der Storyline.

Fazit: Lediglich das Cover, das zwar sehr hübsch ist, passt für mich nicht ganz. Dies ist jedoch nicht der Autorin zuzuschreiben. „Still missing“ ist für mich ein Erfolg auf ganzer Linie. Von Chevy Stevens werde ich alles lesen, was ich in die Hände bekomme. Dafür gibt es die volle Sternzahl.


  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 8 (26. Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596187168
  • ISBN-13: 978-3596187164
  • Originaltitel: Still missing
  • Verlagsgruppe:



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