Donnerstag, 30. Juli 2015

[Gastrezension] Strobel, Arno - Das Dorf

Gastrezension von Starbucks

„Das Dorf“ war mein erster Roman von Arno Strobel, aber ich hatte den Autor schon in Leseproben kennen gelernt und war sehr gespannt auf den Roman, der so vielversprechend anfängt.

Zum Inhalt: Eine junge Frau sendet einen Hilferuf an ihren Ex-Freund Bastian, der ihn zusammen mit seinem besten Freund in ein fast von der Welt abgeschnittenes Dorf führt. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, aber merkwürdige Gestalten laufen herum, und nachdem sein Freund verschwunden und die Reifen seines Wagens zerstochen sind, muss Bastian sich darauf einstellen, dass er hier nicht so schnell weg kommt. Die merkwürdigen und verstörenden Ereignisse häufen sich, die Spur führt in die Vergangenheit, und Bastian scheint mit diesem Ort stärker verbunden, als er geglaubt hat...

Meine Meinung: Es scheint, dass der Autor einen Kurs für kreatives Schreiben besucht hat und das Gelernte konsequent umsetzt. Jedes Kapitel endet mit einem „Cliffhanger“, der zwar durchaus Lust auf das Weiterlesen macht, aber auch in eine Gleichförmigkeit mündet, die den Leser leicht langweilen kann. Der Inhalt scheint auch sehr konstruiert. Sprachlich befindet sich der Roman eher auf einem unteren Niveau, viele Begrifflichkeiten hätte man durch etwas „elegantere“ Umschreibungen ersetzen können.

Die Figuren selbst sind kaum sympathisch, der Spleen seines Freundes, der ein zwanghaftes Verhalten an den Tag legt, nervt etwas und hat mit dem Roman letzten Endes gar nichts zu tun. Dennoch ist „Das Dorf“ ein spannender Roman, der eine gute Idee als Grundlage hat. Als Leser kann man sehr gut mitraten und das Ende war für mich zu keiner Zeit klar. Allerdings ist auch das Ende der schwächste Punkt des Buches: Die Beweggründe der Handelnden entbehren jeder Vernunft, die Lösung ist kaum befriedigend, aber vor allem das gewaltsame Finale hätte nicht sein müssen. Es macht die hier Handelnden keinen Deut besser als den Täter.

Fazit: So war das Dorf – vom Sprachstil, vor allem der Wortwahl, einmal abgesehen – für mich schon ein Lesevergnügen, es weist jedoch einige Mängel auf und bringt keinen wirklich überzeugenden Schluss. Ich würde 3,5 Sterne geben, habe mich aber zum großen Teil gut unterhalten gefühlt und vergebe noch 4 Sterne. Auf jeden Fall würde ich aber weitere Bücher des Autors lesen.

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 2 (16. Dezember 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596198348
  • ISBN-13: 978-3596198344
  • Verlagsgruppe:



 

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