Dienstag, 11. August 2015

[Die Story hinter dem Buch] Renk, Ulrike - Die australischen Schwestern



heute:


Renk, Ulrike - Die australischen Schwestern





Ich kann nicht stricken

Manchmal werde ich gefragt, warum ich denn ausgerechnet schreibe? Na ja, weil ich nicht stricken kann, antworte ich schon mal.
So ganz stimmt das nicht, ich konnte mal stricken – in den 80ern – da war es nämlich total hip zu stricken. Und da Trends immer wieder kommen, ist es heute auch wieder hip.
Aber jetzt habe ich keine Zeit für solche Hobbys. Wobei Schreiben nicht mein Hobby, sondern mein Beruf ist. Und es ist der beste Beruf der Welt. Meistens.

Was hat das alles jetzt mit den Australischen Schwestern zu tun? Da muss ich noch ein wenig ausholen: Im Januar 2012 bekam ich eine Mail aus Australien. Seitdem habe ich eine virtuelle Brieffreundin – Robyn Jessiman. Sie ist schon über 70 und total Klasse. Ich liebe sie.
Robyn ist eine Nachfahrin von Anna te Kloot, die in dem Roman „Die Frau des Seidenwebers“ eine große Rolle spielt und Robyns Hobby ist die Ahnenforschung. So war sie über google auf mein Buch gestoßen und schrieb mich an.
Hunderte von Mails haben wir bis heute getauscht. Ich wollte natürlich wissen, wann und weshalb die te Kloots down-under gelandet sind und so erzählte mir Robyn die Geschichte ihrer Urgroßmutter Emilia Lessing.
Sie schickte mir Briefe und Dokumente, Kopien von Fotografien. Ich habe mich sofort in Robyns Lieblingsvorfahrin verliebt und fragte, ob ich ein Buch über Emilia schreiben durfte – das durfte ich tatsächlich. Das war „DieAustralierin“.
Als ich das Buch fertig geschrieben hatte, war aber noch so viel Geschichte über, die ich auch noch erzählen wollte. Der Aufbau Verlag war direkt einverstanden und deshalb schrieb ich über die drei Enkelinnen von Emilia – über Carola, Mina und Elsa. Robyn war begeistert. 

© Ulrike Renk


Und was hat das jetzt mit Stricken zu tun? Großmutter Lessing strickte. Sie strickte Schals, Strümpfe, Unterhemden, Westen – sie strickte liebend gerne und bis zum Ende ihres Lebens.
Und auch Robyn strickt.
Einmal bekam ich ein Päckchen aus Australien mit zwei wunderschönen Schals, die sie für mich und meine Tochter gestrickt hatte. Der eine Schal liegt dekorativ an meinem Schreibtisch und ist für mich ein schönes Symbol unserer Freundschaft und auch für Familientraditionen – besonders die der Familie Lessing/te Kloot.
Mina te Kloot war Robyns Großmutter – eine wunderbare Frau, die übrigens auch strickte.

Und als ich das Manuskript für „Die australischen Schwestern“ zu Ende geschrieben hatte, blieb immer noch so viel Geschichte übrig – vielleicht ahnen Sie es schon: Es wird einen dritten Teil geben. Aber den muss ich erst noch stricken … ach ne, schreiben.



geschrieben von
Ulrike Renk




  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (21. August 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746631203
  • ISBN-13: 978-3746631202





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