Dienstag, 8. September 2015

[Die Story hinter dem Buch] Rebecca Michele - Mord vor Drehschluss




heute:


Rebecca Michele - Mord vor Drehschluss

 


Sommer 1989 – nach Aufenthalten in London verbringe ich zum ersten Mal einen längeren Urlaub in Cornwall. Alle meine Freunde, Bekannten und Verwandte schüttelten verständnislos den Kopf. Sätze wie „Was in aller Welt willst du ausgerechnet in Südengland?“ und „Da würde ich niemals den Urlaub verbringen“ waren auch in den folgenden Jahren, in dem es mich immer wieder, oft auch zwei oder drei Mal im Jahr nach Cornwall zieht, an der Tagesordnung.
Dabei verliebte ich mich nicht nur in die zauberhafte Landschaft und die faszinierende Vegetation, sondern auch in die Menschen, die besonders liebenswert und auch etwas anders sind, als im übrigen England.

Garten am Meer
Küste bei Land’s End












Erst mit den Verfilmungen der Geschichten von Rosamunde Pilcher wurde Cornwall einem breiten Publikum im deutschsprachigen Raum bekannt. Wundervolle Landschaftsaufnahmen, romantische, kleine Fischerdörfer, prunkvolle Herrenhäuser und prächtige Landschaftsgärten – plötzlich begann Cornwall ein beliebtes Reiseziel auch für Deutsche zu werden.
Am Rande: Rosamunde Pilcher wurde zwar in Lelant, einem kleinen Dorf im Westen Cornwalls in der St. Ives geboren und wuchs dort auf, ihre Romane sind in England aber nahezu unbekannt. Die Verfilmungen sind deutsche Produktionen. Die Cornishmen (wie die Einwohner dieses Herzogtums genannt werden) freuen sich jedoch über die Dreharbeiten ebenso wie über die zahlreichen ausländischen Besucher, die diese Filme nach sich gezogen haben. Allein der Anteil von Deutschen ist seit Ende der 1990er Jahren um gute 100% gestiegen.

St. Ives

Bereits seit 1996 schreibe und veröffentliche ich Romane vor dem Hintergrund der englischen Geschichte und oft mit dem Setting Cornwall. 2009 schoss mir dann wirklich von einer Minute auf die andere die Grundidee zu den Cornwallkrimis mit der sympathischen älteren Mabel Clarence und dem kauzigen Tierarzt Victor Daniels durch den Kopf. Krimi und schöne Landschaften – das scheint beim Publikum anzukommen. Im deutschsprachigen Raum verbinden die meisten Menschen Cornwall eben ausschließlich mit den Pilcher-Liebesgeschichten, daher dachte ich mir: „Warum nicht Kriminalfälle, eingebettet in diese zauberhafte Landschaft?“ Es war mir aber sofort klar, dass Cornwall und blutrünstige Thriller nicht zusammenpassen, daher versuche ich, dieser Reihe ein wenig britischen Humor einzuhauchen und die Personen sehr „britisch“ wirken zu lassen, denn es gibt hier doch deutliche Unterschiede zu uns Deutschen. Es wird viel Tee getrunken (Zitat aus Mord vor Drehschluss: „Tee hat schließlich das Britische Empire zusammengehalten“), die Protagnisten leben in prächtigen Herrenhäuser und blumenumrankten, reetgedeckten Cottages und die Landschaft und die Natur spielt auch immer wieder eine Rolle.

Garten von Higher Barton
Pencarrow House











Fußweg zu Mabels Cottage

Nachdem das Exposé entwickelt und eine Leseprobe geschrieben war, verschwand die Idee aber wieder in der Schublade. Damals war ich mit verschiedenen anderen Projekten beschäftigt, und meine damalige Literaturagentin vertrat die Meinung, dass ich besser im historischen Roman bleiben sollte und es sehr schwer ist, als Deutsche britische Krimis zu schreiben – auch wenn man Cornwall und seine Einwohner besser kennt als seine eigene Westentasche. Ein Jahr später las ich in einem Autorenforum von dem Brit Crime Wettbewerb des Goldfinch-Verlages. Gesucht wurden Krimis, die in Großbritannien spielen und auch gern für eine länger angelegte Reihe geeignet sind. Spontan sandte ich mein Exposé und meine Textprobe ein – und gewann den Wettbewerb!

2011 erschien der erste Band mit dem Titel „Die Tote von Higher Barton“. Bereits nach wenigen Wochen kam das Angebot des Verlages, weitere Cornwallkrimis mit Mabel Clarence und Victor Daniels zu schreiben.
„Mord vor Drehschluss“ ist inzwischen der fünfte umfangreiche Krimi, der sowohl als Taschenbuch und als E-Book erscheint. Zwischendurch gab es eine Kurzgeschichte („Der Kürbismörder“) nur als E-Book, und im Frühjahr dieses Jahres mit dem historischen Roman „Das Flüstern der Wände“ eine Erweiterung der Geschichte, die tief in die Vergangenheit von Higher Barton reicht. Siehe hierzu auch auf dieser Plattform „Die Story hinter dem Buch“.

In dem aktuellen Krimi tauchen Mabel und Victor in die Welt von Hollywood ein, denn Mabels Haus wird für Dreharbeiten ausgewählt. Kapriziöse Schauspieler und skrupellose Produzenten und Regisseure – da bleiben Spannungen nicht aus, die schließlich zu einem schrecklichen Verbrechen führen.
Weitere Fälle für Mabel und Victor werden folgen, soviel darf schon verraten werden.

Erfahrene Leser/-innen von britischen Krimis werden gewisse Ähnlichkeiten mit Jane Marple, der Hobbydetektivin der großartigen Agatha Christie nicht verborgen bleiben. Diese Parallelität ist bewusst von mir gewählt worden, und ich spiele in jedem Band auch auf Miss Marple und deren Abenteuer an. Wobei „meine“ Mabel und Victor ganz andere Charaktere mit eigenen Ermittlungsmethoden sind.

Zum Schluss noch ein Foto von einem der schönsten Strände in Cornwall – Porthcurno Beach im Westen. Im Meer zu baden ist in Cornwall durchaus möglich, wie man hier sehen kann.

Porthcurno Beach
geschrieben von
Rebecca Michele


  • Broschiert: 300 Seiten
  • Verlag: Goldfinch (10. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3940258466
  • ISBN-13: 978-3940258465




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