Mittwoch, 28. Oktober 2015

[Rezension] Hoffman, Jilliane - Samariter

Eine Mordserie an jungen Frauen, die brutal gequält und teilweise zerstückelt werden, zieht sich durch Südflorida. Zeugen und Hinweise gibt es bisher kaum, bis Faith Saunders mit ihrer kleinen Tochter mitten in diesen Alptraum hineingerät. Sie wird Zeugin, wie eine verletzte Frau nach ihrer Flucht erneut in die Fänge des Täters gerät, doch Faith fehlt der Mut einzugreifen. Kurz danach wird auch diese Frau tot aufgefunden. Faith' Schuldgefühle werden so groß, bis diese beginnt sie im Alkohol zu ertränken. Doch dann bringt ein blöder Zufall die Polizei dazu, Faith zu befragen.


Ich kenne bisher die Reihe um C.J. Townsend und da hat Jilliane Hoffman das Niveau schon recht hoch gesetzt. Besonders bei Cupido hat sie gezeigt, wie spannende Unterhaltung funktioniert. Ähnliches habe ich von diesem Roman erwartet, wurde aber leider ziemlich enttäuscht. Das Buch liest sich eher als Roman um ein Familiendrama, bei dem die Protagonistin, ihr folgenschwerer Fehler, die Eheprobleme und die Probleme bei der Erziehung des Kleinkindes im Vordergrund stehen - und natürlich der Alkohol. Immer wieder Alkohol, der Faith Probleme lösen soll, aber sie natürlich lediglich verschlimmert.

Das Buch hat zunächst recht spannend angefangen. Die Szenen, in denen Faith Zeugin geworden ist und ihre Angst, dass der Täter versuchen könnte sie aufzuspüren, um sie ruhigzustellen, fand ich sehr gelungen. Leider fällt der Spannungsbogen dann schnell wieder in sich zusammen. Thematisch geht es um Schuld und Zivilcourage, aber dieses wird für einen Psychothriller nicht angemessen aufbereitet, da die Autorin die Taten, die Täter und deren Motive nur oberflächlich behandelt und sich die Handlung fast nur noch auf Faith, und ihr immer größer werdendes Lügennetz fokussiert. Da hilft auch ein flüssiger Schreibstil nicht mehr viel.

Fazit: Den Thriller habe ich vergebens im Buch gefunden. Falls das Buch als Roman um ein Familiendrama angeboten worden wäre, hätte mir das Buch wahrscheinlich ganz gut gefallen, aber die Handlung als Thriller anzupreisen, wobei kaum Spannungsmomente vorhanden sind, führt mich zu einer 2-2,5 Sterne Bewertung.




Kommentare:

  1. Ich habe das Buch zwar etwas besser bewertet, aber auch ich fand, dass es sich keineswegs um einen Thriller handelte. Mehr war es ein Schuld & Sühne Roman....eine Familiengeschichte....leider!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Da haben wir wohl beide etwas anderes erwartet :(
      LG Claudia

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  2. Oh je, ich fand die Cupido Reihe sooo gut. Jetzt bin ich wirklich etwas skeptisch, ob ich Samariter lesen sollte...
    Danke für deine ehrliche Einschätzung!

    LG, Becky

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    1. Hey Becky :)
      Lesen kann man es durchaus, aber es ist halt leider nicht wirklich spannend. Fals du es liest, lass mich hinterher wissen, wie du es fandest :)

      LG Claudia

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