Dienstag, 24. November 2015

[Die Story hinter dem Buch] Micaela Jary - Sterne über der Alster


heute:
 

Micaela Jary - Sterne über der Alster

 


Es war einmal ein kleines Mädchen, das liebte Bücher über alles. Es las am liebsten „Das doppelte Lottchen“ von Erich Kästner und verschlang die „Nesthäckchen“-Serie von Else Ury. Als das kleine Mädchen älter wurde, griff es mit Begeisterung zu „Des Königs General“ von Daphne du Maurier und „Vom Winde verweht“ von Margaret Mitchell. Natürlich las es aber auch die „Buddenbrooks“ von Thomas Mann und Tolstoijs „Anna Karenina“. Es war so gefesselt von all diesen wunderbaren Geschichten, dass es beschloss, Schriftstellerin zu werden. 
Die kleine Micaela auf der Eingangstreppe
 
Im zweiten Versuch schrieb es eine Familiensaga, die in der Geburtsstadt des Mädchens spielte – in Hamburg. Und weil dort viele Menschen etwas mit der Schifffahrt zu tun haben, sollte es vom Schicksal einer Reedersfamilie handeln. Das Mädchen hat den Roman niemals beendet. Es wurde eine junge Frau, die als Journalistin arbeitete und nur noch wenig Zeit für den Traum vom Schriftstellerberuf besaß. Dennoch gab sie ihn niemals auf. Als sie ihn endlich leben durfte, verfasste sie Romane mit anderen Themen. Über 40 Jahre vergingen bis sich das inzwischen etwas ältere Mädchen an seine Geschichte von damals erinnerte und diese weiterschrieb. Unter dem Titel „Das Haus am Alsterufer“ erschien es 2014 – und wurde ein Erfolg. Am 9.11.2015 liegt nun die Fortsetzung im Buchhandel: „Sterne über der Alster“. Das kleine und später etwas größere Mädchen war ich.

Micaela Jary als schreibender Teenager

Natürlich schreibe ich mit Mitte/Ende fünfzig anderes als mit sechzehn/siebzehn Jahren. Dennoch ist von dem ursprünglichen Manuskript viel erhalten geblieben, die Namen der Protagonisten und ihre Wohnsitze sind das offensichtlichste Beispiel. Einen besonderen Raum nimmt dabei die Reihenvilla von Konrad Michaelis ein, dem anfangs ungeliebten Schwiegersohn des Reeders Victor Dornhain. Michaelis (das ist übrigens der Mädchenname meiner Mutter) wohnt in dem Haus St. Benediktstraße 9 in Hamburg-Harvestehude, nahe dem Klosterstern. 

St. Benedictstraße 9

Diese Adresse spielt für mich eine große Rolle – hier war das erste Zuhause meines Lebens. Das Haus gehörte damals meinem Vater und über der Haustür in der zweiten Etage befand sich mein Kinderzimmer, von dem manche Hamburger noch heute schwärmen, weil es eine Decke hatte, an der im Dunkeln Sterne glitzerten. Als ich sechs Jahre alt war sind wir fortgezogen, das Haus wurde zunächst vermietet und Konsulat, später an einen Modeschöpfer verkauft. Heute ist die Reihenvilla - stark saniert - in verschiedene Wohnungen aufgeteilt. Doch ein paar frühe Kindheitserinnerungen an das Haus von einst begleiten mich durch mein Leben. Es ist wunderschön, diese in meinem Roman lebendig werden zu lassen.

geschrieben von
Micaela Jary


  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (9. November 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492306977
  • ISBN-13: 978-3492306973





1 Kommentar:

  1. Dankeschön für die Info hinter dem Buch.
    Ich lese es gerade - gemeinsam mit Micaela - in der Leserunde bei Leserunden.de.

    Viele Grüße
    Babsi

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