Dienstag, 3. November 2015

[Rezension] Rhode, Max - Die Blutschule


Simon und Mark graut davor mit ihren Eltern Berlin zu verlassen und in die Einöde Brandenburgs zu ziehen. Ihr neues Heim ist eine alte Hütte, total abgelegen, ohne Internet. Immerhin können sie dort ihre Sommerferien sehr chillig verbringen. Doch ihr Vater hat andere Pläne. Er scheint sich in diesem abgelegenen Umfeld komplett verändert zu haben und führt die Jungs auf eine einsame Insel und begrüßt sie dort auf der Blutschule, eine Schule mit einem grausamen Lehrplan, die ihnen das Töten lehren wird.


Eigentlich hat nicht Max Rhode diesen Roman geschrieben, sondern der Bestseller-Autor Sebastian Fitzek. Sein neuestes Werk "Das Joshua-Profil" (Erscheinungstermin Ende Oktober 2015) handelt vom Protagonisten Max Rhode, einem erfolglosen Schriftsteller. Damit er sich besser in diese Figur hineinfühlen konnte, hat er angefangen als Max Rhode zu schreiben und es ist etwas anderes dabei herausgekommen, als bei den Fitzek-Büchern. "Die Blutschule" stammt meiner Meinung nach eher aus dem Horrorbereich, vielleicht noch Horror-Thriller, aber für einen Thriller ist es streckenweise schon ziemlich hart und brutal. Dieses vorm Lesen zu wissen, kann nicht schade, damit man auf einen entsprechenden Inhalt vorbereitet ist. Des Weiteren ist die Handlung nicht durchgängig realistisch.

Das Buch hat mich hin- und hergerissen. Rhode (alias Fitzek) schafft es auf jeden Fall eine gruselige, angespannte Atmosphäre zu erschaffen und man fliegt beim Lesen nur so durch die Seiten. Es ist durchaus spannend erzählt, auch wenn die Handlung zeitweise schon sehr brutal ist. Teilweise wird diese Brutalität gar nicht direkt geschildert, aber im Kopfkino geht es entsprechend grausig ab. Das Unrealistische passt zwar in die Geschichte hinein, hat mich aber nicht besonders angesprochen. Enttäuscht war ich davon, dass vieles vorhersehbar war. Vielleicht nicht in allen Details, aber die Grundzüge waren einfach zu offensichtlich für einen Spannungsroman.

Der Einstieg in den Roman ist mir sehr leicht gefallen. Fitzeks flüssiger Schreibstiel spiegelt sich auch in diesem Buch wieder. Der Autor nimmt sich viel Zeit zur Einführung seiner Charaktere und des Settings. Dieses ist ihm gut gelungen und auch absolut nicht langweilig. Schade fand ich jedoch, dass somit erst nach ungefähr der Hälfte des Buches die erwähnte "Blutschule" in Aktion tritt. Alles vorher wirkt somit etwas als Vorgeplänkel - gut zu lesendes Vorgeplänkel, keine Frage, aber da das Buch lediglich 256 Seiten hat, fällt eine Vorgeschichte von 130 Seiten natürlich sehr ins Gewicht.
Fazit: Ich bin begeistert vom fesselnden Schreibstil und der erzeugten Atmosphäre. Enttäuscht haben mich hingegen die vorhersehbaren Wendungen im Roman. Deshalb habe ich mich für 3,5 Sterne entschieden.

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe Taschenbuch (8. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404172671
  • ISBN-13: 978-3404172672
  • Verlag:




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