Dienstag, 8. Dezember 2015

[Die Story hinter dem Buch] Heike Abidi - Ich sehe was, was du nicht liebst


heute:
 


Heike Abidi - Ich sehe was, was du nicht liebst

 


Herzensprojekt mit sportlichem Zeitplan

Das Exposé zu diesem Roman lag schon zwei Jahre in meiner Schublade, als Anfang Juli die Zusage des Verlags kam. Und dann musste alles ganz schnell gehen: Manuskriptabgabe Ende August, Lektorat im September, Cover im Oktober (das mir übrigens extrem gut gefällt, euch hoffentlich auch), Fahnenkorrektur im November, Erscheinungstermin Anfang Dezember.

Bei diesem sportlichen Zeitplan ging zwar ein Teil meines Sommerurlaubes drauf, aber das machte nichts. Schließlich war der Plot komplett vorbereitet und das Ganze außerdem ein echtes Herzensprojekt.

Worum es in „Ich sehe was, was du nicht liebst“ geht, kündigt der Verlag folgendermaßen an:

„Marlene Winter ist eine glückliche Hausfrau. Jedenfalls glaubt sie das. Dass sie mit der Zeit immer mehr zur Sklavin ihres Ehemanns und ihrer verwöhnten Kinder mutiert, nimmt sie überhaupt nicht wahr. Als ein Wellnesswochenende mit ihrer Freundin bevorsteht, übermannt sie das schlechte Gewissen – und sie sagt kurzfristig ab. Man könnte glauben, ihr sei nicht mehr zu helfen. Doch das Schicksal meint es gut mit Marlene und startet einen letzten Versuch, sie zur Vernunft zu bringen. Einen ziemlich radikalen Versuch: Marlene löst sich in Luft auf. Sie wird urplötzlich unsichtbar. Was bedeutet, dass sie nicht nur zum Nichtstun verdammt ist, sondern auch dazu, mit anzuhören, was ihre Familie wirklich über sie denkt. Eine heilsame Rosskur, die ihr so einiges klar macht. Aber was hat sie nun von ihrer Erkenntnis, unsichtbar, wie sie ist?“
Quelle: Amazon Publishing

Unterhaltung, ja. Oberflächlich, nein.

„Ich sehe was, was du nicht liebst“ ist ein Unterhaltungsroman mit allem, was dazugehört. Lesefreundlich, leicht nachvollziehbar, amüsant, mit Happy End. Dennoch kann man ihn wohl kaum als Chick Lit bezeichnen Das liegt teilweise am Alter der Hauptprotagonistin, die die Vierzig schon überschritten hat und wohl schwerlich als Hühnchen oder Chica zu bezeichnen ist, teilweise aber auch daran, dass es nicht vorrangig darum geht, einen Mister Right zu finden, sondern darum, sich selbst zu finden.

Am Anfang möchte man die Heldin Marlene an den Schultern nehmen, sie rütteln und anbrüllen, so dämlich verhält sie sich. Es ist ihr jedoch gar nicht bewusst, dass sie sich von Mann und Kindern ausnutzen lässt.

Damit sie das begreift, muss das Schicksal zu drastischen Mitteln greifen. Weil sie sich im übertragenen selbst unsichtbar macht, löst sie sich auch im wörtlichen Sinn in Luft auf.

Marlene und die anderen

Erzählt wird die Geschichte in insgesamt 29 Kapiteln, und zwar abwechselnd aus Marlenes Sicht (also in Ich-Form) und aus neutraler Perspektive, in der man erfährt, wie die anderen Familienmitglieder Marlenes Abwesenheit erleben.

Dabei handelt es sich um Phil, ihren schwer beschäftigten Ehemann, dem erst mit der Zeit aufgeht, dass Marlene ihm nicht nur als Gratisarbeitskraft fehlt, sondern dass er tatsächlich seine Frau vermisst, außerdem um die stehts augenrollende Pubertistin Emily, den zwölfjährigen, neunmalklugen Daniel, das putzige, zuweilen aber auch anstrengende Kindergartenkind Noah und den nicht ganz stubenreinen Labrador Klitschko. Außerdem um Marlenes „Emanzenfreundin“ Jennifer, ihren ehemaligen Schulkameraden Oliver, eine „blonde Gefahr“ namens Patricia sowie eine herrschsüchtige Schwiegermutter aka Oma Ella.

Die allesamt nicht ahnen, was in Wirklichkeit mit Marlene los ist …

Und ganz nebenbei eine Botschaft

Emanzipation – ein alter Hut? Leider nicht. Es gibt noch immer viele Frauen, die sich zur Dienerin ihrer Familie degradieren lassen und dafür weder Dankbarkeit noch Anerkennung erhalten.

Ja, ich gebe es zu, dieser Roman soll nicht nur unterhalten, sondern auch auf humorvolle Weise zeigen, dass Respekt nur bekommt, wer sich nicht klein macht und auch die eigenen Wünsche respektiert – nicht nur die der anderen.
Das begreift Marlene übrigens erst gegen Ende des Romans, wo es heißt: „Ich habe mich benommen wie eine Sklavin. Und Sklaven werden, das ist bekannt, nicht gerade mit Respekt behandelt …“

Nicht jede/r kommt von selbst zu dieser Erkenntnis. Manche brauchen dazu eine gute Freundin, die ihnen in den Hintern tritt. Oder einen tollen Mann, der sie gar nicht erst auf die Idee kommen lässt, sich so unsichtbar zu machen. Oder vielleicht ein Buch, das ein bisschen zum Nachdenken anregt. Bei Marlene geht es nicht ohne drastischere Mittel. Oder wie sie selbst sagt: „Das Schicksal hat einen verdammt schrägen Humor.“

Die Autorin:










Heike Abidi

Übrigens:
Zum Erscheinen des Buches gibt es natürlich auch wieder eine Leserunde auf LovelyBooks.

geschrieben von
Heike Abidi


  • Taschenbuch: 254 Seiten
  • Verlag: Amazon Publishing (8. Dezember 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1503954528
  • ISBN-13: 978-1503954526




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