Montag, 31. August 2015

[Gewinnspiel] Hörbuch oder Taschenbuch?

Hallo zusammen,

diese Woche habe ich ein Taschenbuch und ein signiertes Hörbuch, dass ich gerne an Leser meines Blogs verlosen möchte.


Zu gewinnen gibt es:

Frauke Scheunemann - Ziemlich unverbesserlich
Signiertes Hörbuch
Gabrielle Zevin - Die Widerspenstigkeit des Glücks
Taschenbuch
für den Klappentext klickt bitte auf das Cover,
dann gelangt ihr zu Amazon



Um am Gewinnspiel teilzunehmen,
  • füllt das folgende Formular vollständig aus,
  • hinterlasst die Antwort auf die Frage außerdem als Blog-Kommentar
  • besucht doch mal meine Facebook-Seite, hinterlasst ein Like oder kommentiert dort etwas (optional)
  • beachtet die untenstehenden Regeln.




1.) Teilnehmer müssen über 18 Jahre alt sein, ansonsten benötige ich eine Einverständniserklärung der Eltern.
2.) Die Adressen werden nur für das Gewinnspiel verwandt und anschließend gelöscht.
3.) Für Teilnehmer aus dem Ausland: Ich versende nur innerhalb Deutschlands, es sei denn, ihr würdet mir das Porto erstatten. Jeder Teilnehmer aus dem Ausland erklärt sich durch die Teilnahme am Gewinnspiel mit dieser Passage einverstanden.
4.)  Ich übernehme keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postwege verloren gehen sollte.
5.) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Einsendeschluss ist der 05.09.2015 - 23.59 Uhr

Mein Gewinnspiel darf natürlich gerne auf eurem Blog oder bei Twitter / Facebook verbreitet werden. Außerdem freue ich mich sehr, falls ihr meinen Blog als Leser verfolgen würdet :)


Euch allen viel Erfolg dabei :)




Sonntag, 30. August 2015

[In my Mailbox] KW # 35/2015


Hier meine Neuzugänge aus dieser Woche!

für die Klappentexte klickt bitte auf die Cover, dann gelangt ihr zu Amazon

Funke, Cornelia - Tintenwelt (3/3) Tintentod

Clark, Janet - Finstermoos (4/4) Bedenke das Ende









Samstag, 29. August 2015

[Rezension] Engelmann, Gabriella - Sturmgeflüster

Tinka ist nicht gerade begeistert, als sie die gesamten Sommerferien über zu ihren Großeltern abgeschoben wird. Diese leben zwar immerhin auf Sylt, einem Urlaubsparadies für viele, aber Tinka hat Angst dort zu versauern. Diese Bedenken werden ihr jedoch schnell genommen, als sie sofort Anschluss bei einer Clique findet, deren größtes Hobby das Kitesurfen ist. Ihr selbst ist die Nordsee zwar nicht ganz geheuer, aber ihr reicht es auch, wenn sie mit Sven, in den sie sich Hals über Kopf verknallt hat, Zeit verbringen kann. Doch plötzlich kippt die Stimmung auf der Insel. Tinka gerät in lebensbedrohliche Situationen und Sven zeigt plötzlich seine dunkle Seite.

Nachdem die Autorin in letzter Zeit viele erwachsene Leser mit ihren Inselromanen für die Nordsee begeistern konnte, gibt es nun auch endlich Inselfeeling für Teenager (und Junggebliebene). Das tolle Cover macht bereits vor der ersten Seite Lust auf Strand und Meer und Engelmann versprüht im Roman reichlich Lokalkolorit. Hauptaugenmerk des Buches ist jedoch das Kitesurfen und das Leben dieser Clique bzw. Tinkas Erlebnisse dort. Trotzdem lassen sich einige Sylttipps dem Buch entnehmen. Wer Engelmanns Inselromane für Erwachsene kennt, wird übrigens einige Anspielungen auf die dort auftauchenden Personen und die tolle Buchhandlung „Büchernest“ finden.

Auch dieser Roman beginnt mit einem kurzen Personenverzeichnis am Anfang des Buches. Man muss dieses jedoch nicht auswendig lernen, denn Engelmann packt den Leser von Seite eins, zieht ihn sofort in die Geschichte hinein und ohne Startschwierigkeiten lässt es sich in die Handlung abtauchen. Etwas anderes habe ich bei ihren Romanen auch noch nie erlebt. Das ist jedes Mal ein Genuss, genau wie ihr flüssiger und lockerer Schreibstil. Wer Lesen als „anstrengend“ empfindet, der sollte einfach mal ein Buch von Gabriella Engelmann lesen. Angenehmer oder leichter können Bücher nicht geschrieben werden.

„Sturmgeflüster“ bietet dem Leser eine tolle, abwechslungsreiche Unterhaltung. Ob es nun humorvoll, romantisch oder spannend wird, Engelmann präsentiert jedes Geschehen authentisch und fesselnd. Ihre Romane leben außerdem von der packenden Atmosphäre, die sie jedes Mal kreiert und den überzeugenden Figuren, hier allen voran natürlich die sympathische Tinka, deren Ferien plötzlich aufregend und gefährlich werden, denn sie löst in einigen Inselbewohnern etwas aus und alte Erinnerungen kommen hoch. Die Haupthandlung ist toll durchdacht und birgt eine Wendung am Ende, die ich für sehr gelungen halte.

Fazit: Engelmann verzaubert erneut die Leser. Ob nun mit Lokalkolorit, Gefühlen oder spannenden Erlebnissen. Bei diesem Buch kann man sich einfach fallen lassen und genießen. Jederzeit gerne wieder und absolut empfehlenswert.

  • Broschiert: 208 Seiten
  • Verlag: Arena (Juni 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3401601113
  • ISBN-13: 978-3401601113
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
  • Verlag:



Freitag, 28. August 2015

[Rezension] Lankers, Katrin - Verrückt nach New York (3/4) Regen im Herzen

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich für diese Rezension Band 1 und 2 als bekannt voraussetze. Somit können für Leser, die "Willkommen in der Chaos-WG" und "Kleine Fehler, große Folgen" noch nicht gelesen haben, Spoiler vorhanden sein.


Maxi lebt immer noch im Haus „Pink Stone“ im angesagten New Yorker Stadtviertel Williamsburg, aber ihre Probleme werden nicht kleiner. Sie und ihre WG-Mitbewohner müssen das Haus renovieren, um zumindest die nächste Zeit dort wohnen bleiben zu dürfen. Als jedoch das halbe Dach in sich zusammenfallt wird selbst Maxi klar, dass sie Hilfe benötigen. Des Weiteren müssen sie Geld sammeln, um evtl. das Haus selbst kaufen zu können - jedoch liegen die Immobilienpreise in New York jenseits von Gut und Böse. Als dann auch noch Abby wieder zurück zu ihren Eltern zieht, fehlt auch noch ein fünfter Mitbewohner. Maxi hat also alle Hände voll zu tun, um das Chaos zu beseitigen - nicht gerade ihre Spezialdisziplin.

Endlich geht es weiter in der Chaos-WG in New York. Die Autorin macht es ihrer Protagonistin wahrlich nicht einfach. Lediglich im Job läuft es ganz gut, wobei es ja auch nur eine Praktikantenstelle ist, aber alles andere scheint im wahrsten Sinne des Wortes in sich zusammen zu fallen. Durch Maxis Blog werden ihre Probleme jedoch der Öffentlichkeit mitgeteilt und schnell ist Hilfe für das sanierungsbedürftige Haus gefunden. Des Weiteren melden sich unzählige Menschen auf die Anzeige für das freie Zimmer - eine kleine New Yorker Kuriositätensammlung zieht kurz danach durch das WG-Zimmer, bis endlich ein adäquater Mitbewohner gefunden wurde. Auch ein Wiedersehen mit Alex gibt es, der Maxi erneut in ein Gefühlschaos stürzt.

Mir hat dieser Band bisher am besten gefallen. Er ist spannend, auch wenn ein paar Komponenten für mich vorhersehbar waren. Trotzdem passiert viel Neues, was die Geschichte vorantreibt. Erneut geht die Autorin durch besondere Passagen auf Maxis Mitbewohner ein. Dieses Mal gefällt mir ihr Vorgehen dabei jedoch viel besser, als die vorherigen Male. Der Roman endet mit einem kleinen Cliffhanger, aber zum Glück ist der Abschlussband dieser „Verrückt nach New York“ Reihe bereits im August 2015 unter dem Titel „Träume lernen fliegen“ erschienen.

Fazit: Band 3 ist für mich bisher der stärkste Roman dieser Reihe. Die Handlung ist interessant gestaltet, alle Handlungsstränge werden aufgenommen und fortgeführt und ich freue mich auf den finalen Abschlussband, der hoffentlich positiv für Maxi, ihre Mitbewohner und Pink Stone ausgeht. Jedem potenziellen Leser empfehle ich jedoch vorher Band 1 und 2 zu lesen, damit die Zusammenhänge erkannt werden. 4,5 Sterne für „Herzen im Regen“.

  • Broschiert: 272 Seiten
  • Verlag: Coppenrath; Auflage: 1 (Juni 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3649617889
  • ISBN-13: 978-3649617884
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 17 Jahre
  • Verlag:


Die Serie in der Übersicht:



Donnerstag, 27. August 2015

[Das Autoren 1x1] Kirsten Rick

 proudly presents:



Kirsten Rick


© Ulrike Jürgens


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Autorenwelt
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1. Seit wann schreibst du?
Reisetagebuch schreibe ich, seit ich mit 16 die Sommerferien als Kindermädchen auf einer ziemlich einsamen norwegischen Insel verbracht habe. Das war erstaunlicherweise sehr inspirierend. Mit Kurzgeschichten habe ich im Englischunterricht in der Oberstufe begonnen. Auf Deutsch, nicht auf Englisch.

2. Warum ist „Autor“ für dich der beste Beruf der Welt?
Weil er sich nicht von meinem Leben trennen lässt. Überall sind die Geschichten, um mich herum und in meinem Kopf. Allerdings hat man merkwürdige Arbeitszeiten.

3. Beschreibe dein Buch / eins deiner Bücher in weniger als zehn Worten und verrate, auf welchen Titel sich die Beschreibung bezieht.
Eine (oder mehrere) Frauen übertreiben es. (Bezieht sich auf die meisten meiner Bücher.)
"Schöner wohnen" reloaded. (Bezieht sich auf "Schlüsselfertig" und "Tapetenwechsel", auch auf "Ausgestochen" und "Maria räumt auf".)

4. Wo schreibst du am Liebsten bzw. hast du besondere „Rituale“ beim Schreiben?
Ich sitze am liebsten in meinem Loomchair an meinem kleinen Damenschreibtisch, vor mir einen Computer, den ich zuklappen kann. Das ist wichtig, denn das mache ich manchmal, so zwischendurch, um den Schreibfluss zu unterbrechen. Das konzentrierte Zwirbeln ausgewählter Haarsträhnen versetzt mich in einen Trancezustand. Die Bekleidung darf keineswegs einengen, Yogahosen sind ideal. In Reichweite, aber nicht auf dem Schreibtisch, steht ein Becher aus dem Shop eines Museums, gefüllt mit Ostfriesentee.

5. Hast du einen Tipp für zukünftige Autoren?
Einfach mal machen. Ideen aufschreiben, Geschichten aufschreiben. Von Büchern, die in Köpfen stecken bleiben, hat niemand etwas. Beim Schreiben innere und äußere Zensoren erst mal ignorieren. Die scheinbar abseitigsten Ideen (Baumarktsex-Trilogie) kommen nachher manchmal groß raus.




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Private Welt
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6. Was ist deine Lieblingsfarbe?
Alle. Ich möchte mich da nur ungern festlegen. Nachher ist das ein tiefenpsychologischer Test und wenn ich jetzt "Rot" sage, heißt das, ich sei unentschlossen oder so.

7. Was war als Kind dein Traumberuf?
Dschungel- und Höhlenforscherin, Entdeckerin unbekannter Tierarten (vorzugsweise sehr niedliche Tiere).

8. Was ist dein Lieblingsessen?
Das Kürbis-Curry, das ich mit meinem Kochteam beim Hapkido-Sommercamp für rund 100 Leute gekocht habe. Und jeden Morgen Müsli.

9. Welches Genre liest du selbst am Liebsten?
Ähm, Verzeihung, ich lese keine Genre, sondern Bücher. Thriller und Krimis machen mir Angst, alles andere ist möglich.

10. Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?
Reisen. Reiten lernen. Besser werden. Ein guter Mensch sein. Diese zwei kleinen Schubladen meines Schreibtisches aufräumen.

Diese Bücher von Kirsten Rick könnten z.B. in eurem Bücherregal stehen bzw. auf euren Reader geladen werden:


Vielen Dank Kirsten, dass du beim "Autoren 1x1" teilgenommen hast :)


Mittwoch, 26. August 2015

[Gastrezension] Thode, Michael - Das stumme Kind

Gastrezension von Alexandra

In der Lüneburger Heide bekommt es Hauptkommissar Rolf Degenhardt mit zwei Mordfällen zu tun. Der Kinderarzt Andreas Joost und der Rechtsanwalt Thomas Wilke wurden brutal ermordet und da beide besondere Verletzungen im Unterleib aufweisen ist schnell klar, dass es sich wohl um einen Täter handelt. Bei der Suche nach Verbindungen zwischen den Opfern trifft Degenhardt auf die 13-jährige Anna, Tochter des ermordeten Kinderarztes und Autistin. Sie hat in ihrem ganzen Leben noch kein Wort gesprochen und ist nun scheinbar die einzige Zeugin, die Degenhardt zur Aufklärung der Verbrechen hat.

Michael Thode legt einen guten und fesselnden Schreibstil an den Tag. Des Weiteren ist der Protagonist, Hauptkommissar Degenhardt, sympathisch und authentisch, auch wenn er, wie so oft in Thrillern, einige Altlasten mit sich herumträgt, die ihn durchaus im Alltag belasten.

Der Anfang des Romans war sehr viel versprechend. Leider hat sich der Autor für meinen Geschmack zu sehr in Nebensächlichkeiten verloren. Selbst die Haupthandlung wird gefühlt nur angerissen, dafür werden andere Themen künstlich in die Länge gezogen und später wieder aus den Augen verloren, so dass nicht erkennbar ist, wofür deren Erwähnung überhaupt notwendig war. Die Handlung ist für meinen Geschmack zu sprunghaft und dadurch teilweise verwirrend. Sehr schade fand ich, dass das Ende für mich recht früh vorhersehbar war, was bei einem guten Thriller einfach nicht sein darf.

Fazit: Ich hatte mir von Thodes Debütroman aufgrund der sehr guten Rezensionen wesentlich mehr versprochen. Durch den tollen Schreibstil hätte mir der Roman sicherlich besser gefallen, wenn der Hauptstrang der Handlung deutlicher thematisiert worden und die Nebenstränge reduziert oder zumindest in den Hintergrund getreten wären. Manchmal ist weniger einfach mehr.


  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: Aufl. 2014 (15. August 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404169883
  • ISBN-13: 978-3404169887
  • Verlag:


[Gastrezension] Sabbag, Britta - Sanny (01) Stolperherz

Gastrezension von Verena-Julia

Die fünfzehnjährige Sanny Tabor ist kein gewöhnliches Mädchen, denn sie leidet an einer Herzkrankheit, die ihr Leben mitbestimmt. Ihr „Stolperherz“ schlägt nicht immer wie ein normales Herz. Ab und an gerät es einfach aus dem Takt und stolpert eben. Da kann es auch schon mal passieren, dass Sanny wegen ihres Herzens ein Ohnmachtsanfall bekommt, weswegen sie in der Schule nur „das Herzproblem“ genannt wird. Sie versucht daher eher im Hintergrund zu bleiben um nicht noch weiter aufzufallen und versteckt sich in ihrem Dasein als graue Maus. Ohne Freunde igelt sie sich zu Hause ein und liest lieber für ihr Leben gern. Doch auch Zuhause hat es Sanny nicht immer einfach, denn ihre übervorsorgliche Mutter Lisa versucht das Leben ihrer Tochter zu kontrollieren um ihr Herz bestmöglich zu schützen. Es gibt exakte Speisepläne, Listen mit Aktivitäten, die für Sanny zu aufregend sind und detaillierte Therapiepläne. Jahrelang hat Sanny bei allem mitgemacht, was Lisa geplant hat, doch nun ist Schluss damit und sie fängt an zu rebellieren. Die feuerroten neuen Haare sind da nur der Anfang um aus ihrem alten Leben auszubrechen und endlich frei zu sein, das zu tun, was sie will. Mit ihrer neuen Haarfarbe gewinnt Sanny langsam an Selbstvertrauen und so kommt es, dass sie von Greg, dem Bassisten der Schülerband Crystal und ihr heimlicher Schwarm, eingeladen wird die Band während der Sommerferien auf einer Tour durchs ganze Land zu begleiten. Das klingt natürlich viel besser als eine Kur für herzkranke Kinder und so macht sich Sanny mit den Jungs und ein paar anderen auf den Weg. Viele Abenteuer und neue Situationen warten auf sie. Plötzlich ist sie inmitten von Zickenkrieg, erster Liebe, Freundschaften und Fanta auf der Suche nach sich selbst und findet so viel mehr, wie sie geglaubt hätte. 

„Stolperherz“, gelesen von Uta Dänekamp, ist ein wunderbares Sommerhörerlebnis, welches mit vielen Facetten aufwartet. Mal leicht und lieblich, mal ernst und nachdenklich, immer jedoch herzerwärmend. Die Sprecherin hat eine erfrischende, freche und sympathische Stimme, auf Anhieb konnte ich mich so richtig fallen lassen und die Geschichte genießen. Ihr Erzählstil ist toll und mitreißend, was vor allem auch an den wunderbaren Worten liegt, die die Autorin Britta Sabbag hier gefunden hat. Wie gewohnt ist ihr Schreibstil fantastisch. Sie verzaubert den Leser mit Worten, die leicht daher kommen und den Leser sanft gefangen nehmen. Die Wellen der Geschichte tragen einen immer weiter und dabei schafft es Britta Sabbag auch viele wichtige und ernsthafte Themen anzusprechen ohne in Klischees zu verfallen, sich brachialer Wörter zu bedienen oder ihren Schreibstil zu verändern, geschweige denn den erhobenen Zeigefinger auszupacken um etwas zu vermitteln.

Auch die Figuren ihrer Geschichte hat die Autorin allesamt auf eine sehr realistische und plastische Art gezeichnet. In vielen Figuren kann sich der Leser wiederfinden und alle wirken so, als wären sie mitten aus dem Leben gegriffen. Sie harmonisieren perfekt miteinander, zu jeder Figur gibt es einen Gegenpart, sodass ein angenehmes Gleichgewicht entsteht. Besonders Sanny, die Protagonistin des Buches, ist Britta Sabbag gut gelungen. Anfangs wirkt sie sehr grau, zurückhaltend, genervt, aber auch ein wenig ängstlich. Sie ist total unerfahren und neugierig, hat es satt immer nur das zu tun, was andere sagen und will endlich über ihr Leben selbst bestimmen, dabei ist sie sehr sympathisch und beweist des Öfteren mal Mut und Stärke. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte ist nicht immer einfach und geradeaus, aber doch sicht- und spürbar. Es ist so schön zu hören, wie sie mutiger wird, sich entfalten kann und auf der Tour endlich sich selbst findet. Das steckt an und als Hörer fiebert man mit, ob alles glatt läuft, wie sich ihr Schwarm entscheidet und was ihr Herz macht. Aber nicht nur Sanny ist Britta Sabbag gut gelungen, sondern auch die anderen Figuren überzeugen. Egal, ob es die Zicken der Schule sind, der Bassist Greg, der anfangs sehr reserviert und unnahbar scheint und doch immer für eine Überraschung gut ist oder ihre Mutter Lisa, die am liebsten alles dreimal kontrollieren würde, was Sanny macht, tut oder isst. Die Figuren wirken allesamt so echt, dass man als Hörer das Gefühl hat dabei zu sein und mit den Jungs auf Tour zu gehen. Unterstreicht wird das Gefühl durch die Ich-Perspektive, die von der Autorin hier ganz passend gewählt wurde. Sanny erzählt – und der Hörer kann sich in sie hineinversetzen, versteht ihre Gedankengänge und Reaktionen, fiebert mit und ist gespannt.

Fazit: Mit „Stolperherz“ ist Britta Sabbag ein tolles, emotionales Jugendbuch gelungen, was so viel mehr ist als nur eine Geschichte einer herzkranken Teenagerin. Uta Dänekamp macht mit ihrer mitreißenden und interessanten Stimme ein wahres Hörerlebnis draus, welches zum Genießen einlädt. Beste Unterhaltung, mit einem viel zu frühen Ende. Es fällt schwer Sanny loszulassen, nachdem man mit ihr mitgelitten, mitgefiebert und mitgehofft hat. Britta Sabbag schafft es wieder einmal sich in des Lesers Herz zu schreiben. Absolute Hörempfehlung und volle Punktzahl von mir. Ich freu mich schon auf „Herzriss“. Dort geht es nämlich mit der Geschichte von Sanny weiter…


  • Audio CD
  • Verlag: Rubikon Audioverlag (20. April 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3945986036
  • ISBN-13: 978-3945986035
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre



Dienstag, 25. August 2015

[Produkttest] Moses Verlag: Happy me

Hallo zusammen,

heute möchte ich euch die neue Produktreihe des Moses. Verlages vorstellen:

http://www.moses-verlag.de/de/themenwelten/fuerdiegrossen/happy-me
© Moses. Verlag

Es gibt Tage, da möchte man am liebsten zu Hause bleiben. Tee kochen, Lieblingsbuch zur Hand und sich unter der Bettdecke verkriechen. Mit so einer schlechten Laune möchte man seinen Mitmenschen ja nicht unbedingt begegnen. Dabei lassen sich miese Gedanken ganz einfach weglächeln. Genau dafür gibt es die neue Produktreihe Happy me: lauter Sprüche und Weisheiten, die einen das Leben mal nicht so ernst nehmen lassen, die zur Entschleunigung beitragen oder einfach gute Laune machen. Das Ganze originell und stilvoll in passende Typografie und Illustrationen umgesetzt – da wird jeder Tag gleich ein bisschen sonniger. Finden Sie die gute Laune in unserem Online Shop.
© Moses Verlag

Wer kennt es nicht, dass man sich an manchen Tage am liebsten wieder die Decke über den Kopf ziehen möchte?! Daher finde ich die Idee dieser Produktreihe total toll und möchte sie euch anhand von drei Beispielen exemplarisch präsentieren. Eine Gesamtübersicht über die Produkte findet ihr weiter unten im Beitrag.



~ ~ ~ Happy me Tasse "Be Awesome" ~ ~ ~
Der erste Kaffee am Morgen oder der Liter Tee auf der Arbeit, der richtige Becher ist dabei durchaus wichtig und kann beim erfolgreichen Start in den Tag helfen. Bei mir ist es der erwähnte Teebecher im Büro und dafür habe ich mir den "Be Awesome Today" Becher ausgesucht. Eine kleine motivierende Botschaft auf diesem Becher und die Welt sieht schon wieder ganz anders aus.

Der Becher kommt in einem stabilen Pappkarton (Geschenkschachtel), welcher passend zur Produktreihe bedruckt ist. Er ist spülmaschinengeeignet (schon mehrfach getestet), ca. 9cm hoch und Ø 8,7 cm. 

Beim ersten Auspacken hatte ich das Gefühl, dass der Becher etwas "billig" daher kommt, weil er wesentlich dünner ist als meine anderen Becher. Jedoch habe ich festgestellt, dass es sich hervorragend aus ihm trinken lässt, die Spülmaschine ihm nichts anhaben kann und ich mich morgens freue, wenn ich diesen Spruch lese. Er wird mich also weiterhin durch die ersten Morgenstunden begleiten.


 ~ ~ ~ Happy me Zettelblock ~ ~ ~
Irgendwann ist man in dem Alter, in dem man sich alles aufschreiben muss, sonst vergisst man es oder man jongliert gedanklich so viele Themen und Ideen, dass die Übersicht droht verloren zu gehen. Deshalb liebe ich Notizzettel und vor allem schicke Zettelblöcke mit tollen Motiven.

Wem es ähnlich geht, dem kann ich diesen Happy me Zettelblock empfehlen. Insgesamt umfasst er 350 Blatt und 10 verschiedene Motive, die immer abwechselnd auftauchen. Bei der Größe von 18 cm x 8,8 cm x 3,5 cm hat man trotz großem Motiv (ca. 1/4 des Zettels) mehr als genügend Platz für reichlich Notizen. Die Zettel sind übrigens hinten verleimt, damit man einen Block erhält. Die Motive sind 7 Sprühe und 3 Bilder, wie z.B. "Die Gedanken sind frei", "Ich kann jetzt auch nur vermuten, was ich damit meine" oder "The sooner you start the sooner you start.

Die Zettel sind alle weiß und die Illustrationen in schwarz, weiß und türkis gehalten. Das wirkt frisch, farbenfroh, aber nicht aufdringlich. 

Ich finde diesen Block genial. Die Motive gefallen mir sehr, besonders in dieser Farbgestaltung. Die Größe ist toll und mit 350 Blatt hat man durchaus etwas davon.



 ~ ~ ~ Happy me Geschenkbuch ~ ~ ~

Dieses Geschenkbuch mit den Maßen 15,5 cm x 21 cm besteht aus drei Teilen und bietet witzige Mottos, kleine Weisheiten und Aufforderungen, bestimmte Dinge zu tun. Das gesamte Buch ist mit Typografie und 4-farbigen Illustrationen zum Leben erweckt worden. Man kann sich inspirieren lassen, schmunzeln und sich mal wieder bewusst werden, wie happy man doch eigentlich ist, wenn man die Kleinigkeiten wieder aufmerksamer betrachten würde.

Zunächst werden die o.g. Ideen auf etwas mehr als 120 Seiten präsentiert. Teilweise einseitig, teilweise auf Doppelseiten. Als Beispiele habe ich drei Sprüche mitgebracht: "Auch schlechte Tage haben ihre guten Momente. Finde sie jeden Tag aufs Neue.", "An dir knisterts immer so schön.", "Write a postcard to a good friend." Viele Seiten gefallen mir richtig gut, mit einigen kann ich jedoch nichts anfangen. Trotzdem sind sehr viele schöne Ideen und Weisheiten dabei.

Anschließend folgen 80 Sticker, die man z.B. nehmen kann, um Briefe an Freunde, blanko Notizzettel oder den Terminplaner zu bekleben. Die Hälfte besteht aus Illustrationen, die anderen Hälfte aus Sprüchen aus dem Buch. Die Bilder finde ich ganz okay, aber die Mottos und Weisheiten gefallen mir wesentlich besser, da diese Sticker eine Aussage habe.

Zum Abschluss gibt es dann noch 16 Postkarten, ebenfalls mit den Motiven und Sprüchen aus dem Buch. Ich hatte mir wahrschlich ein paar andere Motive ausgesucht, aber es sind schon sehr süße Ideen dabei, mit denen man seinen Lieben etwas Freunde in den Briefkasten zaubern kann. Die Postkarten sind übrigens perforiert und lassen sich somit einfach heraustrennen.

Das Geschenkbuch besitzt eine tolle Qualität und die Extras (Sticker und Postkarten) finde ich genial. Leider haben mir nicht alle Sprüche zugesagt bzw manche fand ich eher irritierend und habe mich gefragt, was damit ausgesagt werden soll.  Das Gros hingegen ist toll und kann die Augen dafür öffnen, dass man die Kleinigkeiten im Leben einfach nur wahrnehmen muss. So kann man sich doch auch mal freuen, dass Spinnen nicht fliegen können (Beispiel aus dem Buch), das macht doch auch glücklich, oder? :)



Die Glücklichmacher für den Alltag sind klasse. Der Moses.Verlag bietet noch viel mehr an, als die drei Artikel, die ich euch vorgestellt habt. Für eine Übersicht besucht einfach die Happy me Seite des Verlages oder schaut euch diese Grafik an (für eine größere Ansicht einfach drauf klicken):

© Moses Verlag


Alle Produkte könnt ihr übrigens direkt beim Verlag bestellen:
(ab 20 Euro Warenwert kostenlos)
http://www.moses-verlag.de/de/


Wie gefallen euch die Happy me Produkte?



[Story hinter dem Buch] Beck, Lilli - Glück und Glas



heute:


Beck, Lilli - Glück und Glas

 


Am 07. Mai 1945, dem Tag, an dem Deutschland kapituliert, warten zwei Frauen in der Münchener Frauenklinik in der Maistraße auf die Geburt ihres Kindes. Während Elsa eine sogenannte „Hausschwangere“ ist und gegen ein Bett und Verpflegung als Anschauungsobjekt für Studenten und Hebammenschülerinnen dient, liegt Hilde, die Gattin eines Schuhfabrikanten, auf der Privatstation. Eigentlich hätten sie sich nie begegnen sollen. Doch als Elsa sich weigert, ihr Kind im Hörsaal zur Welt zu bringen, und in Hildes Zimmer Zuflucht sucht, ändert das Schicksal seinen Lauf.
Marion und Hannelore werden am selben Tag und am selben Ort geboren, aber ihr Schicksal steht nicht unter demselben Stern. Voller Mitgefühl für die obdachlose Elsa, deren Mann noch nicht aus dem Krieg zurück ist, bietet ihr Hilde an, als Haushaltshilfe bei ihnen anzufangen. Elsa darf die kleine Marion zur Arbeit mitbringen, und so wachsen die Mädchen wie Schwestern auf. Sie gehen zusammen zur Schule, und die kluge Hannelore hilft Marion bei den Hausaufgaben. Marion ist nicht dumm, doch sie muss im Haushalt helfen, und ist deshalb oft müde und unkonzentriert. Den ersten Knick bekommt die Freundschaft, als Hannelore aufs Gymnasium wechselt und Marion weiter die Volksschule besucht.

© Lilli Beck
Das Foto entstand 1957, zum Ende meines ersten Schuljahres. Ihr findet mich in der zweiten Reihe von oben, ziemlich in der Mitte. Ich trage ein kariertes Kleid mit weißem Bubikragen, weißer Schürze, einen Bubikopf und grinse mit zusammengekniffenem Mund.


Meine Romane beginnen mit einer zündenden Ausgangsidee. Mal ist es nur ein Blitzgedanke, mal ein besonderes Wort oder ein Gespräch. Bei GLÜCK UND GLAS war es das Treffen mit einer langjährigen Freundin. Wir kennen uns seit den Siebzigerjahren, als sie auf der Filmhochschule studiert und ich als Fotomodel gearbeitet habe. Damals gab sie mir eine kleine Rolle in einem ihrer Hochschulfilme, mit dem lustigen Titel: Persil ist auch kein Schnittlauch. Obwohl sich unsere Wege später getrennt haben, hielten wir Kontakt und trafen uns auch sporadisch. Bei einem Treffen im Oktober 2013 landeten wir mal wieder in unserer bewegten Vergangenheit. Sie meinte, dass wir irgendwann noch einmal zusammen einen Film drehen sollten und sie über ein Thema nachdenke. Worauf ich entgegnete, dass wir eigentlich auch unser Leben verfilmen könnten, da gäbe es genug Stoff. Dieser Satz muss sich in meinem Gehirn festgesetzt haben, denn zwei Tage später dachte ich: Warum eigentlich nicht?, und überlegte, wie ich meine Biographie in einem Roman unterbringen könnte. Etwa zur selben Zeit fielen mir immer wieder Artikel oder TV-Beiträge zum Ende des 2. Weltkriegs auf, das sich im Jahr 2015 zum siebzigsten Mal jähren würde. Und bei einer TV-Doku kam mir die Idee, eine Geschichte über zwei Freundinnen zu erzählen, die bei Kriegsende geboren werden. Ich selbst bin zwar „erst“ 1950 geboren, aber auch fünf Jahre nach Kriegsende waren noch längst nicht alle Schäden beseitigt, wie ich aus den Erzählungen meiner Mutter wusste. Meine Eltern, meine jüngere, damals zweijährige Schwester und ich, waren bei einer sehr bösartigen Frau zwangsweise einquartiert, die meine mit unserem Bruder hochschwangere Mutter, nicht in ihre Küche zum Wasser holen ließ, sondern sie zwei Stockwerke nach unten ins Waschhaus schickte. Das war 1953, und es hat noch bis weit in die 1960er Jahre gedauert, bis alle Menschen eine anständige Unterkunft hatten. Es war für alle sehr schwer, und nur die wenigsten hatten ausreichen zu essen. Ich kann mich zwar nicht erinnern, wirklich gehungert zu haben, so wie die Menschen in Kriegszeiten und auch noch die ersten Jahre danach, aber in meiner ganzen Kindheit musste jede Tafel Schokolade durch drei geteilt werden und im Winter war nur die Küche geheizt. Noch heute schleppe ich selbst bei 30 Grad im Sommer Jacken mit – es könnte ja kalt werden. Von einer Tafel Schokolade nur wenig zu essen, schaffe ich selten und es käme mir nie in den Sinn, Lebensmittel wegzuwerfen.


© Lilli Beck
Lilli als Einjährige mit Mama

Unser Leben wurde leichter, als meine Mutter 1959 in einem Kino als Platzanweiserin anfing. Ich erinnere mich, dass wir dann öfter mal ein Paar Wiener Würstchen bekamen. Da war ich neun Jahre alt, und musste ab dieser Zeit sehr viel im Haushalt helfen. Dafür durfte ich dann die Nachmittagsvorstellungen besuchen. Sogar Filme, die erst ab 16 Jahren freigegeben waren. Meine Mutter war da ziemlich fortschrittlich. Aus heutiger Sicht waren diese Filme aber ziemlich harmlos. An einen erinnere mich besonders gut: Solange es Menschen gibt, ein Melodram mit Lana Turner, der das anfangs tragische Leben einer jungen arbeitslosen Schauspielerin erzählt, die eine obdachlose Schwarze mit Kind bei sich aufnimmt, und die eine große Karriere macht. Beide Frauen sind verwitwet und kämpfen mit Rassenvorurteilen und der Vereinbarkeit von Mutterpflichten und Karriere. Bei Filmen wie diesen, entstand meine Liebe zu Geschichten und nicht zuletzt der Wunsch, reich und berühmt zu werden.

Vieles aus meinem ereignisreichen Leben habe ich in GLÜCK UND GLAS eingewoben, manches aber verändert bzw. anderen Figuren zugedacht, da einige meiner Freunde und Weggefährten noch leben. Die Modelgeschichten habe ich alle tatsächlich so erlebt - abgesehen vom Rauschgiftschmuggel. Das ist einem Mitbewohner aus meiner Kommune passiert, der lange im Gefängnis saß. Die Lebensgeschichte der beiden Freundinnen ist zwar rein fiktiv, aber auch in meinem Leben gibt es sei über 40 Jahren eine beste Freundin, mit der mich mehr verbindet, als nur Freundschaft.

Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, dieses Buch zu schreiben, nicht zuletzt wegen der umfassenden Recherchen, die nötig waren, für eine Story die vor dem Hintergrund Münchens spielt und auch die letzten 70 Jahre bundesdeutscher Geschichte abbildet. Ich hoffe, die Leser haben ebenso viel Vergnügen bei der Lektüre.

geschrieben von
Lilli Beck

Weitere Infos:


Interview-Portrait mit Lilli Beck zu "Glück und Glas" - Blanvalet 

 

  • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag (24. August 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764505435
  • ISBN-13: 978-3764505431





Montag, 24. August 2015

[Rezension] Arnold, David - Auf und davon

 
Mary Iris Melone (kurz Mim genannt) hat ihr aktuelles Leben satt. Nach der Scheidung ihrer Eltern muss sie bei ihrem Vater leben. Dieser zieht kurz nach der Trennung mit Mim und seiner neuen Freundin hunderte von Meilen weg, um sich ein neues Leben aufzubauen. Eins, in dem Mim jedoch nicht glücklich ist. Als sie erfährt, dass ihre Mutter schwer krank ist, beginnt ihr Roadtrip: 1.524 km per Greyhound Bus quer durch Amerika mit dem Ziel ihre Mutter zu unterstützen und für sie da zu sein.


Der Debütroman von David Arnold wird sehr ansprechend angepriesen. Es sei ein literarischer Roadmovie, der abenteuerlich und herzergreifend sei, sich ungeschönt, mit reichlich Wortwitz und außergewöhnlichen Charakteren präsentiere. Der Roman, der zu den US-Top 10 der Debütromane im Bereich Jugendbuch gehören soll, würde die zerklüftete Seelenlandschaft der Protagonistin behandeln. Dieses hat mich insgesamt sehr neugierig gemacht, da ich eh immer für Roadtrips durch die USA zu haben bin und dieser Roman ansprechend und auch niveauvoll klang.

Nun habe ich das Buch gelesen, sogar schon vor ein paar Tagen beendet, und das Bewerten fällt mir immer noch schwer. Viele der versprochenen Attribute habe ich vermisst. Es geht definitiv um die zerklüftete Seelenlandschaft (ein sehr gelungener Begriff dafür) von Mim und ihre Selbstfindung. Würde sie sich selbst mit einem Wort beschreiben müssen, würde sie „Anomalie“ wählen. So viel dazu. Der ganze Roman ist etwas skurril, teilweise wirr und ich habe einfach keinen richtigen Zugang zu der Figur der Mim gefunden.

Zwischendurch habe ich die Reise von Jackson (Mississippi) nach Cleveland (Ohio) ganz gerne gelesen, aber es ganz immer wieder Szenen, die mich komplett herausgerissen haben, die sehr irritierend sind oder sogar moralisch bedenklich. Die neue Freundin ihres Vaters versucht des Öfteren Mim zu erreichen, ein oder zwei Mal auch der Vater, ansonsten wird scheinbar nichts unternommen, obwohl die Tochter ohne erklärende Worte abgehauen ist. Auf der Reise stirbt ein Mensch bei einem Unfall, aber auch dort wird getan, als wäre nichts passiert und die Reise wird am nächsten Tag fortgesetzt. Der Autor geht außerdem sehr merkwürdig mit schwierigen Themen um. Sexuelle Belästigung wird wegen Zeitmangel einfach ad acta gelegt, bei psychischen Krankheiten sollen einfach blind Tabletten eingeworfen werden, an die man sich schon gewöhnen würde, und dass man einen behinderten Jungen lieber in eine Tierarztpraxis bringt, statt weiter nach einem geöffneten Krankenhaus zu suchen, und ihn zwischendurch als Kuscheltier bezeichnet ist auch grenzwertig.

Die Geschehnisse werden immer wieder durch Briefe unterbrochen, die Mim an eine Isabel schreibt, in denen sie sehr emotional und ungeschönt berichtet, was sich in ihrem Leben bisher abgespielt hat. Sehr actionlastig ist die Handlung nicht, sie zielt eher auf die verschiedenen Charaktere ab, aber wie gesagt, da gibt es schon einige Kuriositäten und das ist in diesem Falle leider nicht unbedingt positiv zu verstehen.


Fazit: Meinen Geschmack hat dieser Roman leider nicht getroffen. Mim war mir nicht wirklich sympathisch, die Erlebnisse waren teilweise zu skurril, einige Charaktere sehr gewöhnungsbedürftig und wichtige Themen werden zu flapsig behandelt. Dafür kann ich leider maximal 2,5 Sterne vergeben, die ich auf 2 abrunden muss, wenn ich es mit anderen 3-Sterne- Büchern vergleiche. Wer sich jedoch generell für die Story interessiert, der sollte einfach in die Leseprobe hineinlesen und einen eigenen Eindruck gewinnen.

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Heyne fliegt (24. August 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453269837
  • ISBN-13: 978-3453269835
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • Originaltitel: Mosquitoland
  • Verlag: