Montag, 4. Januar 2016

[Rezension] Martens, Anna - Identität unbekannt

Ein Mord an einem Kind erschüttert selbst hartgesottene Ermittler. Doch ein totes Kind, das scheinbar von niemandem vermisst wird, schockiert zusätzlich. Wie kann es sein, dass das kleine Mädchen nicht einmal eine Vermisstenanzeige wert ist? 
Der Fall landet bei der Münchener Kripo, welcher jedoch keine entscheidenden Fortschritte gelingt. Die Kriminalreporterin Claudia Brandes begleitete den Fall von Anfang an. Jedoch laufen ihre Vermutungen in eine andere Richtung, die von der Kripo als Unsinn abgetan werden. Daraufhin versucht sie auf eigene Faust zu ermitteln.


Nach ihrem Thrillerdebüt Engelsschmerz im Midnight Verlag legt Anna Martens nun mit Identität unbekannt nach. Sehr interessant finde ich bei diesem Roman die Protagonistin Claudia Brandes, die Kriminalreporterin ist. Anfangs war ich verwundert, wie sehr sie sich in die Arbeit der Kripo einbrachte bzw. wie intensiv ihre eigenen Ermittlungen stattfanden, dass sie sich mit Zeugen traf und Spuren auf eigene Faust verfolgte. Nach einer kleinen "Recherche" von mir, bin ich jedoch darauf aufmerksam geworden, dass dieses realitätsnah ist und es durchaus diese Art von Journalismus gibt. Ihre Perspektive empfand ich als sehr gelungene Abwechslung zu den üblichen Protagonisten im Spannungsbereich, bei denen es sich meistens um Ermittler der Polizei oder des FBIs handelt.

Anna Schneider, die hinter dem Pseudonym Anna Martens steckt, erzählt eine Geschichte, die viele interessante Themen aufgreift. Sie schafft es außerdem, dass die offenen Fragen erst gegen Ende aufgelöst werden. Auf den letzten Seiten fügt sich dann alles zusammen, was etwas schnell geschieht, und die Geschichte wird zu einem runden "Ganzen". 

Fazit: Identität unbekannt hat mich durchgängig gut unterhalten und ich fand die Geschichte spannender als die des Vorgängers. Trotzdem würde ich auch diesen Roman eher dem Krimibereich zuordnen, als dem Thrillergenre. Wer einen nervenaufreibenden Pageturner sucht, wird sicherlich eher enttäuscht werden. Leser, die stattdessen einen Roman mit einer gut ausgefeilten Story, einer interessanten Protagonistin und einer spannenden Auflösung suchen, können jedoch bedenkenlos zugreifen.

  • Format: eBook
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 323 Seiten
  • Verlag: Midnight (30. November 2015)
  • Sprache: Deutsch






Kommentare:

  1. Hallo liebe Claudia,

    klingt interessant, aber da mir "Engelsschmerz" nicht so gefallen hat, bin ich am Überlegen, ob dieses eBook etwas für mich ist.

    Liebe Grüße
    Sabine

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  2. Hallo Sabine,

    kommt drauf an, warum es dir nicht gefallen hat. Falls es dir zu unspannend war, dann ist es hier etwas spannender, allerdings für meinen Geschmack immer noch keinen Thriller. Dafür aber eine interessante Geschichte mit Verstrickungen. Mir hat es besser gefallen, als Engelsschmerz.

    LG Claudia

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