Mittwoch, 27. Januar 2016

[Rezension] Strobel, Arno - Die Flut

Amrum ist eigentlich ein Ort, an dem man zur Ruhe kommt, sich die gesunde Seeluft um die Nase wehen lassen und dabei abschalten kann. Diese Idylle scheint jedoch zu zerbrechen, als zwei Pärchen gerade ihren Urlaub auf der Nordseeinsel angetreten haben. Kurz danach erschüttert nämlich ein grausamer Mord das ruhige Leben dort. Eine Frau wird bis zum Hals im Wattenmeer eingegraben. Hilflos ist sie der aufsteigenden Flut ausgeliefert und ihr gefesselter Partner muss ihr beim Ertrinken zuschauen. Er verliert seine Liebe, aber ihre angsterfüllten Augen, ihre flehenden Rufe und seine Hilfslosigkeit wird er nie vergessen.


Also wenn das kein Stoff für einen Psychothriller ist, dann weiß ich auch nicht! Diese Romanidee hatte mich schon in der Verlagsvorschau gepackt und nicht mehr losgelassen. Die Vorfreude, aber auch meine Erwartungen an dieses Buch waren entsprechend hoch, aber Arno Strobel ist es gelungen mich von der ersten Seite an in einen Sog zu ziehen, da er von Anfang an durch eine spannungsgeladene Atmosphäre mit dem Leser spielt. Gespannt habe ich die Geschehnisse während der ersten Urlaubstage  von Michael, Julia, Andreas und Martina erlebt und war extrem gefesselt und zwar lange bevor die erste Romanfigur gefesselt wurde. So ein Mord kann einen schon die Reise verderben, erst recht wenn plötzlich die Polizei vor der Tür steht, der Nachbar zum Spanner wird und jeder jedem misstraut.

Strobels flüssiger Schreibstil hat dafür gesorgt, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Die vom Klappentext versprochene Thematik wurde perfekt umgesetzt, der Psychothrill hat mich sofort gepackt und der Autor bietet viele Tatverdächtige an, so dass ich überhaupt nicht wusste, wem ich die Tat am ehesten zugetraut hätte. 30-40 Seiten vor Schluss dachte ich schon, das wär's und war über die Auflösung etwas enttäuscht, aber ich hatte mich geirrt, der Autor hatte noch ein paar weitere Wendungen vorbereitet. Deshalb habe ich ihm auch verziehen, dass Julia, eine der Urlauberinnen, trotz der bekannten Gefahr ab und an naiv handelte.




Fazit: Absolut großartiges Thrillermaterial, welches gekonnt umgesetzt wurde. Die spannungsgeladene Atmosphäre hat mich gepackt und durch den gesamten Roman begleitet. 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung vergebe ich daher gerne für diesen Psychothriller. 

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (21. Januar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596198356
  • ISBN-13: 978-3596198351
  • Verlagsgruppe:


Kommentare:

  1. Hey Claudia,

    ich lese auch gerade DIE FLUT und hatte den ersten Tatverdächtigen schon vor dem Mord :D Das fand ich auch cool. Ich wusste ja durch den Klappentext, was ungefähr passiert. Und da habe ich beim Lesen immer gedacht, ich pass schon gleich am Anfang auf, fasst Arno Strobel dort schon Hinweise versteckt. ABER ... mit jeder Seite, die ich weitergelesen habe, war ich wieder auf einer anderen Spur. Noch bin ich nicht ganz durch. Deshalb freue ich mich auf Nachher, wenn es weiter geht :) Am Dienstag bin ich auf seiner Lesung in Leipzig. Das wird sicher cool.

    Schöne Rezi hast du geschrieben. Wenn ich das Buch nicht schon hätte, würde ich es mir danach sicher kaufen. Aber von Strobel möchte ich eh alles lesen. Seit DAS DORF gehört er zu den Autoren, von denen ich nix verpassen möchte.

    Liebe Grüße
    Martin
    Buchwellenreiter.blogspot.de

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    1. Hallo Martin,
      danke für dein tolles Feedback!
      Ich wünsche dir, dass dir das Buch bis zum Ende gefällt. Viel Lesespaß noch!!

      LG Claudia

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