Mittwoch, 24. Februar 2016

[Gastrezension] Gercke, Stefanie - Junigewitter

Gastrezension von Starbucks


Sehnsucht nach Afrika

Mit ihrem Roman „Junigewitter“ wollte Stefanie Gercke viel. Sie hat versucht, sehr viele Aspekte in ein Buch zu packen. Ob ihr das so recht gelungen ist, ist allerdings fraglich.

Zum Inhalt: Die gebürtige Deutsche Alice lernt in einem Junigewitter in London ihren Traummann kennen, flüchtet aus der engen Welt in Lübeck mit ihm in ein ganz neues Leben in Afrika und gründet eine kleine Familie. Aber das kleine Glück wird von Anfang an getrübt durch die Schatten der Apartheid, durch ein Land, in dem man sich niemals ganz sicher fühlen kann und schließlich auch durch mehrere Schicksalsschläge, die Alices Familienglück zerstören. Und die starke Frau zieht ihre Konsequenzen...



Der erste Teil von „Junigewitter“ 'rennt' quasi einmal durch die gesamte Geschichte der Apartheid. Hier entsteht das Gefühl, als wolle die Autorin hier ein Buch über Apartheid schreiben oder auch nur ihre eigenen Erlebnisse niederschreiben. Manchmal verliert sich die Handlung so in Nebensächlichkeiten (z.B. fahren sie immer wieder mal ins Wildreservat), dass man eher das Gefühl hat, nun hat die Autorin ihr Tagebuch verarbeitet, und da fuhren sie eben wieder mal ins Wildreservat. Für die Handlung selbst ist dies nicht relevant.

Die Geschichte scheint etwas lebendiger und weniger konstruiert, als der Teil in Afrika vorbei ist. Ich möchte hier lieber nicht ins Detail gehen, denn ich finde, schon der Klappentext greift viel zu weit vor. Die Geschichte driftet nun eher ab in eine Liebesgeschichte, scheint aber hier natürlicher erzählt und besser lesbar.

Am Schluss folgt eine Auflösung aller Geheimnisse; die zwar etwas weit hergeholt, aber dennoch schlüssig ist. Damit ist „Junigewitter“ ein gut lesbarer Roman, der auch spannend ist, aber trotzdem Schwächen aufweist. Ich fühlte mich z.B. der Protagonistin kaum verbunden, zu gekünstelt schien sie.

Fazit: „Junigewitter“ ist ein netter Frauenroman, der sich gut lesen lässt und auch einiges an Spannung bietet. Der Leser merkt schnell, dass die Autorin sich in Südafrika bestens auskennt und ihre Liebe für das Land, aber auch dessen verschiedene Gesichter vermitteln möchte. Dabei hat sie sich vielleicht zuviel vorgenommen und manches Mal den roten Faden verloren, um noch mehr in das Buch zu packen. Dennoch kann man stets gut folgen und auch verstehen, warum ihr Herz an diesem Land hängt. So kann ich gerade noch 4 Sterne für „Junigewitter“ vergeben.

  • Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (28. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 345326942X
  • ISBN-13: 978-3453269422
  • Verlag:

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