Montag, 8. Februar 2016

[Gastrezension] Reid, Louisa - Jeden Tag ein bisschen mehr

Gastrezension von Starbucks

 
Ein düsteres Krankheitsbild

Ich habe lange gebraucht, herauszufinden, was mit der Protagonistin Audrey im Jugendroman „Jeden Tag ein bisschen mehr“ von Louisa Reid wirklich los ist. Dabei finde ich den deutschen Titel und auch das sehr hübsche Cover wenig aussagekräftig, der Originaltitel „Lies like Love“ gefällt mir sehr viel besser. 



Zum Inhalt: Die 16jährige Audrey zieht mit ihrer Mutter und dem kleinen Bruder Peter in Grange House auf dem Land. Was vorher war, wird nur angedeutet, Genaueres erfährt der Leser erst später. Das etwas geheimnisumwobene Mädchen mit der sorgenvollen, überprotektiven Mutter, das eine düstere Krankheit hat, freundet sich mit dem Nachbarsjungen Leo an. Doch immer wieder scheint die Krankheit sie einzuholen, immer wieder sucht die Mutter medizinische und psychologische Hilfe, doch Audrey trifft ihre eigenen Entscheidungen.

Meine Meinung: Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, was wirklich hinter Audreys Krankheitsbild steckt. Daher zogen sich die ersten ca. 280 Seiten für mich sehr, die Handlung wollte nicht so recht in Fahrt kommen. Als ich aber dann verstanden hatte, was wirklich mit dem Mädchen und ihrer Familie los ist, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Handlung im zweiten Teil des Buches habe ich als sehr intensiv und dicht empfunden. Die letzten knapp 300 Seiten muss ich wohl in einer Nacht beendet haben.

Die Autorin beschäftigt sich hier mit einem düsteren und eher seltenen Krankheitsbild, das ich hier nicht nennen möchte, um den Lesespaß nicht zu verderben. Die Situation, in der sich Audrey hier befindet, ist schockierend. Auch ich habe von dieser Krankheit schon gehört, habe aber erst nur eine Ahnung gehabt, dass es sich hier um diese Krankheit handeln könnte. Ein Familienleben findet hier – wie der englische Titel schon sagt – nur zwischen Liebe und Lügen statt.

Audrey ist stets hin- und hergerissen zwischen ihrer Freiheit und Unabhängigkeit und der Verantwortung, die sie für den kleinen Bruder übernimmt. Die Protagonistin und ihr Dilemma sind hier so gut ausgearbeitet, das der Leser gut mitleiden kann. Was mich allerdings etwas stört: Ich habe später in Wikipedia die Fakten der Krankheit gelesen. Alles, was dort steht, ist im Buch haargenau so umgesetzt worden. Es kam mir am Ende vor, als hätte die Autorin auch Wikipedia konsultiert und genau aus den Fakten dort ein Buch geschrieben. Das wiederum ist ihr aber gut gelungen. Gern wüsste ich, ob sie einen persönlichen Zugang zu der Krankheit hat, denn ich vermute, dass sie das nicht hat.

Fazit: Ich habe mich – wie gesagt – am Anfang mit „Jeden Tag ein bisschen mehr“ von Louisa Reid eher schwer getan. Aber am Ende hat mich das Buch sehr gefesselt und überzeugt. Ich kann daher gute 4,5 Sterne vergeben und gebe dem Buch damit die volle Sternzahl.

  • Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
  • Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (24. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3841422292
  • ISBN-13: 978-3841422293
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
  • Originaltitel: Lies Like Love


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